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Nr.80 (1. Quartal 2007)

Auszug


Buchbesprechungen

Der Kampf ums Öl

Erdöl ist heute einer der wichtigsten Rohstoffe, die die Erde ihren Bewohnern zur Verfügung stellt. Die Geschwindigkeit, mit der diese Substanz seit ihrer Entdeckung von der Menschheit ausgebeutet wird, kann geradezu hektisch oder manisch genannt werden; sie hat ihresgleichen nicht. Die Entstehungsgeschichte des Erdöls ist noch nicht voll geklärt. Könnte man vielleicht davon ausgehen, daß es sich um Verwesungsprodukte organischer Substanzen, vielleicht von Tier- oder Menschenleichen, die durch globale Katastrophen zu späteren Öllagern zusammengeschoben wurden, handeln? Wühlen wir in Friedhöfen? Es gibt aber auch tröstlichere Theorien, die rein chemische Abläufe als Entstehungsursache von Erdöllagern annehmen. Immerhin tappt man hier noch weitgehend im Dunkeln.

Mit derartigen Überlegungen gibt sich Robert Motzkuhn in seinem Buch „Der Kampf um das Öl“ nicht ab. Seit Thema lautet: Weltvorräte, Ölmultis und wir. Es zeichnet die wechselvolle Geschichte des wertvollen Rohstoffes nach, um dessen Besitz oft mit Waffen gekämpft wurde; die Entstehung der OPEC — Staaten, das sind Zusammenschlüsse der kleineren Öl-fördernden Staaten; die Förderleistungen und die Reserven der Öl besitzenden Länder; die Öl-Krisen und auch die Preise.

Tatsache ist, daß, je rascher die industrielle Entwicklung in der dritten Welt, aber auch in der zweiten, wie China oder Indien, fortschreitet, umso mehr Öl verbraucht werden wird. Wie lange kann das so weitergehen? Die USA beispielsweise, deren eigene Vorräte begrenzt und weitgehend erschöpft sind, versuchen sich des Öllandes Irak zu bemächtigen, was vorerst nicht gelang. [Tagtägliche Anschläge des Widerstandes hängen die Öl-Trauben hoch. Die Redaktion.] Seit Libyen seine Quellen erschließt, umschmeicheln die Amerikaner dieses Land.

Wie sieht die Zukunft aus? Entgegen den Pessimisten, die prophezeien, daß wir bald auf dem Trockenen sitzen werden, macht Motzkuhn eher tröstliche Aussagen. Er schildert, daß immer wieder neue Ölquellen entdeckt werden, so daß vorerst, sogar auf weite Sicht, mit einem Mangel an dem begehrten Treibstoff nicht zu rechnen ist. Man kennt sogar ganz neuartige Lagerstätten, z. B. den „Ölsand“. In Kanada gibt es davon riesige Vorräte, die dieses Land hinter den Iran an die zweite Stelle der Besitzer von Rohölreserven rücken.

Die Sache hat nur einen Haken: Die Gewinnung von Öl aus dem Ölsand ist kompliziert und sehr teuer. Die Herstellung eines Barrels Öl kostet rund zwölf Dollar. „Die Ausbeutung ist nur dann wirtschaftlich, wenn die Ölpreise hoch bleiben“, meint Motzkuhn. Nach allem, was wir über das Ölproblem heute wissen, kann sich wohl niemand mehr Illusionen machen: Alles wird immer teurer werden.

Erdmuthe Idris-Schimmel

Motzkuhn, Robert: Der Kampf um das Öl. 496 Seiten, Klappenbroschur, 80 Abbildungen, ¤ 19,80. Bestell-Nr. 200 209. Versandbuchhandlung Grabert, Postfach 16 29, D–72006 Tübingen.


UDH Nr. 80

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