BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 96  ¦  Januar – April 2011


Erschlagen — verscharren — vergessen

In dieser (Geistes)-Haltung befanden sich Millionen Vertreiber bei ihrer an unserer 15 Millionen deutschen Landsleute bei Kriegsende 1945 begangenen Vertreibung aus der angestammten Heimat, einschließlich des an ca. drei Millionen Deutschen begangenen Völkermordes. Diese Vertreiber-Haltung konnte sich unter dem Deckmantel des „eisernen Vorhanges“ uneingeschränkt entwickeln und festigen. Wer die Hoffnung hatte, daß mit Öffnung des eisernen Vorhangs auch die (Geistes)-Haltung bei den Vertreibern ein Umdenken bewirken könnte oder zum mindesten ein Eingeständnis der begangenen Taten, von einer Entschuldigung ganz zu schweigen, sah sich enttäuscht.

Im Gegenteil, die Alliierte-Umerziehungs-Propaganda war sehr erfolgreich. In drei Generationen der nach dem Kriege geborenen Deutschen wurde das Bewußtsein für Recht und Unrecht ausgehebelt. Dazu kam, daß unsere Erlebnisgeneration, in ihrem Obrigkeitsdenken verhaftet, zeitungsgläubig wie eh und je, ein leichtes Opfer geworden war.

Wie so oft in der deutschen Geschichte waren es die eigenen Landsleute, die zu den größten Gegnern unseres deutschen Volkes wurden. — Ebenso gilt es, um der Wahrheit willen zu bezeugen, daß auch immer in der Geschichte unseres Volkes ein Fähnlein der Aufrechten sich zum Kampfe stellte.

Im Ostpreußenblatt Nr.48 vom 4.Dezember 2010 und Nr. 49 vom 11. Dezember 2010 wurden unter den Titeln:
„Die ostdeutsche Eigentumsfrage ist offen“
und unter
„Die Rechtslage in Polen ist heute zu“
über die staats- und völkerrechtliche Fachtagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen und der Landsmannschaft Ostpreußen e.V. in Verbindung mit der Studiengruppe für Politik und Völkerrecht 25./ 26. Oktober 2010, Ostheim, Bad Pyrmont unter der Wiss. Leitung: Prof. Dr. Hans-Detlef Horn, Prof. Dr. Dr. h.c. Gilbert H. Gornig, berichtet.

Referenten waren:

Diese hochgradigen „Fachleute“ wurden in überwiegender Mehrheit nach Kriegsende 1945 geboren. Somit gründet sich auch das Fachwissen bei der überwiegenden Mehrheit auf Überlieferungen. Wenn wir in einer Welt leben würden, in der die Rechtsauffassungen über Jahrtausende aus der Antike, aus dem römischen Recht herleitend in einer logischen Folge die politischen Entwicklungen des Westfälischen Friedens usw. einschließend, praktizierendes Recht geworden wäre, könnte den vorgetragenen Beiträgen eher geglaubt werden. So jedoch ist bereits auch ein hohes Maß an Mißtrauen angebracht. Aus dem in ihrer beruflichen Tätigkeit Ersichtlichen ist ein Bemühen um die Erfassung der Problematik erkennbar.

Aus Sicht der Privat-Eigentums-Sicherung PES, die vom Bund für Gesamtdeutschland BGD initiiert wurde, erheben wir Einspruch gegen die auf der Tagung in Bad Pyrmont erfolgte gemeinsame Behandlung von Staats-Eigentum und Privat-Eigentum. Wir sehen nicht ein Problem in der Behandlung dieser Themen an und für sich. Wir wehren uns nur gegen eine unterschwellige Schlußfolgerung, diese Problemfelder wären nur unter einer einheitlichen Rechtsgrundlage behandelbar. Weiterhin beanstanden wir, daß ein Eingehen auf die sich aus internationalen Verträgen ergebende Rechtsgrundlage kaum Beachtung fand (zum Beispiel die Haager Landkriegsordnung von 1907).

Unserer Auffassung nach ist Grundlage eines jeden Ausgleichs das Einvernehmen über den Rechtszustand am Tage des Beginns der Auseinandersetzung! Wer dazu nicht bereit ist, ist auch nicht gewillt, auf dieser Grundlage einen Ausgleich anzustreben. Ehrenwerte Verhandlungen sind nicht zu erwarten. Die Auffassung „Macht geht vor Recht“ kann nicht besser und klarer dargelegt werden.

Wir betrachten daher Bemühungen der Art wie diese der Tagung in Bad Pyrmont, daß sie dem erschlagen — verscharren — vergessen aus den letzten Kriegstagen ein Leichentuch überstülpen mit der Aufschrift Verständigung!

Im Auftrag der Aktion Privat-Eigentums-Sicherung PES

Horst Zaborowski


UDH Nr. 96

Sprung zur Indexseite Sprung zur Seitenübersicht