BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 97  ¦  Mai – August 2011


Der Euro ist gescheitert

Was von vielen Finanzfachleuten vorausgesagt wurde, entwickelt sich zur Wirklichkeit: Der Euro als Währung für Süd- und Nordeuropa ist gescheitert. Die Euro-Länder Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und auch Italien haben an Konkurrenzfähigkeit dramatisch verloren. Die Abwertung einer nationalen Währung zur Ankurbelung der Exporte ist auf Grund der geschaffenen Einheitswährung nicht mehr möglich. Zusätzlich wirkt sich die Globalisierung immer negativer auf die einzelnen Volkswirtschaften aus. Dadurch wurden die Lohnkosten zum Mass aller Dinge. Es wird lieber billig aus Niedriglohnländern importiert, da sich die Produktion im eigenen Land nicht mehr rechnet (USA). Die Globalisierer kümmern sich weder um Naturschutz noch um Menschenrechte — es zählt ausschliesslich und gnadenlos der Profit. Auch das Finanzwesen wurde planmässig international verflochten. Erst der freie Kapitalverkehr, eine der vier Freiheiten der EU, hat die Möglichkeiten des Finanzbereichs bis zu den verheerenden Auswüchsen ermöglicht und staatliche Kontrollen und Einschränkungen weitgehend ausgeschaltet.

Zwischenzeitlich sind die Banken und das internationale Finanzsystem übermächtig und kaum noch zu kontrollieren. Die Banken nötigten die Politiker, ihre durch Verantwortungslosigkeit und Profitgier ›erwirtschafteten‹ Verluste mit Steuergeldern auszugleichen und kassieren selbst noch unverschämt hohe Abfertigungen. Den Forderungen der Banken wird seitens der Politik immer wieder nachgekommen, da man ja Banken nicht pleite gehen lassen will. In den USA geht das, da sind allein in diesem Jahr 143 Banken bankrott gegangen. Nun soll der ›Rettungsschirm‹ für die PIIGS-Staaten auf 1 Billion Euro erhöht werden. Jedenfalls wollen EU-Finanzpolitiker wie der deutsche Bundesbankchef Axel Weber die Märkte wieder beruhigen, indem sie feststellen: »Der Euro bleibt — um jeden Preis!« Das half aber nichts, denn im Gegensatz zur leichtgläubigen Bevölkerung und den hilflosen Politikern lassen sich Finanzinvestoren nicht mit unhaltbaren Versprechungen hinters Licht führen; die Renditen für Staatsanleihen der Problemländer stiegen gleich am Folgetag auf neue Höchststände.

Sparmassnahmen gelten in der EU-Verwaltung nicht für jeden. Unter der trüben Herbstsonne lässt es sich nur schlecht kreativ nachdenken, und deshalb wird immer im Herbst eine kleine dreitägige Reise nach Madeira organisiert. Hier wird dann über neue Sparmöglichkeiten nachgedacht. Man spart bei dieser Gelegenheit natürlich nicht, denn neue Ideen dürfen schon etwas kosten — den EU-Steuerzahler natürlich. Der britische Telegraph hat kritisiert, dass die diesjährigen ›study days‹ 400.000,– € gekostet haben. Schliesslich fahren bzw. fliegen 250 Abgeordnete, 80 Assistenten und 70 weitere Mitarbeiter zur mühsamen Arbeitssitzung in zwei Fünf-Sterne-Hotels. Übrigens: Schon ein durchschnittlicher EU-Beamter verdient 4.500,– € pro Monat, plus Zulagen und Prämien.

Interinfo Linz Internationaler Hintergrundinformationsdienst für Politik, Wirtschaft und Militär. Folge 384 vom Dezember 2010

UDH Nr. 97

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