BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 97  ¦  Mai – August 2011


Buchbesprechung:

„Das Schweigen der glücklichen Sklaven“

Die letzte Chance zum Ausstieg aus der Globalisierung

Es mag zwar hinnehmbar sein, wenn Teilgebiete des menschlichen Lebens auf globaler Ebene stattfinden. Beispielsweise der Export und Import von Waren oder der weltweite Tourismus. Auch die großen monotheistischen Religionen, wie Judentum, Christentum und Islam missionieren weltweit. Wegen der globalen, ständigen Berichterstattung durch die Medien ist den meisten Menschen jedoch das Bewußtsein für die Gefahren der Globalisierung abhanden gekommen. Besonders dann, wenn es um die politische Globalisierung geht. Im hier untersuchten Fall geht es um die Errichtung einer einzigen Weltregierung, die selbstverständlich unter US-amerikanischer Führung steht. Die Nachteile einer globalen Einheitsregierung werden sorgsam verschwiegen, geleugnet, verharmlost oder wie von maßgeblichen Institutionen sogar geheim gehalten. (Bilderberger, Logen, Trilaterale, CFR, Religionen usw.)

In das so entstandene Aufklärungsdefizit greift nun Melisch mit seinem Buche ein. Er durchleuchtet die Verflechtungen und die Beziehungen der Globalisten, schärft den Blick für die Problematik und fördert das Bewußtwerden der schleichenden Gefahr, die auf die Völker und die Menschheit zukommt. Das besondere Verdienst Melischs ist es, daß er den US-Chef-Strategen Thomas Barnett dem deutschen Publikum nahe bringt. Dieser Mann hat bereits drei Bücher veröffentlicht, doch keines liegt in deutscher Sprache vor. Melisch gibt nun abschnittsweise gute Übersetzungen, so daß Probleme und Gefahren der Globalisierung anschaulich und somit auch verständlich werden.

Es folgen Barnetts Thesen in Kurzform:

  1. Ziel ist eine Weltregierung unter US-amerikanischer Führung.
  2. Individuen, die sich diesem Ziel widersetzen, sollen getötet werden. Nationen, Völker oder Staaten, die sich widersetzen, werden mit Krieg überzogen. Kein Staat hat das Recht, sich mit Waffengewalt zu verteidigen.
  3. Alleiniges Zahlungsmittel soll der „Amero“ sein, das ist in etwa eine Verbindung von Euro und Dollar.
  4. Alle Bodenschätze, Energiereserven, Wasser und Nahrungsmittel gehören allen.
  5. Kein Staat darf Gesetze erlassen, die Kapitalflüsse, Zins und Zinseszins, Investitionen und Menschenströme ins Land hinein und hinaus, behindern oder unmöglich machen. Desgleichen darf kein Einsatz des US-amerikanischen Militärs behindert werden.

Da hat schon George W. Bush 2002 ein deutliches Signal gesetzt in „Security Strategy of the USA“. Darin wurden zwei Begriffe geprägt, die zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte auftauchten und Barnetts Thesen exemplarisch stützen.

  1. Die schöpferische Zerstörung von Staaten und
  2. Die vorweggenommene Notwehr (Verteidigung).

Soweit, so schlecht! Doch gegen Ende seines Buches zeigt Melisch einige Fakten auf, die hoffnungsvoll stimmen und fast unbemerkt von unseren Medien sich ereigneten.

Im Juni 200l anläßlich eines Treffens wurde die SCO (Shanghai Cooperation Organisation) gegründet. Mitglieder sind: China, Rußland, Kasachstan, Usbekistan, und Kirgisien. Bis 2007 schlossen sich weitere Staaten an: Tadschikistan, Mongolei, Indien, Pakistan, Nepal, Turkmenistan, Sri Lanka und Weißrußland als Beobachter. Zunächst waren die Ziele Kampf gegen Terror, Extremismus und Separatismus. 2007 beschloß SCO die Erweiterung zum kollektiven Verteidigungspakt. 2008 wurde Iran assoziiertes Mitglied.

In Venezuela indessen entstand in Lateinamerika der erste Aufstand gegen die Globalpolitik. Am Ende war Hugo Chavez Präsident.

In Bolivien, einem der ärmsten Länder in Südamerika, kam erstmals ein Indianer an die Macht: Evo Morales; er machte sich Chavez zum Vorbild und verstaatlichte sofort Öl- und Gasvorkommen, sehr zum Nachteil der US-amerikanischen Konzerne, aber sehr zum Vorteil des eigenen Landes.

Weitere Staaten, die sich langsam aus den Fängen der nordamerikanischen Konzerne lösen.

Brasilien und Argentinien, zwei Staaten, die ihre Schulden an den IWF (Internationaler Währungsfond) und Weltbank frühzeitig zurückzahlten und somit den US-amerikanischen Einfluß auf ihre Länder erheblich vermindern konnten.

Obwohl nicht alle Aspekte einer Globalisierung unbedingt nachteilig sind, muß als Ergebnis dieses großartigen Buches feststehen: Eine Welteinheitsregierung unter amerikanischer Führung (inclusive Extremkapitalismus) kann und darf es nicht geben!

Siegfried Neubacher

Richard Melisch: Das Schweigen der glücklichen Sklaven. 480 Seiten, gebunden ¤ 19,80. Hohenrain-Verlag, Tübingen 2010


UDH Nr. 97

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