BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 90  ¦  Juli – September 2009


Offener Brief an den Bundesinnenminister

Friedrich Kurreck Offenbach, den 5. Mai 2009

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Minister,
vor Antritt ihres Amtes haben Sie doch geschworen, Ihre „Kraft dem Wohle des deutschen Volkes (zu) widmen, seinen Nutzen (zu) mehren, Schaden von ihm (zu) wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes (zu) wahren und (zu) verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft (zu) erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann (zu) üben“. Als Mitglied der CDU, einer christlichen Partei, werden Sie, ich nehme es an, bei Ihrer Vereidigung um Gottes Hilfe, für ihr zukünftiges Wirken für die Interessen des deutschen Volkes, gebeten haben. Stimmt doch, oder?

Wie verhält sich das aber mit dem, worüber „Die Welt“ am 31. März 2009 ihre Leser unterrichtete? Und diesen Blödsinn sollte gar Gott billigen? Kaum denkbar!

Im Zusammenhang mit dem unlängst erfolgten Verbot der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) forderten Politiker vor laufender Kamera noch mehr Anstrengungen im „Kampf gegen Rechts“ und insbesondere die verstärkte Mobilisierung von Schulen und selbst Kindergärten. Sozusagen von Amts wegen ist bei solchen Kampagnen der oberste Gesinnungswächter der Republik, als Sie, sehr geehrter Herr Minister, immer ganz vorne dabei. Auch diesmal kündigten Sie großmundig an: „Wir werden alles tun, um unsere Kinder und Jugendlichen vor diesen Rattenfängern zu schützen.“

Ist Treue zur Heimat für Sie denn wirklich Rattenfängerei? Wir in der „Weimarer Demokratie“, die ich, als Angehöriger des Jahrganges 1914, bewußt erlebt habe, sahen das doch ganz anders. Dort wurde die heranwachsende Generation, so schrieb es die Verfassung vor, an den Schulen ausdrücklich zu Vaterlandsliebe, Staatsgesinnung und Gemeinsinn erzogen. Deutsches Volkliedgut wurde noch gepflegt, und war nicht, wie heute, verpönt. Parteipolitische Einflußnahme, sehr geehrter Herr Minister, war unerwünscht, der Respekt für die Meinung und Anschauung eines jeden Bürgers dagegen Vorschrift. Artikel 148, Absatz 1 und 2, der „Weimarer Verfassung“ lautete: „In allen Schulen ist sittliche Bildung, staatsbürgerliche Gesinnung, persönliche und berufliche Tüchtigkeit im Geiste des deutschen Volkstums zu erstreben. Beim Unterricht in öffentlichen Schulen ist Bedacht zu nehmen, daß die Empfindungen Andersdenkender nicht verletzt werden.“

Vor solchen Rahmenbedingungen des Schulwesens ist in der heutigen Zeit keine Rede mehr. Schlimmer noch: Das Verbot der HDJ begründeten Sie mit der unerwünschten Einflußnahme auf Kinder — „diese würden dazu angehalten, für (…) das, Fortbestehen des deutschen Volkes und ähnlich verbrecherisches Zeug einzutreten.“ Ich bin geschockt!

Ein unglaublicher Satz aus Ihrem Munde, des Hüters der inneren Ordnung in der Bundesrepublik Deutschland zuständigen Ministers, Munde. Der Fortbestand des deutschen Volkes — verbrecherisches Zeug? Ja waren Sie denn da besoffen, und das auch noch im Amt? Oder haben Sie immer so wirre Ansichten? Dann gehören Sie gefeuert! So deutlich habe ich es bislang noch nie gehört, was mir nun verständlich macht, weshalb hierzulande jede patriotische Regung mit Argwohn verfolgt und von der Obrigkeit am liebsten ausgetilgt wird. Die vom HDJ-Verbot betroffenen Eltern, Kinder und Jugendlichen haben eine Lektion erhalten, die sie in ihren bisherigen Eindrücken wohl kaum erschüttern dürfte.

Als Bundesbürger, der mit wachen Augen die deutschfeindliche Politik „aller“ Volksvertreter der in Berlin etablierten Parteien jahrzehntelang beobachtet, habe ich den Eindruck gewonnen, daß das auf mich geradezu hysterisch wirkende Verlangen nach einem verstärkten „Kampf gegen Rechts“ nur dem einzigen Zweck dient, sich die, aus dem Geld der Steuerzahler (Ihres Souveräns) finanzierten lukrativen Sesselchen mit einer dazugehörigen, natürlich noch lukrativeren Altersversorgung auf Dauer zu sichern. Wenn sich die Schreihälse da nicht verspekuliert haben! Denn: „Man kann das ganze Volk eine Zeitlang zum Narren halten und einen Teil des Volkes die ganze Zeit“, sehr geehrter Herr Minister, „aber nicht das ganze Volk die ganze Zeit“. So der 16. Präsident der USA, Abraham Lincoln.

Und der polnische Edelkommunist Wladyslaw Gomulka kam, wenn auch reichlich spät, zu der Erkenntnis, nach der er sich freilich selbst in keiner Weise richtete:

Und eines dieser vorausgesagten, wiederkommenden Gespenster ist heute die „Heimattreue deutsche Jugend“, die natürlich zu vernichten ist. Gell, Herr Minister? So ist es doch!

Als mündiger Bürger der demokratischen Bundesrepublik Deutschland, die, wenn ich mich recht erinnere, sich doch alle Parteien einst gewünscht haben, erwarte ich eine Antwort von Ihnen, dem Mutigsten aller „Kämpfer gegen Rechts“.


UDH Nr. 90

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