BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 93  ¦  Mai – August 2010


Selbsterkenntnis ist der erste Weg…

von R.-D. Gläser

Viele Deutsche, insbesondere Vertriebene, sprechen sich selbst das Recht ab, für die Wiedergewinnung Ostdeutschlands, ihrer Heimat, einzutreten. Das wird mit der Behauptung begründet, daß Deutschland den Krieg angefangen hätte bzw. der einzig Schuldige am Ausbruch des 2. Weltkrieges wäre.

Daß die Vertreibung der Deutschen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße und aus Böhmen und Mähren schon 1848 beim Panslawistenkongreß in Prag als in 100 Jahren zu erreichendes Ziel gesetzt wurde, ist nur wenigen bekannt. Dieses Ziel haben Polen und Tschechen erreicht.

Außerdem wird ausgesagt, daß die Polen, die jetzt in unserer Heimat wohnen, ja auch alle vertrieben worden wären und die Russen Polen ja ein großes Stück Land weggenommen hätten.

Es ist deshalb dringend notwendig, das deutsche Volk über die wahren Kriegsursachen aufzuklären, der Alleinkriegsschuldbehauptung zu widersprechen, die diesbezüglichen Falschaussagen der derzeit Regierenden anzuprangern und auch den Irrtum über die Ausgleichstheorie (polnische „Ostgebiete“ gegen Ostdeutschland) aufzuklären. In der DDR wurde im Geschichtsunterricht wahrheitlich über die Intervention Polens gegen Sowjetrußland unter Mißachtung der Curzon-Linie gelehrt, die zur Grenze, die weit in ukrainisches und weißrussisches Gebiet reichte, führte. Auch in DDR-Lexika wurde das wahrheitsgemäß dargestellt.

Wir müssen deshalb gegen Falschdarstellungen in den Medien Richtigstellungen verlangen und das nicht nur durch vereinzelte Briefe, sondern in geballter Form. Polen bezeichnet deutsche Vertriebene, die Rechtsverwahrungen gegen die Inbesitznahme (also den Raub) bzw. die Enteignung ihres Eigentums erheben, in Antwortschreiben als Angehörige eines Aggressorstaates.

Abgesehen davon, daß Polen seit 1919 alle Nachbarstaaten überfiel, also ein Aggressor-Staat war, sollte den Polen, die unser Land besetzt halten, klargemacht werden, daß sie Angehörige eines Okkupantenstaates und die unmittelbaren Okkupanten sind. Es gibt Polen, die eine weitere Ausdehnung gen Westen anstreben. Man könnte dem nationalsozialistischen deutschen Staat unterstellen, den Feldzug gegen Polen angefangen zu haben, obwohl polnisches Militär zuvor mehrfach in deutsches Gebiet eingefallen war. Doch zum zweiten Weltkrieg (bzw. zuvor europäischen Krieg) kam es durch die Kriegserklärungen Großbritaniens und Frankreichs an das Deutsche Reich, dessen Friedensangebote nach dem Feldzug gegen Polen abgelehnt wurden. Zum von den Westmächten (insbesondere Großbritanien und USA) erstrebten Weltkrieg kam es erst durch die Kriegserklärungen außereuropäischer Staaten an das Deutsche Reich. Ein weiteres „Argument“ der Gegner der Wiedergewinnung Ostdeutschlands ist die Aussage: „Ja, wollen Sie denn Krieg ?“ Denjenigen ist offensichtlich die Aussage aus der Schlußakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa vom August 1975 (Helsinki) „Die Teilnehmerstaaten sind der Auffassung, daß ihre Grenzen, in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht, durch friedliche Mittel und durch Vereinbarung verändert werden können“, nicht bekannt.

Polen hat noch nie den Wunsch nach Versöhnung ausgesprochen, also um Versöhnung ersucht, während die Vertriebenen immer wieder die Verständigung angeboten haben. Es ist abwegig, daß wir um Versöhnung bitten, doch wir sind zur Versöhnung gegenüber Polen bereit, wenn es vorher zu einer Verständigung kommt und Polen bereit ist, seinen Gebietsanspruch auf deutsches Land und „Eigentumsanspruch“ aufzugeben. Eine Verständigung über den Besitz, also die Nutzung deutschen Eigentums wird möglich sein. Die Polen sollten erkennen, daß die deutschen Vertriebenen nicht ihre Feinde sind, während sie sich feindlich gegenüber diesen verhalten.

Von den Regierungen der BRD wird ständig ausgesagt, daß die Vertreibung und Enteignung als völkerrechtswidrig angesehen wird. Doch andererseits erfolgt die Unterstützung der polnischen Forderungen, und anstatt auf der Seite von Angehörigen ihres eigenen Volkes stehen diese Regierungen auf der Seite der Vertreiber. Den deutschen Vertriebenen wird in den Rücken gefallen, ist es da falsch, wenn diese „deutschen“ Regierungen und Parteien als seit Jahrzehnten landesverräterisch handelnd und als Landesverräter bezeichnet werden ? Wenn die deutschen Vertriebenen Erfolg haben wollen, muß das Volk der BRD gleichsam umerzogen werden, damit es sich nicht mehr in Selbsthaß und Selbstverteufelung suhlt, sondern eine wahre nationaldemokratische Regierung wählt, die deutsche Interessen vertritt und auf völkerrechtlicher Grundlage in Verhandlungen die Wiederherstellung Deutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen erreicht und einen Staat errichtet, dessen Staatsräson die strikte Neutralität sein sollte.



UDH Nr. 93

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