BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 94/95  ¦  September – Dezember 2010


Verantwortung der Alliierten für den Völkermord an Millionen Deutschen

Aus den veröffentlichten Texten der Konferenzen von Yalta und Potsdam sind keine direkten Anweisungen zum Völkermord an den Deutschen herauszulesen. Der geschichtliche Ablauf ist jedoch unzweifelhaft in Dimensionen, die unter den Begriff Völkermord fallen, einzuordnen. Vollzogene Grausamkeiten an deutschen Menschen, Nachfahren der Ureinwohner aus den Gebieten des Zweiten Deutschen Reichs, Frauen, Kindern und Greisen, einschließlich Raub des Privateigentums, ist mit Ausrottung der Ureinwohner von Amerika vergleichbar.

Auch wenn es nicht die Absicht gewesen sein sollte, Millionen Deutsche in einem Völkermord umbringen zu lassen, so blieb die Verantwortung für diesen Völkermord bei den Alliierten — zumal, als die Mordwelle rollte, sie nicht eingriffen. — Die militärische Macht dazu hatten diese Alliierten. Unzweifelhaft ist aus den Aufzeichnungen der alliierten Gespräche in Teheran, Yalta und Potsdam der Wille erkennbar, Millionen Deutscher aus ihren Heimatgebieten zu vertreiben.

Die Alliierten waren in ihrer Siegesgewißheit so berauscht, daß bestehendes Völkerrecht und von ihnen unterschriebene völkerrechtliche Verträge, zum Beispiel die Haager Landkriegsordnung von 1907, in ihren Beratungen kaum Beachtung fanden. Sollten sie trotzdem in lichten Momenten an die von ihnen unterschriebenen und ratifizierten völkerrechtlichen Verträge gedacht haben, dann überwog der in vielen Aussprüchen angekündigte Wille zur Vernichtung des deutschen Volkes und Reichs. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg, im Diktat von Versailles, war bereits der gleiche Wille erkennbar, mit vorhersehbar nicht zu erfüllenden Auflagen eine Vernichtung des deutschen Volkes und Reiches auf den Weg zu bringen. Die Führung des Deutschen Reichs lag damals, wie allgemein bekannt, in den Händen Kaiser Wilhelm II. Womit die alliierte Propaganda im Zweiten Weltkrieg, die vorgab, gegen das NS-Regime zu kämpfen, sich als Lüge offenbarte. War der Vertrag von Versailles in den Hinterköpfen der „Staatsmänner“ in Yalta und Potsdam gegenwärtig?

Dies ist die entscheidende Frage!

Hatten die Alliierten des Zweiten Weltkrieges die völkerrechtliche Lage aus ihren Überlegungen völlig gestrichen oder war es ein Versehen, die bedingungslose Kapitulation des Zweiten Deutschen Reichs nicht herbeizuführen? Allein mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht war der Tatbestand einer bedingungslosen Kapitulation des Zweiten Deutschen Reichs nicht vollzogen worden! Die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht konnte unter Beachtung des zwingenden Völkerrechts einen Präliminarfrieden oder Waffenstillstandsvertrag zwischen den Alliierten und dem Völkerrechtssubjekt Deutsches Reich nicht ersetzen.

Mit der fixen Idee bei den Alliierten, wie diese aus den Aufzeichnungen der Gespräche in Yalta und Potsdam ersichtlich wurde, auf biegen und brechen eine bedingungslosen Kapitulation herbeizuführen, verabschiedeten diese sich von allen diplomatischen Regeln wie diese mit dem westfälischen Frieden vom 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück völkerrechtlicher Standard in Europa geworden waren.

Eine Gegenüberstellung der Lage bei Ende des Ersten und des Zweiten Weltkrieges: gemäß dem Staats- und Völkerrecht zwischen den Alliierten und dem Deutschen Reich.

Am 9. November 1918 verkündete Reichskanzler Max von Baden, ohne dazu letztendlich berechtigt gewesen zu sein, die Abankung von Kaiser Wilhelm II. und dessen Sohn, des Kronprinzen.

Am 19. Januar 1919 fanden die Wahlen zur verfassunggebenden Nationalversammlung statt.

Am 11. Februar 1919 wählte die Nationalversammlung Friedrich Ebert zum ersten Reichspräsidenten. Obwohl Reichspräsident Ebert nicht gemäß der Weimarer Verfassung vom deutschen Volk gewählt, war er der Unterzeichnungsberechtigte für einen Friedensvertrag. Der Friedensvertrag von Versailles wurde am 28. Juni 1919 von Herrn Hermann Müller, Reichsminister des Auswärtigen, und Reichsminister Dr. Bell unterzeichnet. Diesem völkerrechtlichen Akt ging am 11. November 1918 die Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages für das Deutsche Reich im Wald von Compiègne durch Matthias Erzberger voraus.

Deutsche Menschen wurden bereits nach dem Ersten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertrieben. Viele unserer Landsleute wurden dabei auch ermordet und ein großer Teil seines Eigentums beraubt. Der wesentliche Unterschied gegenüber 1945 war jedoch, das Deutsche Reich bestand; es war aus eigener Kraft handlungsfähig. Nach dem 8. Mai 1945 hatte das Deutsche Volk nicht einmal eine Chance, wie 1918/19, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Mit dem bedingungslosen Willen der Alliierten, sich über alle ihre unterschriebenen und ratifizierten völkerrechtlichen Verträge hinwegzusetzen, schufen diese auf dem Boden des Zweiten Deutschen Reichs das größte Internierungslager für ein 80-Millionen-Volk in dieser Welt. Den Deutschen nach 1918 war bewußt, daß sie als Person und als Volk wirtschaftlich ruiniert wurden. Nach 1945 ist leider dem überwiegenden Teil des Deutschen Volkes dieses Bewußtsein abhanden gekommen.

In einer über sechzigjährigen Umerziehung wurden nicht nur ihre Gehirne umgepolt, sondern es wurden ihnen auch ihre Seelen geraubt.

Horst Zaborowski


UDH Nr. 94/95

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