BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 82  ¦  Juli – September 2007


Buchbesprechung

Die „westliche Wertegesellschaft“

Jürgen Schwab ist ein noch junger Autor, und mit jugendlichem Schwung hat er es unternommen, die „westliche Wertegemeinschaft“, die von der Globalisierung träumt, zu analysieren und zu kritisieren. Jeder sollte dieses Buch lesen, das aufzeigt, in welche antisozialen Sackgassen ein „Wertesystem“ treibt, das nur auf Geld und Kapital ausgerichtet ist. Die „Vorrangstellung der Politik“ ist dabei gegenüber wirtschaftlichen Sonderinteressen gegenstandslos geworden. Der Staat ist nicht mehr willens oder in der Lage, die Interessen seiner Völker gegenüber der internationalen Arbeitsteilung, dem „Freihandel“ und der Billiglohnkonkurrenz auf dem grenzenlosen Markt zu vertreten.

Das übermächtige Weltkapital ist über die Grenzen hin verflochten. In Deutschland aufgekaufte Unternehmen sind nur noch ihrem firmengeschichtlichen Ursprung nach „deutsch“. Deutsche Arbeitsplätze werden ins Ausland verlagert; deutsche Arbeitnehmer und mittelständische Unternehmer haben das Nachsehen. — „Durch die Automatisierung, die durch die dritte industrielle Revolution in der Mikoelektronik hervorgerufen wurde, werden Arbeitskräfte freigesetzt, die sich in den Fluren der Arbeitsämter sammeln…. Der überschuldete Staat soll nun das Heer von Arbeitslosen aushalten, während es sich die Bezieher von mühelosem Einkommen, die Aktionäre, gut gehen lassen.“

Der „Westen“, zu dessen Wertegemeinschaft Deutschland derzeit gehört, „ist selbst eine große Kultur des Fellachentums. Der Westen ist von Lüge, Sittenverfall, Dekadenz und Korruption geprägt. Weitere Indikatoren für diese These sind die massenhafte Tötung ungeborenen Lebens, die große Zahl der Rauschgifttoten und nicht zuletzt die vielen Selbstmorde in den entsprechenden Gesellschaften… Die Ursache für das große Sterben ist das moderne warenproduzierende System. In ihm wird möglichst alles als Ware erfaßt, um daraus Profit zu schlagen — vom Sportschuh bis zur Kläranlage.“ Was da nicht hineinpaßt, wird aussortiert, z.B. die Mutterrolle.

In 16 Kapiteln analysiert Schwab den geistigen Zustand dieser Wertegemeinschaft. Man sollte diese Analyse ernst nehmen. Dem Leser wird hier allerdings einiges an Verständnis zugemutet — gleich, ob er auf der „rechten“ oder der „linken“ Wertseite steht. Die Entwicklung in die Zukunft kann Schwab zwar nicht voraussagen, aber er prophezeit den Untergang, falls sich an dem Zustand der „westlichen Wertegemeinschaft“ nichts ändert. Positive Zeichen einer Änderung sieht er in Südamerika, wo die Staatsoberhäupter von Venezuela und Bolivien die Wirtschaftsaktivitäten durch Verstaatlichung des Rohstoffreichtums, z.B. der Erdölförderung, wieder an sich genommen haben, während unsere „Volksvertreter“ mit der Bahn an die Börse gehen.

Es braucht eine Rückkehr zum Nationalismus, damit eine Politik wieder möglich wird, die sich um ihr Volk kümmert. Noch sind wir längst nicht so weit, meint Schwab, aber vielleicht können wir es schaffen…

Erdmuthe Idris-Schimmel

Schwab, Jürgen: Die „Westliche Werte-Gemeinschaft“ — Abrechnung — Alternativen. 416 Seiten Klappenbroschur, 19,50 €.
Hohenrain Verlag, Tübingen, ISBN 978–3–89180–079–9


UDH Nr. 82

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