BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 92  ¦  Januar – April 2010


Liebe Freunde,

an dieser Stelle vorab meine Hoch­achtung und Dank für den persön­lichen Einsatz von Herrn Dr. F.H.E.W. du Buy. Er ist in der begün­stigten Lage als Angehöriger der Nieder­lande Betrach­tungen anstellen zu können, die, wenn diese von einem Deutschen ver­öffentlicht, ins politische Abseits gestellt würden. Bei diesen sachlichen und wissen­schaftlich fundierten Aus­führungen fehlt zwangs­läufig die Partei­lichkeit. Der Beitrag ← von Herrn du Buy wurde von mir ins Weltnetz ein­gestellt und bleibt somit Zeugnis für künftige Gene­rationen.

Obwohl auch ich mich bemühe, sachlich zu argu­mentieren, so bin ich doch mit Kopf und Herz ein partei­licher Verfechter der geschicht­lichen Wahrheit, in die unser deutsches Volk einge­bettet ist. Ich erlaube mir daher, den Betrachtungs­rahmen weiter zu fassen als es unserem verehrten Herrn Dr. du Buy in einer Verant­wortung als Wissen­schaftler möglich erschien.

Leider erkennen wir die Zusammen­hänge und die Strategie, mit der Staaten auf dieser Welt und in ihnen Agierende an einer Ver­nichtung des deutschen Volkes wirken, erst im Nach­hinein und dazu erst in einem hohen Alter. Das teuflische an diesen Strategien ist, daß diese in langen Zeit­räumen ihre Pläne anlegen und wie wir leider fest­stellen müssen, auch ver­wirklichen. Wer sich zu diesem Thema eingehend informieren will, findet in der Ausgabe 77 (2.Quartal 2006) von „Unsere Deutsche Heimat“ im Artikel → US-Imperium vor dem Zerfall? (Iran-Konflikt — die gleiche Masche wie bei den Öl-Lampen und seit 1776) aus­führliche Angaben.

In Ergänzung der Ausführungen im Artikel „US-Imperium vor dem Zerfall?“ bitte ich darüber nach­zudenken, wie die Situation nach Kriegsende in Deutschland war. Durch den Bomben-Terror geschädigte Deutsche hockten in den Kellern ihrer ausge­brannten Wohnhäuser. Aus den Heimat­gebieten vertriebene Deutsche — immerhin ca. 15 Millionen deutsche Menschen mit dem, was sie auf ihrem Leib trugen — wurden in Mittel- und West­deutschland „verteilt“. Wir waren alle gemeinsam vollauf damit beschäftigt, das Lebens­notwendige irgendwie zu ergattern. In dieser Situation konnten die allermeisten Deutschen sich nicht um Politik oder Staaten­bildung kümmern. Ganz abgesehen davon, daß der Alliierte Kontroll­rat allein das Sagen hatte. An der Gründung einer Bundes­republik Deutsch­land von Siegers Gnaden betei­ligten sich vorwiegend Deutsche, die in Kriegs­zeiten auf die eine oder andere Art und Weise ihren eigenen Körper in Sicher­heit gebracht hatten. Am 18. Juni 1948 — drei Tage vor der Ein­führung der DM, wurden die Menschen durch eine Rundfunk­meldung informiert. Die ent­sprechenden Gesetze traten am 20. Juni 1948 in Kraft. Wen interes­sierte es, daß am 23. Mai 1949 die Gründung der Bundes­republik Deutsch­land mit der Ver­öffent­lichung des Grund­gesetzes vom (BGBl. S. 1) erfolgt war? Wer hatte zur damaligen Zeit das Grund­gesetz gelesen? Wer kannte den Text: „Präambel,
Im Bewußtsein seiner Ver­antwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleich­berechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungs­gebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“?
— Wer dachte über Europa nach?

