BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 96  ¦  Januar – April 2011


Buchbesprechungen

Balance of Power

Die Heuchelei der Anglo-Amerikaner

Helmut G. Wartenberg

„Seit mehr als zwei Jahrhunderten und bis an die Gegenwart heran ist die sog. balance of power, das Gleichgewicht der Kräfte auf dem Kontinent, die wichtigste Grundlage britischer Außenpolitik gewesen.“ London verstand darunter eine Politik, nach der sich Großbritannien „immer mit anderen Mächten gegen die stärkere Kraft auf dem europäischen Festland zu verbinden hatte, um diese nicht zu mächtig werden zu lassen“. So sei es nacheinander mit gegenüber Portugal, Spanien, den Niederlanden, Frankreich und auch gegenüber dem Deutschen Reich geschehen. So konnte das britische Empire im 18. und 19. Jahrhundert aufgebaut werden. Es beherrschte mit seinem Kolonialreich weite Teile der Welt, insbesondere die Weltmeere mit seiner unangefochtenen Flotte. Englisch wurde zur Lingua franca, zur allgemeinen Handelssprache der ganzen Welt, die Pax Britannica zur Grundlage der Weltordnung.

Als nach der Reichseinigung 1871 dem englischen Weltreich in dem neuen deutschen Staat und in seiner rasch aufblühenden Wirtschaft ein Konkurrent entstand, der auch über die Weltmeere ausgriff und als letzter europäischer Staat sich Kolonien zulegte, handelten die an der Themse herrschenden konservativen Kreise wieder einmal nach der im Grunde bereits damals unzeitgemäß gewordenen balance of power. Seit den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts erschienen in der britischen Presse immer wieder Grundsatzartikel, die darauf hinwiesen, daß England eine militärische Front gegen das aufblühende Deutsche Reich aufbauen müsse, um diesen Mitbewerber durch Krieg auf dem Weltmarkt auszuschalten.

Der Erste Weltkrieg war die Folge, für dessen Sieg Großbritannien große Zugeständnisse und Verpflichtungen gegenüber den USA eingehen mußte. Bei den Friedensverhandlungen in Versailles konnte London der sich bietenden Möglichkeit nicht widerstehen, das Reich für lange Zeit durch härteste Bedingungen niederzuhalten.

Zu spät erkannten die Briten, daß sie ihr eigenes Weltreich gefährdet hatten und der lachende Erbe in Washington schon wartete. Dennoch verrannte sich Churchill im Zweiten Weltkrieg erneut in denselben Fehler, verbündete sich mit dem Bolschewismus und wurde durch seine unbedingte Kriegspolitik gegen Deutschland zum Totengräber des Empires und des bis dahin weltweit tonangebenden Europas.

Mit dem roten Faden der Auswirkung dieser balance of power wird in dem vorliegenden Buch die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert dargestellt. Die Auswirkungen dieser Anschauung kamen selbst noch in Margret Thatchers Versuchen, die deutsche Wiedervereinigung 1989/90 zu verhindern, zum Tragen. Inzwischen haben die USA das britische Erbe übernommen und führen weltweit militärische Angriffskriege zur Stabilisierung ihrer Vorherrschaft.

Harro Bosse

Helmut G. Wartenberg: „Balance of Power. Die Heuchelei der Anglo-Amerikaner“, 538 Seiten, Literaturverzeichnis, Personenverzeichnis. Grabert-Verlag, Postfach 1629, 72006 Tübingen, ISBN 978-3-87847-244-5, ISSN 0564-4186. 19,80 €.


Ausplünderung Deutschlands seit 1919

Die Bundesrepublik Deutschland zahlt noch immer für die Reparationen aus dem ersten Weltkriege. Außerdem ist Berlin nach den USA der zweitgrößte Zahler für die internationalen Vereinigungen um die UNO herum! Und „Zahlmeister“ der EU ist die Bundesrepublik Deutschland insofern, als sie den bei weitem größten Nettobetrag zum Etat dieser Staatengemeinschaft beiträgt.

