BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 93  ¦  Mai – August 2010


Wasch mir den Pelz — aber mach' mich nicht naß!

Nach diesen oder ähnlichen „Volksweisheiten“ werden in diesen Tagen und Wochen Probleme in unserem und auch in anderen Ländern, von der Ebene der Stammtische bis in die der Entscheidungsgremien hinauf „behandelt“. Ich gebe zu, das Wort „behandelt“ ist in diesem Zusammenhang nicht korrekt. Ist in ihm doch der Begriff „handeln“ enthalten. Mit dem Wort „handeln“ wiederum verbinden wir die Hoffnung menschlicher Aktivitäten zum Nutzen der Menschen.

Man braucht kein Hellseher zu sein um zu erkennen, daß die meisten Aktivitäten der Entscheidungsträger in der Bundesrepublik Deutschland, europa- und weltweit nicht unter dem Begriff „zum Nutzen der Menschen“ eingeordnet werden können.

Ein jeder von uns könnte sich, und viele tun es auch, aus der politischen Situation, der Meinungsbildung durch den mündigen Staatsbürger, heraushalten. Leider ist diese Flucht in die Privatsphäre in keinem Fall eine Lösung, und schon gar keine erfolgreiche. Denn die von an den Hebeln der Macht Sitzenden getroffenen Entscheidungen treffen uns alle. Ich benutze das Wort „getroffenen“ bewußt, denn das üblich verwandte Wort „betroffenen“ verharmlost die einem jeden von uns angetane Gewalt durch diese Entscheidungsträger. Die Erziehung in der Bundesrepublik Deutschland, besser als Umerziehung bezeichnet, ist auf Deeskalation ausgerichtet. Wir sollen uns zwar weiterhin mit unserem Nachbarn über ein paar Zweige in unseren Gärten, die über die Grundstücksgrenze hinübergewachsen sind, wenn nötig bis vor den höchsten Gerichten streiten — über die schleichende Enteignung des von einem jeden Staatsbürger in seinem Leben Geleisteten jedoch schweigen.

Die in der Bundesrepublik Deutschland sich über alle staatlichen Institutionen ausgebreitete “Political Correctness“ wurde von George H. W. Bush unter anderem so beschrieben: „…Sie erklärt bestimmte Themen zum Tabu, bestimmte Ausdrükke zum Tabu und sogar bestimmte Gesten zum Tabu. Was als Kreuzzug für Anstand begann, ist umgeschlagen in einen Konfliktherd und sogar in Zensur. Streitende betrachten puren Zwang als einen Ersatz für die Kraft der Gedanken — zum Beispiel indem sie ihren Kontrahenten bestrafen oder verweisen lassen.“

Der Meinungsterror durch die Political Correctness in der Bundesrepublik Deutschland wurde durch die Wirtschafts- und Finanz-Krise aufgeweicht. Die Krise kam über Nacht und war doch von einigen Fachleuten lange vorhergesagt. Und trotzdem, die Reste der „Political Correctness“ sorgten dafür, daß die Verteilung von nicht vorhandenen Finanzmitteln, vornehmlich an Institute, die ursächlich diese Finanzkrise auslösten (skeptisch ausgedrückt geplant haben) in allen Medien als Heldentaten der Entscheidungsträger dargestellt wurden.

Weil Heldentaten, die keine sind, den Helden über kurz oder lang vor die eigenen Füße fallen, werden für uns Normalsterbliche in unvorstellbarer Höhe „Finanzmittel bereitgestellt“.

Im allgemeinen gesellschaftlichen Leben und unter Beachtung der Strafgesetze ist die Übergabe von Eigentum, dessen Eigentümer man nicht ist, eine strafbare Handlung. Nun übergeben die Entscheidungsträger in der Bundesrepublik Deutschland den Hoffenden im weitesten Sinne gesehen Luft. Wobei nichts gegen Luft zu sagen ist, die wir Menschen, wie viele Lebewesen auf dieser Welt, zum überleben brauchen. Im Wirtschaftskreislauf sammelt sich diese Luft in sogenannten Luftblasen, die in unregelmäßigen Abständen platzen.

