BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 91  ¦  Oktober – Dezember 2009


Gastarbeiter — Volk — Nation — Staat

Damit fing alles an, als die Gastarbeiter in Scharen nach Deutschland kamen. Es waren die 60er Jahre und danach. Bis dahin lernten die Schüler brav Balladen und paukten Grammatik und wurden mit dem Nibelungenlied befaßt.

Dann wehte plötzlich ein ganz anderer neuer Wind. Im Deutsch- und Sozialkundeunterricht.Unterricht wurden nur noch „Probleme“ behandelt. Da ging es um den „autoritären“ Vater, um den „Unsinn“ des Leistungssportes oder um eine Jugendliche, die mit 14 nicht abtreiben durfte und ähnliche ausgewählte „Probleme“, die so ganz in die antiautoritäre Phase der Sechziger und Siebziger Jahre gehörten.

Es kamen plötzlich „Fremdarbeiter“ in die BRD, die — so wurde den Schülern eingetrichtert, keinesfalls so heißen durften: Sie wurden zu „Gastarbeitern“.

Aber die linken Ideologen waren damit nicht zufrieden, denn „Gäste“ gehen ja bekanntlich auch nach einer bestimmten Zeit wieder, doch man animierte sie doch gerade, gleich hier zu bleiben. Waren sie doch nach deren Ideologie nun „ausländische Mitbürger“, denen man natürlich sofort alle Rechte geben mußte, wie das Wahlrecht, ein sogenanntes „Bleiberecht“ etc.

Von Einleben und Eingewöhnen, von Sprache verpflichtend zu lernen, Kultur zu integrieren, war bei den linken Ideologen nicht die Rede, auch ging es nur um Erteilung von Rechten, nicht von Bürgerpflichten. Wie überhaupt eine Unterscheidung doch schon „ausländerfeindlichen“ Charakter habe, denn in Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes stehe ein striktes Diskriminierungsverbot zu lesen und schwuppdiwupp wurden selbst Unterscheidungsmerkmale bei polizeilichen Fahndungen als „ausländerfeindlich“ dargestellt. Seitdem durften die Polizei und die Staatsanwaltschaft plötzlich einen gesuchten ausländischen Straffälligen oder Verbrecher (ob es den wohl überhaupt geben darf?), nicht mehr als Ausländer oder gar nach seiner Nationalität beschreiben.

Sie merken, verehrte Leser, der innere Zusammenhang der andauernden Reden vom „ausländischen Mitbürger“ und für die „multikulturelle Gesellschaft“, auch die Versuche in den darauffolgenden Jahren, ausländische Nichtstaatsbürger mit immer mehr Rechten auszustatten und das bisher gültige Staatsbürgerschaftsrecht als „völkisches Relikt und Nazi-Ideologie“ abzutun, war und ist Absicht und offenkundig! Der Trend, die Verschiebung von Begriffen und den ideologischen Überbau von bis dato konsensfähigen Vorstellungen nach links wurde in erster Linie für Deutschland als „Schuldnation“, aber auch in der ganzen westlichen Welt, vorangetrieben. Es entwickelte sich bis zum heutigen Tage eine Art Zivilreligion mit eigener Dogmatik. In dieser Glaubensgemeinschaft gelten folgende „Wahrheiten“:

  1. Es gibt keine Anthropologie — also keine menschliche Abstammungs- und Rassenlehre,
  2. Volk, Nation, Staat haben nichts miteinander zu tun,
  3. das Eigene und das Fremde sind Fiktionen, also erdichtete Annahmen.

Gehen wir weiter zurück und bohren nach, so stoßen wir auf einen Alt68er Ideologen, Jürgen Habermas, der schon 1958 einen Artikel zur Anthropologie schrieb und Arnold Gehlen und andere Wissenschaftler angegriffen hat und den „Katalog anthropologischer Konstanten“ radikal ablehnte. Der Streit GehlenHabermas war gewissermaßen die Hauptkampflinie zwischen Rechts und Links bis auf den heutigen Tag, auch die Ausländer- und Gastarbeiterproblematik, ja die tieferen Hintergründe der „Antidiskriminierungsgesetze“ und andere einseitige Entwicklungen.

Habermas postuliert statt des bisherigen politischen Systems „die Schaffung einer postnationalen Demokratie, auf der Basis der europäischen Bürgergesellschaft.“ Habermas gebraucht die Begriffe absichtlich oder unabsichtlich sehr schlampig, so wie zum Beispiel den Begriff „Bürger“, den er mit dem Einwohner gleichsetzt oder die „Kultur“, die er als Summe beliebiger Lebensäußerungen versteht. Habermas will alle anderen in seine eigene Heimatlosigkeit versetzen. Die Entfremdung erscheint ihm als Befreiung.

Halten wir ausdrücklich fest: Es gibt eine Anthropologie, und es gibt Bindungen, die der Mensch nun einmal braucht. Sie alle zu zerschlagen, ist aussichtslos und führt nur zu einer großen Heillosigkeit auf allen Gebieten.

Halten wir also klar fest: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Volk, Nation und Staat! Das Volk ist keine, wie auch immer geartete, beliebige Bevölkerung.

Das „Deutsche Volk“ ist eine historisch gewordene und gewachsene identifizierbare Größe, die keinesfalls beliebig ausgetauscht werden kann. Dahingehende Absichten von der Verfechtern des neuen Staatsbürgerschaftsrechts sind ohne Umschweife und im Wortsinn staatsfeindlich!

Der Wechsel der Nationalität, wie der Wechsel eines Hemdes oder Rockes, ist entgegen der Naivität der Internationalisten aus all den genannten Gruppen nicht möglich und undemokratisch. Auch die Einschmelzung größerer, fremder Ethnien, die ja in der Regel auch eine umfassende Überlieferung besitzen, hat sich in der späteren Zeit immer als ausgeschlossen erwiesen. Dies zeigte sich nicht zuletzt an der gescheiterten Jugoslawisierung von Kroaten, Slowenen, Bosniern und Albanern.

Der Nationalstaat ist eine Institution und selbstverständlich auch ein Ergebnis rationalen Handelns; er zieht seine Kraft aber aus Momenten, zu denen eben auch die ethnische und volkliche Seite gehört. Diesen Tatbestand zu übergehen und so zu tun, als sei das „Völkische“ den Menschen einfach beliebig überziehbar, ist zum Scheitern verurteilt, weil das anthropologisch gegebene Bedürfnis der Menschen nach Eindeutigkeit vorhanden ist.

Auch Bevölkerungswissenschaftler wie Josef Schmid weisen darauf hin. Diese Tatsachen einfach, wie Internationalisten und sog. „Weltbürger“ meinen, durch eine Erziehungsdiktatur den Leuten abzuerziehen, ist undemokratisch (und menschenverachtend /die Redaktion) und führt nicht zu dem von dort gewünschten Ergebnis.

Der innere Zusammenhang von Demokratie und Nationalstaatlichkeit ist unaufhebbar, auch dann, wenn die Internationalisten die Aufhebbarkeit immer wieder fordern und diese Forderung bis zum Erbrechen wiederholen!

Erwin Arlt


UDH Nr. 91

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