BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 81  ¦  April – Juni 2007


Leserbrief:

I. Internationaler Kongress der Vertriebenen und Flüchtlinge in Triest

Wie angeküdigt wurde auf Initiative der „Unione degli Istriani“, vom 29.03. bis 31.03.2007 in der italienischen Hafenstadt Triest der erste internationale Kongress der Vertriebenen und Flüchtlinge abgehalten. Dem Anlaß angemessen fand der Gründungskongress in den würdig ausgestatteten Räumen der Triester Börse statt. Bei der Eröffnungsveranstaltung am 29. März 2007 waren die Vertreter der Provinz Friuli-Venezia Giulia und der Stadt Triest persönlich anwesend und ließen jedem Teilnehmer einen herrlichen umfangreichen Bildband der Stadt Triest und der Region überreichen. Man spürte sofort das kollegiale und herzliche Klima, das die Gastgeber, die „Unione degli Istriana“, und die teilnehmenden Organisationen ausstrahlten. Nichts von Neid, von Gegnerschaft, von Intrigen und von politischer Einflußnahme bis hin zur Ächtung Andersdenkender — wie es mancher im eigenen Land erdulden muß — war auch nur im Ansatz erkennbar. Daß Triest seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zur Grenzstadt geworden ist, als solche gleichzeitig Symbol der Vertreibung von Tausenden Italienern aus Istrien und Dalmatien sowie Ausgangspunkt der panslawistischen Grenzlinie Triest — Nürnberg — Hamburg ist, mag Zufall sein. Zufall war es nicht, daß sich etwa 35 Abordnungen verschiedener Vereinigungen von Vertriebenen aus elf Ländern Europas trafen, um nach sechzig Jahren der Verleumdungen und Entrechtungen endlich gemeinsam dem Unrecht der Vertreibungen in Europa entgegenzutreten. Es war die Geburtsstunde einer europäischen Organisation, die sich dem Opfer- und nicht dem Täterschutz verpflichtet fühlt.

Am ersten Tag hatten alle teilnehmenden Vertretungen die Gelegenheit, sich vorzustellen und mit einem Grußwort ihr Anliegen zum Ausdruck zu bringen. Aus der BRD nahmen u.a. die Vertretung der LM Schlesien durch Herrn Pawelka, die LM Ostpreußen durch Herrn v. Gottberg, die Sudetendeutsche LM durch Herrn Dr. Nowak, der Witikobund durch Herrn Kopp, die Sudetendeutsche Initiative durch Herrn Högn und nicht zuletzt auch der Zentralrat der vertriebenen Deutschen durch Herrn Jeschioro teil.

Einmütig und entschlossen wurde am zweiten Tag der Konferenz die „Triester Deklaration“ erarbeitet und am dritten Tag in einem feierlichen Akt von jedem einzelnen unterschriftberechtigten Vertreter per Einzelsignation unter Beifall unterzeichnet. Ebenfalls wurde am dritten Tag der erste und wichtigste Teil der Satzung verabschiedet.

Damit war die I. Europäische Vereinigung der Vertriebenen und Flüchtlinge gegründet.

Unter der zu diesem Kongreß neu erschaffenen Flagge Europas, in deren Sternenkranz vier Generationen von Vertriebenen dargestellt werden und unter dem Klang von Beethovens Neunter, wurde der offizielle Teil des ersten internationalen Kongresses der Vertriebenen und Flüchtlinge in Triest beendet.

Hoffnungsvoll, freundschaftlich und in der Atmosphäre einer schicksalshaften Verbundenheit war die Stimmung unter den Vertretungen. Unverständlich erschien vielen Teilnehmern die Absicht mancher Vertriebenenverbände, an diesem wichtigen, dem Frieden und der Völkerverständigung dienenden Kongreß nicht teilnehmen zu wollen. Dies, obwohl nur Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und die Gleichheit aller Menschen dauerhaften Frieden schaffen können, — Werte, die Grundlage dieses Kongresses waren.

Den Organisatoren dieses Kongresses, der Unione degli Istriani mit ihrem Repräsentanten Herrn Dr. Lacota, die diesen Kongreß ins Leben gerufen haben, kann man nicht genug danken. Danken muß man der „Unione“, indem in der Zukunft weitere Vertriebenenorganisationen die ernorme historische Chance erkennen und durch ihren Beitritt der neuen in Triest gegründeten Europäischen Opferorganisation eine noch mächtigere Stimme verleihen werden.

Regina Jeschioro


UDH Nr. 81

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