Um von den nicht nachvollziehbaren Summen, die angeblich zur Rettung von Ländern oder gar der Währung Euro zurückzufinden in unser reales Leben, hier Fakten:

Ohne die Bürger der Bundesrepublik Deutschland zu fragen, wurde von Bundeskanzler Kohl und seiner Regierung der Euro als Bargeld mit Wirkung vom 1. Januar 2002 erstmals als Bargeld eingeführt. Es wurde somit von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland eine Währung außer Kraft gesetzt, die vor ihrer eigenen Gründung am 23. Mai 1949, von den Besatzungsmächten am 21. Juni 1948 in der Trizone und drei Tage später auch in den drei Westsektoren Berlins durch die Währungsreform eingeführt worden war.

Seit 1971 Präsident Richard Nixon die Aufhebung der Golddeckung für den US-Dollar durchsetzte, ist diese Leitwährung eine freie Währung. — Somit eine manipulierbare Papierwährung, die in der Praxis beliebig vermehrt wird. Ebenso ist der Euro eine manipulierbare Papierwährung.

Recht und Moral können nur gemeinsam zum Wohle der Menschen wirken. Der Spruch: Ein Mann — ein Wort spiegelt diesen Anspruch wieder. Vertrauen entsteht in einer Atmosphäre der Achtung und der Verläßlichkeit in Taten zwischen Partnern. Diesem Anspruch genügt die politische Klasse der Bundesrepublik Deutschland nicht. Festzumachen ist dies insbesondere an der ca. 60maligen Änderung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. In diesen Tagen und Wochen an der Verletzung des “Lissabon-Vertrages“ durch die Europäische Zentralbank und den Europäischen Rat. Auch vor Wahlen abgegebene „Versprechen“ der politischen Parteien, die in den meisten Fällen hinterher gebrochen werden, gehören zu den Vertrauen zerstörenden Aktionen der politischen Klasse. Gerade eine Währung kann in einer Volkswirtschaft ihre Aufgaben nur wahrnehmen, wenn sie von den Teilnehmern an dieser Währung akzeptiert, wenn ihr vertraut wird. Dem Euro ist in der Bundesrepublik Deutschland — ganz anders als der DM — kein Vertrauen entgegengebracht worden. Dies mag in den anderen Ländern, die den Euro eingeführt hatten, anders sein. Die Menschen in diesen Ländern hatten in den meisten Fällen nach dem Ende des zweiten Weltkrieges keine Währungsreform hinzunehmen. Es ist etwas anderes wenn ein Währungsschnitt — eine Währungsänderung ist immer mit Verlusten für die Menschen verbunden — erduldet werden mußte, oder ob man von ihm gehört hat. Eine Währung als freie Währung sollte trotzdem eine Abstützung in den Sachwerten eines Landes sowie in den erzeugten Gütern haben.

Der US-Dollar hat diese Abstützung seit langem nicht mehr. Er stützt sich überwiegend auf die militärische Macht. Nur einem Teil der im Markt befindlichen US-Dollars stehen in den USA erzeugte Güter gegenüber. Idealerweise sollte die Geldmenge mit dem Wachstum der realen Produktion wachsen. Davon sind die USA mit ihren 9 Billionen US-Dollar Schulden weit entfernt.

Der Euro wird mit allen modernen Kommunikations-Verdummungs-Methoden als feste Währung dargestellt. Umfragen zufolge ist nur jeder Zehnte Bundesbürger zufrieden mit dem deutschen Nettobeitrag zum EU-Haushalt. Bei Wahlen beteiligen sich immer noch ca. 60% der wahlberechtigten Bundesbürger und wählen in der überwiegenden Mehrheit Parteien, die vehement die EU verteidigen. Der große 40%-Block der Nichtwähler, der Entscheidungen herbeiführen könnte, schweigt weiter. Und so kann die gewählte Minderheit weiterhin ihre Politik zum Schaden des deutschen Volkes fortsetzen.

Es ist an der Zeit, darüber nachzudenken, was geschieht, wenn die Polit-Zocker endgültig die deutsche Volkswirtschaft an die Wand gefahren haben. Wenn wir eines Tages aufwachen und unser Bargeld ist nicht mehr das Papier wert auf dem es gedruckt wurde. Dazu dann noch die Absicherungen eines jeden einzelnen Deutschen, die er sich mühsam und mit großem Fleiß und vielen Entbehrungen in seinem Leben erarbeitet oder erworben hat, nichts mehr wert sind — oder wie bei der Währungsumstellung am 21. Juni 1948 die vorhandenen Immobilien mit einem Lastenausgleich belegt werden — können die bis dato gezähmten Massen dann die Verantwortlichen vor ihrer Flucht ins bereitstehende Flugzeug ergreifen?

Horst Zaborowski


UDH Nr. 93

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