BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 93  ¦  Mai – August 2010


Freunde — Förderer — Mitglieder

Wir danken Ihnen allen für die Unterstützung mit der Sie unseren Bund für Gesamtdeutschland in den vergangenen Jahrzehnten bedachten. Den Gesetzen der Natur folgend nimmt die Zahl unserer Freunde ab. Obwohl die Lasten sich zwangsläufig auf immer weniger Schultern verteilen, konnten wir mit unserer Stimme weiterhin, Dank Ihrer Unterstützung, für unsere Heimat wirken. Durch die erstrittene Teilnahme (siehe Art. auf → Seiten 3-4, Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland) an der Landtagswahl in NRW konnten wir als einzige Partei auf die Leistungen der deutschen Heimatvertriebenen beim Aufbau der Bundesrepublik Deutschland im Fernsehen und in der Werbung mit Plakaten und Handzetteln aufmerksam machen. Auch im Teletex wurde dargelegt, daß der Bund für Gesamtdeutschland die Rechte der deutschen Heimatvertriebenen vertritt.

Wir haben bewußt in Kauf genommen, in der Werbung auf dieses Thema hinzuweisen, obwohl uns bekannt war, daß es in der Öffentlichkeit kaum Gehör findet. Wir waren es unseren Freunden, die bereits in den Jahren 2000 und 2005 uns bei der Sammlung von Unterstützungsunterschriften halfen und damals selber unseren Bund für Gesamtdeutschland nicht wählen konnten, insbesondere den Freunden, die es nicht mehr erleben konnten, schuldig.

In unserem Freundeskreis und bei den deutschen Heimatvertriebenen verändert sich die Altersstruktur. Die Zahl der Freunde, die bewußt Flucht und Vertreibung mit allen Grausamkeiten erlebt haben, wird kleiner. Der Kreis der Heimatvertriebenen, die dies Schicksal als kleine Kinder erlitten, hat noch am ehesten die Kraft, aktiv mitzugestalten. Der BGD hat sich bei der Gründung bewußt für den Namen Bund für Gesamtdeutschland mit dem Untertitel Ostdeutsche- Mittel- und Westdeutsche Wählergemeinschaft entschieden. Es stand somit von Anfang an fest, daß der BGD seine Kraft für den Erhalt des ganzen deutschen Vaterlandes einzusetzen gewillt ist. Selbstverständlich wurden die Anliegen deutscher Heimatvertriebener von uns vorrangig angegangen. Dies zeigte sich in der → Aktion Privat-Eigentums-Sicherung bereits im ersten Jahr nach unserer Gründung 1990. Trotz des Kniefalls von Bundeskanzler Brandt am 7. Dezember 1970 vor dem Denkmal des Warschauer Ghettoaufstandes wurde diese Privat-Eigentums-Sicherung von der Bundesregierung und der Administration derart toleriert, daß sie im Schriftverkehr (Anmeldung des Privateigentums bei der Bundesregierung) darauf verwies, die entschädigungslose Enteignung des Privat-Eigentums durch die Republik Polen als Maßnahme außerhalb des Völkerrechts wird von der Bundesregierung nicht akzeptiert.

Erst mit Bundeskanzler Gerhard Schröder [SPD] ab Oktober 1998 änderten sich die Antworten der Regierung der Bundesrepublik Deutschland.

Unser Bund für Gesamtdeutschland verstärkte die Aktion, indem wir von der Aktion Privat-Eigentums-Sicherung selber und auch die Privat-Eigentümer, die ihren Anspruch angemeldet hatten, vermehrt an Staatsmänner, Staats- und Regierungschefs Briefe mit unseren/ihren Forderungen verschickten.

Als wir mit diesen Briefen, die nur selten beantwortet wurden und wenn doch, so mit ausweichenden Antworten, nicht weiterkamen, sondierten wir die Lage einer → Klage beim Europäischen Gerichtshof. In der Anfrage wollten wir Auskunft darüber haben, ob bei einer Urteilsfindung durch den Europäischen Gerichtshof die Haager Landkriegsordnung mit einbezogen werden würde. Die Antwort enthielt eine klare Absage mit dem Verweis, daß Handlungen der Republik Polen vor der Gründung der EU und der Installierung des Europäischen Gerichtshofes erfolgten. Wenn die EU auch kein Staat ist und somit nicht der Haager Landkriegsordnung von 1907 beitreten kann, hätte es wohl im Ermessen des Europäischen Gerichtshofes gelegen, Gesetze, die zum Zeitpunkt der (Miß)-Handlungen durch die Republik Polen in Kraft waren und bis dato in Kraft sind, bei der Urteilsfindung mit heranzuziehen. Daß die Aussage des Europäischen Gerichtshofes so ausgefallen ist, beweist, daß dieses Gericht, wie so viele andere Gerichte auf dieser Welt, durch die Macht korrumpiert ist. Bei dieser Sachlage ein Gericht anzurufen, weckt Hoffnungen bei den Klägern, die nicht in Erfüllung gehen können und zudem seelische und finanzielle Belastungen bei ihnen bewirken.

All diese Aktionen beweisen, daß der Rechtsweg ohne Unterstützung durch die politische Lage vergebliches Bemühen ist. Leider ist der übergroße Teil der betroffenen Heimatvertriebenen in gläubiger Abhängigkeit der CDU/CSU verbunden.

