BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 88  ¦  Januar – März 2009


Vertrauen mißbraucht

Von diesem Mißbrauch ist vorwiegend unsere Erlebnisgeneration betroffen. Wir hatten nach Kriegsende 1945 mit der Bewältigung unserer persönlichen Schicksale genug zu tun. Unsere Aufgaben sahen wir darin, das Überleben unserer Kinder und unser eigenes zu bewältigen. Deutsche Familien waren infolge Vertreibung aus der Heimat, durch Zerstörung im Bombenterror, durch Gefangenschaft und Verschleppung voneinander getrennt. Da blieb keine Zeit, auch noch über Politik nachzudenken. Wie zu allen Zeiten, so auch in diesen, dienten Deutsche sich den Besatzungsmächten an. Von den Schicksalsschlägen vorwiegend verschont geblieben, den Umerziehungsparolen gegenüber unkritisch, im vorauseilenden Gehorsam die alten Parteibücher gegen neue eintauschend, entstand der größte Teil der neuen „Elite“. An Gehorsam gewöhnt, über Staatsrecht, Völkerrecht und Privatrecht nicht nachdenkend bildeten sich auf Befehl des alliierten Kontrollrates Landesregierungen; zum Beispiel im Rheinland.

So sah die Geburtsstunde der neuen Demokratie auf deutschem Boden aus. Eine Demokratie ohne Demokraten. Durch Befehl der Alliierten wurde das Staatsgebiet des Zweiten Deutschen Reichs in seinen Ländern verändert. Wahlen in den Ländern entsprachen nicht demokratischen Regeln. Durch Vorauswahl der Wahlbewerber geriet die Demokratie zur Farce.

Diese demokratisch nicht legitimierten Länderchefs bildeten den Parlamentarischen Rat. Beratungsergebnisse mußten den Alliierten zur Genehmigung vorgelegt werden. Dieser undemokratische Geburtsfehler besteht bis heute. Und diese Leute bitten uns heute um ihr Vertrauen — worauf sollten wir dies in diesen Zeiten gründen?

Horst Zaborowski


UDH Nr. 88

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