BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 96  ¦  Januar – April 2011


Heimat Schlesien und Sudetenland

Unsere Freunde aus Schlesien und dem Sudetenland, die ihre Heimat noch bewußt erleben dürfen, hoffen darauf, daß die Generation, die nach der Flucht geboren wurde, mit der Muttermilch die Liebe zur Heimat in sich aufgenommen hat. Diese Hoffnung erfüllt sich in vielen Fällen, wie die Heimattreffen beweisen.

Die Umerziehung hat jedoch auch in den Reihen der Heimatvertriebenen „gewütet“. Dies konnte geschehen, weil es gutgläubige aus Schlesien und dem Sudetenland gab, die den Lügen der alliierten Propaganda glaubten, selbst wenn in ihrem eigenen Verwandten- und Bekanntenkreis die in den Propagandamärchen aufgelisteten Verbrechen nicht bekannt waren.

Wer die an ihm selbst begangenen Verbrechen während der Vertreibung durchlitten hatte, war vollauf damit beschäftigt, sein eigenes und persönliches Überleben zu bewältigen. Da blieb dem einzelnen keine Zeit für ein „sich wehren“ gegen Propagandalügen, selbst wenn diese noch so dick aufgetragen wurden.

Dazu kam noch, daß aus der politischen Organisation, dem BHE, einige den Lockrufen der CDU folgten und damit nicht nur ihre Mitstreiter, sondern auch ihre Heimat verraten haben.

Der Weg war somit frei für eine Einbindung der aktiven Heimatvertriebenen in sogenannte „parteiunpolitische“ Organisationen wie den BdV usw. Die sich bildenden Landsmannschaften verkleinerten ihre Orientierung auf die sie vertretenden Landsleute aus den jeweiligen Gebieten des Deutschen Reichs. Somit war erneut sichergestellt, daß ein gemeinsam erlittenes Schicksal seine Bindungskraft an eigensüchtige Erwartungen verloren hat. Damit war das an und für sich schon kleine Häuflein der betroffenen Landsleute, von ca. 15 Millionen Heimatvertriebenen auf ca. ein Drittel der sich in diesen Organisationen Zusammengefundenen geschrumpft.

In der Bundesrepublik Deutschland agierende politische Parteien umwarben die fünfzehn Millionen Heimatvertriebenen. Wer erinnert sich an die Wahlwerbung „Dreigeteilt niemals“?

Selbst in der politischen Klasse und ihren Administrationen waren in den ersten zwanzig Jahren nach Kriegsende noch Deutsche tätig, die entweder die Schrecken der Vertreibung erlebt hatten oder noch so nahe bei ihren Eltern waren, daß der Gedanke an die Heimat weiterlebte.

In der Zwischenzeit sind dreimal zwanzig Jahre ins Land gegangen. Drei erwachsene Generationen stehen in der politischen und wirtschaftlichen Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland.

Aus der Erlebnisgeneration nahmen viele, als sich die Gelegenheit bot, die Möglichkeit wahr, in die Heimat zu reisen. Ebenso viele nahmen davon Abstand, um nicht an das zugefügte brutale Leid erneut erinnert zu werden. Der Anblick der zerstörten Heimat hat bei denen, die trotzdem hinfuhren, auch Narben aufgerissen, die mühsam in einem halben Menschenleben fast geheilt waren.

Es hat eine neue Vertreibung eingesetzt. In dem so mühsam erreichten Lebensraum auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland erfolgt die Vertreibung bis über den eigenen Tod hinaus, indem der Geburtsort in den Sterbeurkunden oftmals nicht anerkannt wird. Als Nachbarn umgeben uns Menschen aus allen Völkern dieser Welt. Um uns Alte zu pflegen kommen die Nachkommen der Völker, die uns damals vertrieben haben, in unser Heim.

Horst Zaborowski


UDH Nr. 96

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