BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 92  ¦  Januar – April 2010


Unsere Heimat Ostbrandenburg

ein Beitrag von Hans-Dieter Boemack

Wer einen älteren Atlas zur Hand nimmt und eine Karte der Mark Branden­burg aufschlägt, wird den Begriff „Ost­branden­burg“ weder als geo­graphischen noch als admini­strative Bezeichnung finden, schon gar nicht als Namen einer histo­rischen Land­schaft. Es ist ein politischer Begriff, der erst 1945 geboren wurde, um das Gebiet benennen zu können, das nach dem zweiten Weltkrieg die Beschlüsse von Potsdam „unter vorläufige polnische Ver­waltung“ gestellt haben. Es ist ein Land zwischen zwei Grenzen: der 1919 in Versailles gezogenen Reichsgrenze und der 1950 zur „Oder-Neiße-Friedens­grenze“ erhobenen Demarkations­linie, ein Land, das ein wichtiges Bindeglied zwischen Pommern und Schlesien darstellte, ein wichtiges Durchgangsland zwischen Ost und West.

Es umfaßt ein Drittel der Fläche der Mark Brandenburg, genau 11329 von 38278 qkm der Gesamt­provinz (1939). Hier lebten 644.836 der insgesamt 3.007.933 Bewohner Branden­burgs in elf Land­kreisen und vier kreis­freien Städten — rechnet man die von Oder und Neiße zer­schnittenen Verwaltungs­einheiten mit. Das unter polnischer Verwaltung stehende Gebiet Ost­brandenburg jenseits von Oder und Neiße hat eine Fläche von 11 329 qkm, und war für 644.836 deutsche Menschen Heimat; davon sind etwa 257.000 Einwohner Ostbrandenburgs durch Kriegs­einwirkungen und unmensch­liche Vertreibung umge­kommen. Das sind rund 40 % der Gesamtbevölkerung Ost-Brandenburgs. Damit hat unsere Heimat Ost-Brandenburg von allen Vertreibungs­gebieten östlich von Oder und Neiße die höchsten Verluste der Bevöl­kerung zu beklagen; gerechnet in Prozent zur Gesamt­bevölkerung.

Bei der Änderung der Provinz­grenzen im Jahre 1937 wurden die Kreise Amswalde mit den Städten Neuwedell und Reetz sowie der Kreis Friedeberg/NM mit den Städten Driesen und Woldenberg an Pommern ange­schlossen. Die Zeit von 1938 bis Anfang 1945 hat nicht ausgereicht, um aus den Branden­burgern echte Pommern zu machen. Noch heute fühlen sie sich wie seit eh und je als Märker und damit Branden­burger. Vom Kreis Angermünde und Lebus kamen kleine Gebiets­teile, die ost­wärts der Oder lagen, unter polnische Ver­waltung, während die Kreise Guben und Sorau durch die Lausitzer Neiße geteilt wurden. Die Land­kreise Königsberg/NM, Soldin, Landsberg/Warthe, Schwerin/Warthe, Westernberg, Oststernberg, Mesetitz, Crossen, Züllich-Schwiebus, Guben und Sorau gerieten unter polnische Verwaltung. Die Städte Küstrin, Frankfurt/Oder, Guben und Forst sind durch die Oder bzw. Neiße getrennt.


Liebe Freunde,
an dieser Stelle hätte die Karte von Ostbrandenburg stehen sollen. Leider war die Druckvorlage nicht geeignet. Wer hat eine geeignete Karte?

Provinz Brandenburg, 1904, Vorschau

Ostbrandenburg 1938/45, Demarkationslinie

Karte von 1904; 1875×1390; 1,2 MB

Karte von 1938; 506×795; 170 kB
Karte von 1938; 1012×1589; 503 kB

 

Für die Schriftleitung —

Horst Zaborowski

Verbesserungen: → UDH99 S. 44


UDH Nr. 92

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