BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 91  ¦  Oktober – Dezember 2009


Zur Lage des deutschen Volkes

Liebe Freunde,
im vorherigen Artikel [] hat Herr Kurreck dankenswerterweise und aus seiner Erfahrung heraus die Lage des deutschen Volkes in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen, die im Grunde genommen ein einziger 30jähriger Krieg im 20ten Jahrhundert war, geschildert. Seine Ausführungen kann ich nur bestätigen, weil ich, wenn auch ein Jahrzehnt später als Herr Kurreck geboren (1926) bereits seit frühester Jugend (mit fünf Jahren) den politischen Gesprächen in der Hausgemeinschaft lauschte. Ich kann nur bestätigen, daß auch im linken Spektrum des deutschen Volkes die nationale Frage aus der Sicht des ganzen deutschen Volkes gesehen wurde. Der Gegensatz zwischen dem Kommunismus und den deutsch-nationalen Kräften einschließlich der NSDAP war eine Machtfrage um die Vorherrschaft im Deutschen Reich. — die bei den Kommunisten durch die Komintern ferngesteuert worden war. Mit dem Sieg der NSDAP bei den Wahlen 1933 wurden die Anhänger der sich weiterhin den Einflüssen der Komintern verpflichtet fühlenden zur absoluten Minderheit. „Frahm“ und Genossen wirkten zwar bis in die nationalen Kreise hinein (siehe 20. Juli) schadeten jedoch letztendlich. Viele Kameraden wären, hätte es diesen „Widerstand“ nicht gegeben, nicht gefallen.

Während in den Jahren nach dem Schandvertrag von Versailles im deutschen Volk und dies in der großen Mehrheit über alle Parteigrenzen hinweg die Frage nach Volk, Heimat und Vaterland nicht umstritten war, ist dies nach 1945 in unnatürliche Bahnen gelenkt worden.

Wenn Sie mit Ihrem Auto in einen Unfall verwickelt waren, konnten Sie feststellen — ein jeder sagt: Ich habe keine Schuld. — Wie hat man ein ganzes Volk dazu bewegen können zu sagen — wir haben Schuld?

Wer sich mit geschichtlichen Abläufen frei von Voreingenommenheit beschäftigt, wird nicht nur den Schilderungen von Herrn Kurreck zustimmen, sondern auch finden: Die Handlungen der Alliierten schafften die Rückkehr des Faustrechtes im Zusammenleben der Völker. — Und dieses in Yalta und Potsdam sichbar gehandhabte Faustrecht war nicht nur außerhalb aller völkerrechtlichen Regeln durchgesetzt worden, sondern ist bis in die heutige Zeit (siehe Afghanistan) praktische Politik der Alliierten: Allen Völkern dieser Welt „ihre“ Demokratie, wo es nur möglich ist, mit militärischer Macht aufzubürden. Wir Deutsche erleben es alle am eigenen Leibe. Diese Form der Demokratie ist viel weniger demokratisch als die, die sich das Deutsche Volk mit der Weimarer Verfassung 1919 gegeben hat.

Demokratie ist gemäß dem antiken Griechenland die direkte Volksherrschaft. Diese Demokratie herrschte bei unseren Vorfahren, den Germanen, vor zweitausend Jahren. Entscheidungen des Stammes wurden von allen freien und waffenfähigen Männern auf dem Thing, der Volksversammlung, entschieden. Jeder hatte eine Stimme.

Wir brauchen uns daher nicht von Wildwest-Demokraten eine Demokratie aufschwatzen zu lassen, bei der die Minderheit mit „Volkes Wille“ herrscht. Laßt Zahlen sprechen. Bei Zugrundelegung der Wahlberechtigten Staatsbürger der BRD haben bei der letzten Bundestagswahl 2009 erhalten: CDU = 22,28%, FDP = 6,55% und die CSU = 5,13 %. Somit stützt sich die neue Bundesregierung auf die Zusage von 33,96% der Wahlberechtigten. — Und da sagt die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, sie will Kanzlerin aller Deutschen sein. Wenn wir dies wortwörtlich nehmen sollten, müßten noch die nicht Wahlberechtigten mit in diese Rechnung aufgenommen werden. Denn bereits mit der Geburt ist jeder Staatsbürger der BRD ein Deutscher.

Diese auf eine Minderheit im Deutschen Volk gestützte Koalition hat in ihrem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und FDP unter der Überschrift: WACHSTUM. BILDUNG. ZUSAMMENHALT den Fleiß von vielen Ministerien zusammengetragen und mit sechs Leitmotiven in einer „PRÄAMBEL“ ihre Wunschvorstellungen dargelegt. Durch den Ausdruck Präambel soll ein historischer Bezug zur Präambel des Grundgesetzes hergestellt werden. Hier besteht allerdings eine Gemeinsamkeit. Über die Präambel des Grundgesetzes ist nicht vom Deutschen Volk abgestimmt worden — hinter der Präambel dieser Koalition stehen 33,96% der wahlberechtigten Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland, wobei es fraglich ist, ob sie diese Parteien der Koalition auch gewählt hätten, wenn ihnen bekannt gewesen wäre, was im Koalitionsvertrag niedergeschrieben steht.. In Präambel und Artikeln des Grundgesetzes der BRD wurden wir Deutsche bereits an Utopia Europa verkauft; Zitat: „…im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen…“. Und weiter im Koalitionsvertrag wird diese 1949 sichtbar gemachte Entmündigung des Deutschen Volkes unter Zitat: „Deutschlands Zukunft in Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand ist untrennbar mit der politischen Entwicklung Europas und der Welt verbunden…“ erneut bekräftigt.

