BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 91  ¦  Oktober – Dezember 2009


Bitte um gemeinsame Trauer

Wir Menschen werden in unserem Leben von Trauer in den unterschiedlichsten Lebenslagen und meistens unerwartet betroffen. Unsere Anteilnahme ist im stärksten Maße bei den nächsten Angehörigen gefordert. Trauer verbindet im Schmerz. Darum sind wir in der Lage, auch dort unser Beileid zu bekunden, wo wir unter der Hektik des Lebens den Kontakt zu den Verstorbenen verloren hatten als sie noch unter uns weilten. Bei allen Völkern wird um die Verstorbenen getrauert — unabhängig von den jeweiligen Religionen.

Um so betrüblicher ist es wenn im deutschen Volk mit seiner langen Tradition der Ehrerbietung den Verstorbenen gegenüber Trauer als die bindende Kraft unter den Verhältnissen an Tiefe verliert. Selbst für eine gesteigerte Hinwendung zum Leben kann Verständnis aufgebracht werden, jedoch nicht für Gleichgültigkeit oder gar Verachtung für Verstorbene.

Worum ich bitte, ist, die Trauer aus gesellschaftlichen Strömungen herauszuhalten. Es ist selbstverständlich, und der Anstand gebietet es, über keinen Verstorbenen abfällig zu sprechen. Dies wird im deutschen Kulturkreis bei dem einzelnen Verstorbenen auch noch so gehalten. In den letzten vierzig Jahren haben sich nicht nur die Sitten und Gebräuche im alltäglichen Leben verändert. Auch die Achtung vor den Verstorbenen hat sich geteilt. Davon betroffen sind unsere Angehörigen, die in den vergangenen zwei Weltkriegen ums Leben kamen. Millionen Deutsche verließen uns bei der Flucht aus der Heimat, ohne daß eine Trauergemeinde ihnen ein ehrendes Begräbnis ermöglichen konnte.

In besonderem Maße betroffen sind unsere gefallenen Kameraden, wenn im Zuge der Kampfhandlungen die Zeit für ein Gebet nicht mehr gegeben war. Der Schmerz war gezwungenermaßen kurz und bedrückt uns Überlebende noch heute.

Was wir jedoch nicht verwinden können ist, daß ihnen von einigen Deutschen aus nachfolgenden Generationen die Ehre abgeschnitten wird.

So wie aus dem umseitigen Bild [] ersichtlich wird in vielen Gemeinden in deutschen Landen der für unser Volk gefallenen gedacht. Es ist bemerkenswert, daß gerade in kleinen Gemeinden die Erinnerung ihren sichtbaren Ausdruck in Denkmälern findet. Es ist die Verbundenheit der Menschen in den Gemeinden, die ein Gedenken als Normalität empfindet und lebt.

Wir wollen als deutsches Volk, als Kulturnation überleben, darum meine Bitte: Laßt uns gemeinsam um unsere Verstorbenen, Getöteten und Gefallenen trauern.

Horst Zaborowski


UDH Nr. 91

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