BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 96  ¦  Januar – April 2011


Dresden

Sir Winston Churchill erhielt am 10. Mai 1956 den Karlspreis der Stadt Aachen. Der Text der überreichten Medaille lautet:
1955 Karlspreis der Stadt Aachen für Winston Churchill. Hüter menschlicher Freiheit — Mahner der europäischen Jugend.
Vergessen wurde der Eintrag — Schlächter von Dresden.


Ruine der Dresdner Frauenkirche Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens. Dieser heitere Morgenstern der Jugend hat bisher der Welt geleuchtet. Ich weiß, daß in England und Amerika gute Geister genug vorhanden sind, denen das göttliche Licht der Sixtinischen Madonna nicht fremd war und die, von dem Erlöschen dieses Sterns allertiefst schmerzlich getroffen, weinen.

Und ich habe den Untergang Dresdens unter den Sodom- und Gomorra-Höllen der feindlichen Flugzeuge persönlich erlebt. Wenn ich das Wort »erlebt« einfüge, so ist mir das jetzt noch wie ein Wunder. Ich nehme mich nicht wichtig genug, um zu glauben, das Fatum habe mir dieses Entsetzen gerade an dieser Stelle in dem fast liebsten Teil meiner Welt ausdrücklich vorbehalten. Ich stehe am Ausgangstor des Lebens und beneide alle meine toten Geisteskameraden, denen dieses Erleben erspart geblieben ist. Ich weine. Man stoße sich nicht an dem Wort weinen; die größten Helden des Altertums, darunter Perikles, haben sich seiner nicht geschämt. Von Dresden aus, von seiner köstlich gleichmäßigen Kunstpflege in Musik und Wort, sind herrliche Ströme durch die Welt geflossen, und auch England und Amerika haben durstig davon getrunken. Haben sie das vergessen?

Ich bin nahezu dreiundachtzig Jahre alt und stehe mit einem Vermächtnis vor Gott, das leider machtlos ist und nur aus dem Herzen kommt: Es ist die Bitte, Gott möge die Menschen mehr lieben, läutern und klären zu ihrem Heil als bisher.

 

Chronologie der Opferzahlen

13./14.2.1945 Anglo-amerikanische Luftangriffe auf Dresden.

1955 Der stellvertretende Vorsitzende des Ministerrates der DDR, Hans Loch, erklärt, es seien mehr als 300 000 Menschen getötet worden.

10.12.1964 Der britische Historiker D. Irving schreibt, er habe den ungekürzten Tagesbefehl Nr. 47 des Befehlshabers der Ordnungspolizei Dresden vom 22. März 1945 geprüft und für echt befunden. Danach wurden bis zum 2. März 1945 insgesamt 202 040 Tote festgestellt.

2.12.1974 Der Dramatiker und Publizist Rolf Hochhuth beziffert in einem Interview im Deutschen Fernsehen die Zahl der Toten mit 202 000.

1981 Der amerikanische Historiker Alfred de Zayas schreibt in seinem Buch „Die Anglo-Amerikaner und die Vertreibung der Deutschen“ von 300 000 Toten in Dresden als „absoluter Untergrenze“.

April 1985 Im „Askania Annual“ wird die Erklärung des damaligen 1. Generalstabsoffiziers des Verteidigungsbereichs Dresden, des späteren Oberstleutnants der Bundeswehr, Eberhard Matthes, veröffentlicht. Danach wurden 35 000 Leichen „voll identifiziert“, 50 000 „teilidentifiziert“, außerdem gab es „168 000 Opfer, an denen es nichts mehr zu identifizieren gab“.

31.7.1992 Die Landeshauptstadt Dresden teilt mit, „eine Zahl von 250 000 bis 300 000 Opfern dürfte realistisch sein“.

18. 5.1993 Die Landeshauptstadt Dresden schreibt, wenn man davon ausgehe, daß mindestens 35 000 Menschen den Tod gefunden haben, dann ließe diese Zahl „nach oben alles offen“.

März 1994 Das Militärgeschichtliche Forschungsamt Freiburg meint, es seien mehr als 200 000 Tote zu beklagen.

Januar 1995 Die Landeshauptstadt Dresden führt in ihrem Begleitbuch zur Ausstellung „Verbrannt bis zur Unkenntlichkeit“ aus, daß angeblich nur ca. 25 000 Menschen getötet wurden.

Warum?

Leben in unserer schönen Heimat deutsche Menschen, die einen Mörder vertriebener und geschundener Menschen — die glaubten, noch einmal davongekommen zu sein — der sie mit den Flammentod in einem Phosphorregen ins Jenseits befördern ließ, mit Ehrungen auszeichnen?

Warum müssen in einer deutschen Behörde verantwortliche Beamte Meldungen herausgeben wie die der Landeshauptstadt Dresden vom Januar 1995?

Kannten diese Beamten in ihrer Nachbarschaft keine Opfer dieses Völkermordes?

Hatten sie sich bemüht, in Gesprächen mit Überlebenden der Wahrheit näher zu kommen?

Ist es wirklich so, daß die politische Klasse der Bundesrepublik Deutschland dort, wo jeder Mensch ein Rückgrat besitzt, einen Euro- oder Dollar-Strang hat?

Horst Zaborowski


Ich glaube an die Wahrheit;
sie zu suchen, nach ihr zu forschen
in und um uns,
muß unser höchstes Ziel sein.
Damit dienen wir vor allem dem Gestern
und dem Heute.

Ohne Wahrheit gibt es keine Sicherheit
und keinen Bestand.
Fürchtet es nicht,
wenn die ganze Menge aufschreit,
denn nichts auf der Welt
ist so gehaßt und gefürchtet wie die Wahrheit.

Letzten Endes wird aber jeder Widerstand
gegen die Wahrheit zusammenbrechen
wie die Nacht vor dem Tag.
Theodor Fontane (1819 – 1899)

UDH Nr. 96

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