Das deutsche Volk war damit beschäftigt, für das „Kopfgeld“ DM möglichst alles zu kaufen, was bis dahin in Geschäften nicht zu erhalten war. — Das wenige Geld reichte im Moment für die Erfüllung lang gehegter kleiner Träume — der Über­lebens­kampf holte die Menschen mit voller Härte auf den Boden des Machbaren zurück. Verstärkt durch die Aussicht, sich für eine erworbene DM seine beschei­denen Wünsche erfüllen zu können, waren die Gedanken bei den aller­meisten Menschen nur darauf gerichtet. Wer ver­schwendete seine Zeit mit Gedanken an ein vereintes Europa? Es waren Deutsche HIWIS, die bereit­willig den Besatzern folgten — die stolz waren, Ketten zu tragen. Für ihr eigenes Ego lieferten sie Genera­tionen deutscher Menschen der Aus­beutung aus.

Zu diesen „Ver­antwort­lichen“ zählten auch die „erwählten“ Vertreter der Heimat­vertriebenen. Von den Alliierten wurden 15 Millionen Heimat­vertriebene als eine Kraft kalkuliert, die ihrer Selbst­herrlich­keit von Potsdam in der Zukunft gefährlich werden konnten. Es war ein alli­iertes Meister­stück, Führungs­kräfte des BdV in ihre Bemühungen dem deutschen Volk seine Eigen­schaften mittels Gehirn­wäsche „auszutreiben“, einzubinden. Wie erfolg­reich diese Bemühungen waren, ist an Hand der Charta der deutschen Heimat­vertriebenen abzulesen. (Unter­zeichnung am 5.8.1950 beim Auftakt zum ersten „Tag der Heimat“.)

Die führende Hand der Alli­ierten bei der Text­abfassung für das Grund­gesetz der Bundes­republik Deutsch­land griff auch bei der Abfassung der Charta der deutschen Heimat­vertriebenen kräftig zu. Es gelang, den natür­lichen Wunsch der Menschen, zu ihren Wurzeln zurück­zukehren, auf eine vor­bereitete Schiene eines Völker­breis in einem „vereinten“ Europa zu lenken. Es wurde den Unter­zeichnern der Charta die Unter­schrift schmackhaft gemacht mit Allgemein­plätzen, die alle Gauner­banden in dieser Welt als hehre Ziele vor sich hertragen. Wie sonst sollte es zu erklären sein, daß die Charta der deutschen Heimat­vertriebenen:

von diesen Heimat­vertrieben so unter­zeichnet wurde?
Charta
  1. Die Bezeichnung „erwählte Vertreter“ ist korrekt, denn es ist nicht vor­stellbar, daß 15 Millionen Vertriebene unter den derzeit herrschenden Zuständen in einer Wahl ihre Zustimmung gegeben haben könnten.
  2. Unter 1. „Wir Heimat­vertriebene verzichten auf Rache“ ist eine mutige Formu­lierung in Anbetracht des erlit­tenen grausamen Schicksals von 15 Millionen und dem begangenen Völker­mord an zweieinhalb Millionen Lands­leuten. Der Mut, unter diesem Punkt auch die Rückkehr in die Heimat zu fordern, mag bei einigen vorhanden gewesen sein — jedoch die Handschrift der Alliierten war unmiß­verständlich, und es war ein Gebot der Klugheit, so zu handeln.
  3. Unter 2. wird bereits die Hoffnung auf ein geeintes Europa gelenkt. Dies eine bewußte Ablenkung von dem seit Jahr­hunderten bestehenden Heimatrecht.
  4. Unter 3. erneut der Hinweis auf Europa. Nicht hin­nehmbar ist die Aussage: „Wir haben unsere Heimat verloren.“ Diese Fest­stellung im Namen von 15 Millionen Heimat­vertriebenen in die Welt zu setzen, waren die Unter­zeichner der Charta der Heimat­vertriebenen nicht legitimiert. Die Aus­führungen mit „auf die Heimat als eines der von Gott geschenkten Grund­rechte“ können den Verzicht auf die Heimat, der mit dem Satz „Wir haben unsere Heimat verloren“ ausge­sprochen wurde, nicht aufheben.
  5. Unter 4. Mit der Forderung nach „Tätige Ein­schaltung der deutschen Heimat­vertriebenen in den Wieder­aufbau Europas“ wird erneut von einem über Jahr­hunderte bestehenden Anspruch auf die Heimat abgelenkt. An dieser Stelle „Wieder­aufbau Europas“ hätten die Worte stehen müssen: Wieder­aufbau der ange­stammten Heimat!
    Das gesamte Problem des Privat-Eigentums findet in der Charta der Heimat­vertriebenen keine Erwähnung. Mit der Aufnahme der Aussage: „Wieder­aufbau der ange­stammten Heimat!“ wäre für dieses Problem eine vor­sorgliche Fest­stellung getroffen worden.