Derartige Notizen findet man bereits auf dem Schutzumschlag, aber das neueste Werk von Hans Meiser liefert ein ganzes Buch voller solcher finanziellen Vorkommnisse — alle sauber in Euro umgerechnet.

„Nach 1918 und 1945 konnten die Alliierten Deutschland ungehemmt in einem unvorstellbaren Maße ausplündern. Über 18 Billionen Euro — eine unvorstellbare Summe, um die das deutsche Volk betrogen wurde. Die Folgen dieses Aderlasses zeigen sich immer mehr in der wachsenden Armut Deutschlands, am Abschmelzen seiner Substanz, besonders im Bildungswesen!“

Meiser teilt die Thematik in vier große Abschnitte:

1.

Reparationen und Verluste

1919-1932

2.

Ausplünderung Deutschlands

1944-1954

3.

Wiedergutmachung als Tributform der Gutmenschen

nach 1945
4.

Als Zahlmeister der Welt

bis ?

Nicht immer ließen sich exakte Werte erkennen oder errechnen. Das gilt für den Wert des den Deutschen in Ost und West geraubten Landes und seiner Wirtschafts- und Kulturgüter. Oft betonen die angegebenen Quellen, daß Mindestzahlen angeführt werden und man die unterste Grenze bei Abschätzungen einsetzt. „Trotzdem kommt der unfaßbare Betrag von insgesamt mehr als 18 Billionen Euro heraus, der den Deutschen auf irgendeine Art in den letzten 100 Jahren entzogen wurde:
18000 Milliarden Euro!

Ein letzter Abschnitt befaßt sich mit dem Tabu-Thema „Asylanten-/Migrationskosten“. Hierzu hat der „Tabu-Brecher“ Thilo Sarrazin seine Stimme erhoben, und zwar so laut, daß eine größere Hörerschaft erreicht werden konnte. Ob hierauf Änderungen erfolgen werden, bleibt leider völlig offen. Wir Deutschen wissen es ja: „Bis in die dritte Generation müßt Ihr fronen!“

Meiser, Hans: Ausplünderung Deutschlands ab 1919. 260 Seiten, Leinen, 60 Abbildungen, € 19,80 Grabert-Verlag, Postfach 1629, 72006 Tübingen.

Buchtitel Meiser: Ausplünderung Deutschlands seit 1919

Erdmuthe Idris-Schimmel


Liebe Freunde,
es ist ein Glück, daß es Deutsche wie Hans Meiser gibt, die sich der Mühe unterziehen, Fakten zusammenzutragen.

Ich selbst kann als Zeitzeuge berichten, daß aus den Werken in Duisburg ab Kriegsende Maschinen jeglicher Art von den Alliierten abtransportiert wurden. Zum Beispiel: Schweißmaschinen, Drehbänke usw. Alles Maschinen, die zum Aufbau unseres zerstörten Heimatlandes dringend gebraucht wurden.

Ich hatte mich bei Kriegsende schwerverwundet der Gefangenschaft entzogen und war untergetaucht. Die Bevölkerung wurde durch öffentliche Aufrufe, Plakate usw. aufgefordert, geflohene Soldaten zu melden. Auf den Plakaten wurde dem, der einen geflohenen Soldaten versteckt hielt, die Todesstrafe angedroht.

Meine Gedanken sind oft bei den Menschen, die mir auf der Flucht innerhalb meines Heimatlandes trotz der von den Alliierten angedrohten Strafe geholfen haben.

Ganz besonders danke ich meinem Arzt, der mich bereits als Kind versorgt hatte. Er verriet mich nicht und betreute mich medizinisch auch unter dieser Strafandrohung. Er ist verstorben, und so kann ich seinen Namen nennen: Dr. med. Schlüter.

Horst Zaborowski


UDH Nr. 96

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