BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 85  ¦  April – Juni 2008


Gedichte


Primeln

Was wär das für ein Wiesengrund
Würd's keine Primeln geben?
Die doch in zarter Frühlingszeit
Sich aus der Erde heben.
Was wär das für'ne Lenzeszeit
So ohne Himmelsschlüssel?

Der Amsel Ton vernahm sie geschwind
Den trug ins Erdenreich der Wind…
Nun stehen sie wieder frisch vom Tau
So weithin leuchtend von der Au…
Sie wollen uns vom Frühling künden
Uns von des Himmels Blau.

Friederike Bradel

Land Schlesien — unvergessene Heimat

Erst in der Fremde — weit von dir —
Fand ich mit meiner Seele heim zu dir —
Ich finde dich an Elbe, Neiße, hellem Oderstrand —
An deiner hohen Berge Silberkranz —
Und deiner weiten Felder goldnem Ährenglanz.

Ich finde dich: in all der Hütten starkem Arbeitsmut…
In deiner dunklen Nächte Feuersglut…
Ich liebe meiner Heimatmenschen echte Art…
Ihr ehrlich Wesen stark und zart…
Ich schätze deiner Wälder reichste Pracht…
In allem find ich dich bei Tag und Nacht….

Du bist mir immer nah und wohlbekannt…
Ich liebe dich, mein schönstes Schlesierland…
du meiner Seele starkes Band…
Noch immer gehe ich Tag ein, Tag aus…
Auf meiner Heimatscholle geliebtem Vaterhaus…

In meinen Adern fließt der Heimat feurig Blut…
Gestählt in Oberschlesiens Aufstandskämpfen — stark und gut…
Wenn um mich her so hell die Glocken gehn…
Seh' ich dein liebes Bild vor meiner Seele stehn…
Und wird's ihr klar und sie dann spricht…

„Heimat Schlesien, dich vergessen, das kann ich nicht!!!“
Du lebst — dein Leitwort das heißt: „ An dich glauben…!
Kein Fremder kann und wird dich je mir rauben…
Du bist wie Gott, so edel, echt und klar…!!!
Daß es nur eine Heimat gibt — das Wort ist ewig wahr!!!

Aus meinem Gedichte-Schatz
Friederike Bradel
Hohenlimburger Straße 181
58119 Hagen 5

Gedicht vom Rübezahl

eingesandt von Luzie Hübel-Schupp
Vor kurzem schrieb mir der Rübezahl
aus einem Lande „Es war einmal“.
Er kann es bis heute noch nicht fassen,
daß wir ihn alle mußten verlassen,
daß wir fort sind damals mit Pferd und Wagen,
mit Koffern und Rucksack voll beladen.

Später kamen andere Leute zu ihm hinaus,
die sahen genauso wie wir auch aus.
Doch wenn sie sprachen, oh jemine,
das tat seinen alten Ohren weh.
Da kriegte er die Wut, legte sich rein in die Kissen,
zog die Decke über die Ohren
und wollte von der Welt nichts mehr wissen!

Er hat lange geschlafen, dann ist er erwacht,
setzte die Brille auf die Nase,
hat sein Land so betracht':
was er sah, ließ ihn schaudern
und er hat gedacht:
„Was habt ihr aus meinem schönen Schlesien gemacht?
Die Häuser zerfallen, die Zäune verrottet,
überall Unkraut an allen Orten.
Außer paar Kirchen ist nichts mehr schön!“

Er wollte schon wieder ins Bett hineingehn,
da sah er drei Busse den Berg raufschnaufen.
„Viele Menschen stiegen aus und kamen gelaufen.
Sie kamen zu ihm in großer Zahl!
und riefen freudig: „Grüß Dich Rübezahl!“
Er hörte viele Worte wie: „Mein Gott, ist das schön,
wie lange habe ich die Heimat nicht mehr gesehn.“

Sie schauten sich suchend in seinem Reich um
und waren vor lauter Glück ganz stumm.
Da hat der Rübezahl sich abgewandt,
erst hat er geschluckt, dann hat er geflennt.
Doch er beruhigte sich schnell,
er klatschte in die Hände — 1–2–3
kamen eilends all seine Zwerge herbei.
Die lachten und schwabbelten
und waren vor Freude ganz rot:
sie hatten jahrzehntelang Ausgangsverbot!
Gegen Abend hörten sie Lieder
nach altbekannter Weise,
da summten alle mit — aber ganz leise.

Als die Sonne unterging in den Bergen,
da fuhren sie fort, die Natzlas und Lergen.
Ihre Hände winkten noch lange auf und nieder
und sie riefen: „Rübezahl, wir kommen wieder!“
„Auf Wiedersehn“ schrien die Zwerge,
das schallte noch lange durch die Berge.
Da schmunzelte der Alte: „Die Welt ist schön,
ich habe meine Schlesier wiedergesehn!“

Jetzt ist es aus mit dem Schlafen,
er darf auch nicht mehr träumen,
kann die Ankunft der Nächsten nicht versäumen!
Er schreibt, er läßt grüßen
und er verspricht es Euch in die Hand:
Er wird weiter wachen über sein Land!

Wir alle grüßen Schlesien
mit seinen Bergen ohne Zahl
und wir rufen ihn zu:
„Mach's gut, lieber, alter Rübezahl“

UDH Nr. 85

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