Ob die klaren Aussagen und Handlungen zum Schaden der Heimatvertriebenen durch die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ein Erwachen bewirken wird, bleibt abzuwarten.

Unser BGD hat sich gemäß seiner Aufgabe auch der Probleme des gesamten Deutschland in der Gegenwart angenommen. Diese Aktivitäten wurden in unserer Zeitung „Unsere Deutsche Heimat“ und im Internet veröffentlicht.

Demzufolge waren in der Werbung anläßlich der Landtagswahl in NRW unsererseits auch konkrete Vorschläge gemacht worden, die helfen können, insbesondere in NRW die wirtschaftliche Lage der Menschen zu verbessern. (Nutzung der Erdkernwärme im geschlossenen Tiefen-Wärme-Austausch- Verfahren usw.)

Bei Sammlung der Unterstüzungsunterschriften hatte dieser Vorschlag sehr geholfen, die notwendige Zahl der Unterschriften zusammenzubekommen.

Obwohl ein großer Teil unserer Mitglieder und Freunde in den Ostprovinzen des Zweiten Deutschen Reiches geboren wurde, lebten und arbeiteten sie den größeren Teil ihres Lebens in Restdeutschland (auch die DDR gehört dazu).

Durch die Politik der Regierungen der Bundesrepublik Deutschland, über den Anteil der Schuld läßt sich trefflich streiten, ist die erarbeitete Lebensvorsorge sehr vieler Menschen in Gefahr.

Wir brauchen keine Nabelschau zu betreiben. Es ist Tatsache, daß auch unser Lebensnotwendiges nur aus einer intakten Volkswirtschaft erwirtschaftet werden kann. Eine Volkswirtschaft ist leistungsfähig, wenn die erzeugten und erwirtschafteten Güter sich im Ausgleich mit der Währung befinden. Leider ist der Zustand, daß der in Umlauf befindlichen Währung eine etwa gleich große Zahl erzeugter und erwirtschafteter Güter gegenübersteht, schon lange nicht mehr gegeben.

Im Gegenteil: Die Finanzwirtschaft hat sich von der Realwirtschaft abgekoppelt. Diese Bänkster sind fest davon überzeugt, jedenfalls ist das aus ihren Handlungen heraus zu schließen, mit Geld Geld zu vermehren. Dieser Irrglaube, alleine, ohne den Geldkreislauf über die Realwirtschaft zu leiten, könnten Werte geschaffen werden, die der vorhandenen Geldmenge gegenüber wertausgleichend wirken, reißt uns alle in den Abgrund einer Währungsreform. Die Älteren unter uns haben die Währungsreform von 1923 erlebt, die etwas jüngeren nur die vom 21. Juni 1948. Verlierer sind in allen Fällen die Menschen, die mit ihrer Arbeit, ihrer Erwerbstätigkeit, Unterhalt und Rücklagen geschaffen haben. Und spätestens in dieser Situation ist es unverständlich, daß die Heimatvertriebenen ihre gläubige Abhängigkeit zur CDU/CSU nicht überdenken.

Wenn große Teile der Heimatvertriebenen sich mit der Rolle einer in Traditions-Festen gelebten Heimatverbundenheit begnügen, so wird mit der Hätschelung der Banken durch die Bundesregierung, einschließlich der Bundeskanzlerin, nicht nur der „Zuschuß seitens der Bundesregierung“ zu diesen Heimattreffen usw. in Frage gestellt, sondern ein jeder Einzelne ist in seiner Existenz gefährdet. Die unterwürfige Politik der Bundesregierungen gegenüber den Siegermächten in Bezug auf die Rechtsansprüche der Heimatvertriebenen alleine wäre schon ein Grund, bei Wahlen sich gegen diese Politik bzw. Politiker zu entscheiden.

Der dem gesamten deutschen Volk zugefügte Schaden in über sechzig Jahren sollte auch Staatsbürger zum um- oder nachdenken bewegen, um mit ihren Entscheidungen bei Wahlen den Zug in den Abgrund zu stoppen.

Eine Flucht in die Wahlenthaltung ist keine Lösung. Unsere Wahlaussage „Wer nicht wählt — wählt die Anderen“ trifft den Kern.

Die „Anderen“ waren bei der Landtagswahl in NRW klar zu erkennen. Es war die SED-PDS-Nachfolgepartei Die Linke. Ihrem Wahlkampf standen sicherlich sehr große Finanzmittel zur Verfügung. Sie führte einen rücksichtslosen Wahlkampf und überklebte nicht nur die Plakate des BGD, sondern auch die anderer kleiner Parteien. Und es kam ihnen auch nicht darauf an, ab und an Plakate auf den Flächen der sogenannten etablierten Parteien zu kleben.

Sicherlich entscheidet die Plakatierung in einem Wahlkampf noch nicht über das Abstimmungsverhalten der Wähler. Sie beeindruckt jedoch den Wähler mit schwankenden Vorstellungen, den unentschlossenen Wähler.

Wie sich in NRW herausstellte, ist die größte Wählergruppe die der Nichtwähler mit über 40%. Die veröffentlichte Meinung ist bemüht, diese Tatsache durch Verschweigen unter den Teppich zu kehren. Diese Handlungen können weder die Frage nach der demokratischen Legitimation der gewählten Parteien aus der öffentlichen Debatte heraushalten, noch die der Frage, ob diese Form der Demokratie wirklich Volksherrschaft ist.

Horst Zaborowski


UDH Nr. 93

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