Es jährt sich also wieder, was unserm Volk geschah,
vertrieben aus der Heimat, die deutsch bald tausend Jahr;
genommen ihre Würde, ihr Recht auf Hab und Gut,
das ist ganz niederträchtig, verletzend bis auf's Blut.
Der Krieg hat viele Väter, es kann nicht anders sein,
nur Deutsche waren Täter, — Verbrecher ganz allein?
Der Umerziehung Mühen, sie tragen reiche Frucht,
ein Unbequemer ist er, der nach der Wahrheit sucht;
bekommt den Mund verboten für das Erzähl'n vom Leid,
Versöhnung ist die Losung, nach der man jetzo schreit.
Da wird das Pferd von hinten mit Lügen aufgezäumt,
ein Narr bleibt, der sich täuscht, vom nahen Frieden träumt.
Es kommt zum Weltgerichte, eh' er es noch vermeint,
im Buch der Bücher steht es, ganz klar schon lange Zeit.
Der Herre aller Herren wird selber Richter sein,
dann helfen keine Phrasen, entlarvt wird aller Schein;
er wird die Völker richten, wie er verheißen hat,
nach ihrem Werk der Liebe und ihrer Missetat.
Das ist die einzig Hoffnung in dieser trüben Zeit,
dem großen Ziel entgegen im Strom der Ewigkeit.
Gestillt wird dann die Sehnsucht nach Heimat, Frieden sein.
Was man uns lang verwehrte, das gibt uns Gott allein.
Drum danket ihm für jeden Tag, der uns noch zugedacht,
er steht getreu zu seinem Wort, er hat allein die Macht
zu retten den, der ihm vertraut und nicht auf Reichtum baut.
Noch gibt es Freiheit der Gedanken,
entführen uns ins Heimattal,
wer setzt der Seele auch noch Schranken
und wagt den Satz: „Es war einmal?“
Gertrud Bell 2008
Das war die Endzeit immer: Brot und Spiele.
Der volle Bauch und der gefüllte Sack.
Und jeder scharf, daß er sein Lüstlein kühle.
Gesindel wiehert. Und das Volk wird Pack.
Sich drücken Trumpf. Verachtet ist die Schwiele.
Der falsche Zauber siegt, der billige Lack.
Erbärmliches Geschrumpf — sind das noch Ziele?
Der Mensch ein Zerrbild und der Staat ein Wrack.
Bleibt uns noch Wendezeit? Ihr wenigen Kühnen,
nun tretet vor und nennt verrucht: verrucht.
Gebt die Parole: statt verdienen — dienen!
Statt Willkür Ordnung und statt Unzucht Zucht!
Nur wenige sind die Retter stets gewesen.
Bewährt euch hier, dann kann das Volk genesen.
Gerhard Schumann
| Für Wahrheit ich streit, niemand macht es mir leid, Sieg oder Spott, ich folg meinem Gott. |
Gottes Gesetze stehen nicht in irgendeinem Buch…, sondern in der Natur geschrieben… |
| Ulrich von Hutten 1488–1523 |
Baruch de Spinoza |
Weihnacht, Weihnacht In Ostpreußen, Pommern und im Schlesierland Wir waren kaum Dann die Flucht |
Was ist uns von unserer Die aufrechterhaltene So aber bleibt Europa So kehren wir ein |
| So stell' ich mir die Weihnachten vor 80 Jahren vor. |
Und so leiden und hoffen wir heute. |
W. Maikranz