BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 93  ¦  Mai – August 2010


Buchbesprechung:

Reichsgründung — eine ungelöste deutsche Frage

Überlegungen zur Kriegs- und Nachkriegszeit beherrschen heute noch die politische Literatur in Deutschland. Karlheinz Simon hat in seinem Buch “Die deutsche Frage“ ein ganz anderes Thema aufgegriffen und auf anspruchsvolle Weise ausführlich abgehandelt. Das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ hatte über viele Jahrhunderte in Europa die staatliche Ordnung bestimmt; der dreißigjährige Krieg stürzte Deutschland ins Unglück und vernichtete seine europäische Vorrangstellung. Der korsische Napoleon löste im Jahr 1806 dieses Reich ganzheitlich auf.

Simon schildert in großer Ausführlichkeit die deutschen Versuche, wenigstens die deutschstämmigen Völker zu einem deutschen Reich zusammenzufassen. Aber selbst als man den „Imperator“ Napoleon I. besiegt und unschädlich gemacht hatte, gab es immer wieder Schwierigkeiten; vor allem mit Österreich, das nicht auf seine slawischen Territorien verzichten wollte.

Bismarck gelang schließlich die „kleindeutsche Lösung“, die Österreich ausschloß. Als nach der Niederlage des ersten Weltkrieges Österreich bereit war, sich Deutschland anzuschließen, verhinderten die Alliierten diesen Anschluß. Das „Dritte Reich“ erlebte nur ein paar Jahre des Zusammenschlusses.

Was sich in den Jahren 1806 bis 1871 in Deutschland abspielte, stellt Simon in sehr komplexer, anspruchsvoller Weise dar. — Was die Zukunft noch bringen könnte, ist völlig offen.

Erdmuthe Idris-Schimmel

Simon, Karlheinz: Die Deutsche Frage vom Reichsende bis zur Reichsgründung (1806-1871). 446 Seiten, Leinen, 50 Abbildungen, Euro 19,80. ISBN 978–3–87847–257–5. Grabert-Verlag, Sindelfinger Straße 5/3, 72070 Tübingen

Buchbesprechung:

Woran scheiterte der deutsche Ostfeldzug?

Hans Meiser versteht es meisterhaft, Geschichte so darzustellen, daß das Ganze wie ein spannender Roman wirkt.

Sein neuestes Werk schildert Deutschlands Abwehrkampf gegen den Bolschewismus. Zwei Weltanschauungen standen hier gegeneinander. Auch in Deutschland tobte dieser Kampf der Weltanschauungen; Sieger blieb hier jedoch der Nationalsozialismus unter Hitler. Das Aufblühen Deutschlands paßte den Siegern des 1. Weltkrieges nicht; der 2. Weltkrieg wurde inszeniert. Stalin gedachte, großen Nutzen aus dieser Situation zu ziehen. Indem sich die Europäer gegenseitig zerfleischten, hoffte er, nachdem sie schwach genug geworden waren, den Endsieg des Bolschewismus erlangen zu können. So stand er zunächst scheinbar auf der Seite Deutschlands gegen Polen, in dem Stalin sich auf Deutschlands Seite stellte, d.h. es einfach gewähren ließ. Aber danach war es aus mit der Freundschaft. Deutschland mußte sich auf einen weiteren Krieg einstellen, und zwar auf den gegen das stalinistische Rußland.

Auch dieser Teil des Kampfes um das eigenständige nationale Leben hätte von Deutschland wahrscheinlich gewonnen werden können, denn die von Stalin malträtierten, unterjochten und massenhaft getöteten Sowjetmenschen hatten sich Hilfe von Deutschland und ein Ende der bolschewistischen Unterdrückung erhofft. Viele waren bereit, gemeinsam mit den Deutschen gegen ihre bolschewistischen Machthaber zu kämpfen. Dieses Angebot wurde von Deutschland nur teilweise genutzt. Die Bewohner der besetzten Gebiete wurden nur ungenügend als Bundesgenossen erkannt und gewertet, das Hilfsangebot im Kampf gegen Stalin nur zögernd angenommen. Dazu kam, daß manche der neuen deutschen Herren die Besiegten, die sich anfangs vor allem als Befreite fühlten, hochmütig von oben herab behandelten — eben als Besiegte. Das kostete die deutschen „Sieger“ sehr viel guten Willen der autochthonen Völker.

Man hätte stattdessen versuchen sollen, sie als Freunde und Bundesgenossen zu gewinnen. Das wurde versäumt. Erich Koch, Gauleiter und Reichskommissar für die Ukraine, spielte als Unterdrücker eine verhängnisvolle Rolle, aber längst nicht er allein. Man versäumte, aus den Besiegten Verbündete zu machen, und Alfred Rosenberg, der Reichsminister für die besetzten Gebiete, konnte sich nicht genügend durchsetzen.

„Der Krieg im Osten ging nicht militärisch, sondern politisch verloren.“ Hätte man die von Stalin mißhandelten Völker zu Bundesgenossen gemacht, hätte man höchstwahrscheinlich das menschenverachtende bolschewistische System besiegen und beseitigen können.

Erdmuthe Idris-Schimmel

Meiser, Hans: Deutschlands Abwehrkampf gegen den Bolschewismus. — Leinen, 437 Seiten, 19,80 Euro. ISBN-Nr. 978–3–87842586 A-A-A.- Grabert-Verlag, Postfach 1629, 72006 Tübingen.

Liebe Freunde,
obige Schilderungen sollten uns zum nachdenken und vergleichen anregen. Stalin ermordete millionenfach Menschen im russischen Reich. Die Haltung eines Teils der deutschen Gutsbesitzer wurde von Gauleiter Koch und seinesgleichen imitiert. Hoffende Menschen, die die deutschen Truppen freundlich willkommen hießen, wurden in die Arme Stalins getrieben.

Wie verhielten sich dagegen die siegreichen Alliierten? Sie hätschelten die Deutschen, die sich ihnen andienten. Vernichteten wie Stalin, jedoch nur die deutsche Elite. Verwandelten den Lebensraum des deutschen Volkes in ein umfassendes Umerziehungslager. Blieben bis auf den heutigen Tag als Besatzer im Hintergrund die Fädenziehenden. Ermordeten nicht wie Stalin die Leiber, sondern die Seelen. Die Frage: Wer handelte teuflischer, Stalin oder die Alliierten?

Horst Zaborowski


UDH Nr. 93

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