Liebe Freunde

Wie groß ist der Wunsch der betroffenen Heimat­vertriebenen, eine Gedenk­stätte im „Zentrum gegen Ver­treibungen“ besuchen zu wollen? Wird hier nicht erneut über die Hintertür ein zusätz­licher „Geßlerhut“ aufgestellt? Es hat sich so einge­schlichen, daß wir Deutschen für alles Unglück auf dieser Welt mit verant­wortlich gemacht werden — und vor allen Dingen zu Zahlungen heran­gezogen werden. Die Behörden in der Bundes­republik Deutsch­land sind (noch) vor­wiegend mit deutschen Staats­bürgern besetzt. Diese Menschen sind wie das gesamte Deutsche Volk durch die „Umer­ziehungs­mühle“ gedreht worden. Das Ergebnis ist die „hoheits­schielende“ Aus­führung ihrer Amts­geschäfte. Die Zeiten, als der König von Preußen von einem Müller verklagt werden konnte und ihm Gerech­tigkeit widerfuhr, scheinen mit der Zer­störung des preußischen Gedanken­gutes auf den Sankt Nimmer­leins­tag ver­schoben zu sein. Denken wir nur daran, welche Kämpfe örtliche BdV- und Lands­mann­schaften hatten und haben durch­zufechten, wenn sie beab­sichtigen, auf ihre eigenen Kosten eine Gedenk­tafel aufzu­stellen. Und dies sind dann noch die gleichen Heimat­vertriebenen, die vor Ort mit­halfen, diese Gemeinden aus den Kriegs­hinter­lassen­schaften heraus aufzu­bauen und zu gestalten. Leider sind viele unserer hoch­betagten Freunde aus der Erlebnis­generation von uns gegangen. Die Aufrecht­erhaltung unseres Gedanken­gutes liegt zur Zeit im wesent­lichen in den Händen der Generation, die als Kinder „Weiz­säckers Wander­schaft“ erlebten. Je nach land­schaft­licher Mundart — die auch Rück­schlüsse auf die kraft­volle oder verbind­liche Argu­mentation zuläßt — werden die Interessen heimat­vertriebener Deutscher in Zukunft vertreten werden. Diese klare Stellung­nahme vom Bund für Gesamt­deutschland soll mithelfen, für die Zukunft Pflöcke einzu­schlagen, an denen sich unsere Freunde bei künftigen Argumen­tationen fest­halten können.

Ich bitte alle Freunde den Artikel → Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ Stiftung „Flucht Vertreibung Versöhnung“ von Dr. F.H.E.W. du Buy zusammen mit meinen oben dargelegten Über­legungen und Fest­stellungen sowie den Darlegungen in der Ausgabe 77 ← (2.Quartal 2006) von „Unsere Deutsche Heimat“ im Artikel → US-Imperium vor dem Zerfall? und der Seiten 1 bis 2 dieser Ausgabe: → „Voraus­setzung für Versöhnung — Aner­kennung der geschicht­lichen Wahrheit“ als Phalanx aus Pflöcken der geschicht­lichen Wahrheit zu nutzen.

Geschichtliche Wahrheit bricht sich Bahn — die Zeit für diesen Durchbruch hängt vom Informations­grad der Menschen ab.

Horst Zaborowski


UDH Nr. 92

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