Als ein arbeitsames, an den Winkelzügen praktischer Politik nicht interessiertes Volk wurde diese von langer Hand vorbereitete Inzenierung der Entmündigung eines ganzen Volkes nicht durchschaut. Sechzig Jahre im Leben eines Volkes sind drei heranwachsende Generationen.

In der Geschichte unseres Deutschen Volkes war der Zeitraum ab 1. August 1806, an dem 16 deutsche Staaten aus dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation austraten und am 12. Juli 1806 die Rheinbundakte unterzeichneten, sowie mit der Niederlegung der deutschen Kaiserkrone durch Franz II. am 6. August 1806 eine fast tausendjährige Geschichte beendet. Napoleon Bonapartes Kontinentalreich endete 1813 durch den Zusammenbruch des Rheinbundes nach der Völkerschlacht von Leipzig. Englands Kontinentalpolitik unterstützte den Kampf gegen Napoleon aus ihrer Interessenlage heraus. Ohne die Kraft der Deutschen nach sieben Jahren Fremdherrschaft die Freiheit zu erkämpfen, wäre Napoleon nicht bezwungen worden. Aus dem Kernland der Deutschen erwuchs diese mit dem Namen Preußen auf ewig verbundene Kraft.

Mit dem Namen Preußen ist neben Friedrich dem Großen 8.1.1712 – 17.8.1786 der Name des am 1. April 1815 um 13:00 in Schönhausen bei Stendal geborenen Otto von Bismarck ein Glücksfall in der Geschichte des deutschen Volkes und Vaterlandes.

Bei diesen bedeutenden deutschen Staatsmännern verdecken ihre militärischen Erfolge hervorragende Reformen zum Wohle des Volkes. So gehört zu den unumstrittenen Verdiensten Friedrichs des Großen die Förderung des Kartoffelanbaus (ausgehend von staatlichen Domänen) und die Trockenlegung von Sumpflandschaften (z. B. Oderbruch, wo 50 neue Dörfer für Kolonisten entstanden.) In religiöser Beziehung ist Preußen zu Friedrichs Zeit das toleranteste Land Europas. Unter Friedrich dürfen die katholischen Schlesier ihre Religion ebenso beibehalten wie die Kolonisten aus Polen und anderen Ländern; jeder kann „nach seiner Fasson selig werden“, wie der König in einer Randbemerkung formulierte. Unter Mitwirkung der Juristen Carmer, Zedlitz und Suarez arbeitet Friedrich an der ersten für ganz Preußen gültigen Rechtsordnung, die allerdings erst nach seinem Tode fertiggestellt ist (1790 „Allgemeine Gerichtsordnung“, 1794 „Allgemeines Landrecht“, das bis 1900 in Kraft bleibt).

Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen (1. April 1815 – 30. Juli 1898). Ein Leben in der heraufziehenden Zeit der Industrialisierung.

Allgemein bekannt als der Gründer des Zweiten Deutschen Reichs legte er mit der Sozialgesetzgebung die Grundlage des modernen Sozialstaates. Unfallversicherung, Versicherungen gegen Krankheit, Invalidität und Altersarmut, die Alters- und Invalidenversicherung von 1889 schützen bis in die heutige Zeit hinein deutsche Staatsbürger.

Es bleibt einem Mitglied des FDP-Parteitages zur Annahme des Koalitionsvertrages am 25. Oktober 2009 vorbehalten, im Fernsehen zu erklären: „Bismarck ist tot“. In dieser Siegesstimmung eines FDP-Funktionärs zerbricht das im Koalitionsvertrag seitens der FDP, einschließlich der sozialen und nationalen Töne ihres Vorsitzenden Westerwelle, aufgebauten Bildes einer staatstragenden, am Wohle des ganzen deutschen Volkes interessierten politischen Kaste. Sie waren, sie sind und bleiben Interessenvertreter ihrer Geldgeber. Die Präambel des Koalitionsvertrages mit der Losung WACHSTUM. BILDUNG. ZUSAMMENHALT ist ein Meisterwerk der Volksverdummung. Sie sind durch nichts aufzuwecken. Weder durch die Tatsache, daß sie nur von einem Drittel der wahlberechtigten Staatsbürger der BRD gewählt wurden. Weder von der Krise der Banken, denen sie ihr Lieblingsbetrugsspielzeug, die Derivate, weiterhin belassen. Weder von der bestehenden und sich im Sekundentakt erhöhenden Staatsverschuldung.

Wenn in diesem Koalitionsvertrag keine Ideen und schon gar keine Visionen enthalten sind, wären ein paar praktische Vorschläge zu Einsparungen das mindeste, was der Wähler erwarten darf. Hier einige Vorschläge: Kürzung der Beiträge zur UNO, NATO und mindestens um die Hälfte bei den Zahlungen in die EU. Die BRD ist dann immer noch größer Netto-Zahler. Die Forderungen im Koalitionsvertrag: „Wir setzen uns für eine wesentliche Stärkung und für eine gleichberechtigte Verwendung der deutschen Sprache als Arbeitssprache der europäischen Institutionen ein, die auch in der Übersetzungspraxis und bei der Bereitstellung von Übersetzungsdokumenten angewandt wird“ ist bei in 60 Jahren überhöhten Zahlungen der BRD der Witz des Jahrhunderts…

Horst Zaborowski


UDH Nr. 91

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