BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 98  ¦  September – Dezember 2011


„Opfer“ oder „Tätervolk“ ?

Historische Ereignisse, Fakten und Daten

von Siegbert John


Klage um Deutschland

Ich klage um Deutschland,
nicht, weil es besiegt, zerstückt, entmachtet ist,
ich klage, weil es sein Wesen preis gibt,
weil es seine Seele verrät.
Ich klage um Deutschland,
weil es seine Herkunft vergißt,
um jenes Deutschland,
wo ein Wort noch ein Wort,
Recht Recht,
Treue Treue,
Verrat Verrat war,
wo Korruption fremd und Opportunismus verächtlich war,
wo Pflicht höher stand als Genuß.
Ich klage nicht
um ein erträumtes, nie dagewesenes Land,
sondern ein miterlebtes,
was im Kaiserreich, der Weimarer Republik
und trotz allem im Dritten Reich und danach
noch vorhanden war
und erst jetzt, Jahr um Jahr, entschwindet.

Friedrich Franz von Unruh

Unsere Sorge um den Weltfrieden!

Wer störte und stört weiterhin den Weltfrieden?

Die derzeitigen politischen Ereignisse und die Sorge um den Weltfrieden lassen uns nicht zur Ruhe kommen! Gewalt regiert vor Recht!

Der einstige „Hoffnungs­träger“ UNO erinnert sehr an den Völkerbund. Es wurde und wird viel geredet, dem Recht aber keine Geltung verschafft!

Wir müssen uns fragen: „Weshalb hat das deutsche Volk immer noch keinen Friedens­vertrag? Wird dem deutschen Volk eine sehr beschränkte Souveränität zugestanden, um es auf Dauer erpreßbar zu halten? Weshalb müssen wir uns nach mehr als einem halben Jahrhundert nach Kriegsende immer noch mit der Feind­staaten­klausel und nicht enden wollenden Schuld­zuweisungen abfinden?“

Der englische Historiker Peel tritt mit Vergleichen der Kriegs­propaganda entgegen, die Deutschland (Preußen) als kriegslüstern verzerrt.

Auch Prof. Quincy Wright hat eine interessante Studie veröffentlicht (A Study of War), die Auskunft darüber gibt, in wieweit europäische Mächte prozentual in der Zeit von 1480-1940 an 278 Kriegen beteiligt waren.

Oder anders aufgeschlüsselt: In den letzten 1000 Jahren wurden von Frankreich 185 Kriege geführt, von England 176, von Rußland 151, von Spanien 75, von Deutschland nur 24.

„Jede Tatsache, die durch Zeitablauf zur Geschichte geworden ist, muß immer im Zusammenhang mit den zur betreffenden Zeit bestehenden politischen oder gesellschaftlichen Verhältnissen und den damals herrschenden Auffassungen betrachtet werden. Einem Historiker obliegt bei der Erforschung geschicht­licher Ereignisse und Tatsachen und deren wissen­schaftlichen Beurteilung in besonderem Maße die Pflicht, darum bemüht zu sein, sich gedanklich in jene Zeit zu versetzen, in der die Ereignisse und Tatsachen statt­gefunden haben. Dies allein genügt jedoch nicht. Auch die Vorgeschichte, die zu diesen Ereignissen geführt hat und aus denen Tatsachen hervor­gegangen sind, müssen bei der Bewertung geschicht­licher Daten mit herangezogen und berücksichtigt werden.“ (Dr. F.H.E.W. du Buy, Historiker)

Dies wäre eigentlich auch Aufgabe und Selbstverständnis für Politiker, Medien und Schulen. Aber was ist von diesen zu erwarten? Solange das von den einstigen Siegermächten verordnete Geschichtsbild „gepredigt“ wird, kann sich an dem in ganz Europa wohl einmaligen Nationalmasochismus kaum etwas ändern.

Als ob Goethe der Zeit schon weit voraussehen konnte und die entsprechenden Lizenzapostel bereits gekannt hätte, sagte er am 16.12.1828 zu Eckermann: „Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf und es ist ihm wohl behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“

Hören wir auch, was H. E. Barnes, amerikanischer Geschichts­philosoph schon 1951 sagte: „Das deutsche Kriegs­schuldbewußt­sein stellt einen Fall von geradezu unbegreif­licher Selbst­bezichtigungs­sucht ohnegleichen in der Geschichte der Menschheit dar. Ich kenne jedenfalls kein anderes Beispiel in der Geschichte dafür, daß ein Volk diese nahezu wahnsinnige Sucht zeigt, die dunklen Schatten der Schuld auf sich zu nehmen an einem politischen Verbrechen, das es nicht beging, es sei denn jenes Verbrechen, sich selber die Schuld am Zweiten Weltkrieg aufzubürden.“

Die Geschichte muß nicht neu, sondern endlich wahrheits­gemäß geschrieben werden, wobei jedes Land sich zu seinen Taten und Untaten bekennt, für Verbrechen Wieder­gutmachung leistet, Vertreibungen aufhebt, begangenen Raub rückgängig macht und nicht eigene Verbrechen auch noch — wie im Fall Katyn — dem unterlegenen Gegner anlastet.

Unser Volk hat noch unsäglich gelitten, als die Waffen längst ruhten. In Trauer und Würde wollen wir aller Opfer von Krieg und Vertreibung gedenken. Sie sollen und dürfen nicht vergessen werden.

In den sowjetischen Gefangenenlagern auf deutschem Boden starben durch Mißhandlung, Mord, Hunger und mangelhafte ärztliche Versorgung :
Lager Bautzen bis Mitte 1950: rund 48000 Mann
Lager Tost bis November 1945: 6200 Mann
Lager Berlin-Niederschönhausen bis 1950 4200 Mann
Lager Buchenwald bis Februar 1950 8000 Mann
Lager Jamlitz bis April 1947 7000 Mann
Lager Katschendorf bis Februar 1947 5200 Mann
Lager Mühlberg bis November 1948 7000 Mann
Lager Sachsenhausen bis März 1950 16700 Mann
Lager Torgau bis Mai 1945 4000 Mann
Lager Weesoch bis August 1945 1500 Mann
Lager Graudenz bis November 1945 7000 Mann

In den Lagern der westlichen Besatzungs­zonen (Trizone) durch Erschießungen, Mißhandlungen und besonders durch generelle Unter­ernährung (absichtlich herbei­geführte Lebens­mittel­verknappung, bei randvollen Depots):
In den amerikanischen Gefangenenlagern: 793239 Mann
In vier französischen Gefangenenlagern: 167000 Mann

(James Bacque: „Der geplante Tod“)

Weiter eine Vielzahl von Opfern in ganz Europa.


Also über 8 000 000 deutsche Opfer — nach der „BEFREIUNG“ durch die „BEFREIER“!

Der jüdische Emigrant und gebürtige Berliner Robert Jungk — später berühmter technologiekritischer Buchautor („Heller als tausend Sonnen“), veröffentlichte im November 1945, noch bevor die sogenannte „geregelte“ Vertreibung begonnen hatte, in der Züricher „Weltwoche“ einen Erlebnis­bericht über die Zustände in den besetzten deutschen Ostgebieten. Der Bericht trug den Titel „Aus einem Totenland“. Ich zitiere auszugs­weise:

„Wer die polnische Zone verlassen hat und in russisch okkupiertes Gebiet gelang, atmet geradezu auf. Hinter ihm liegen leer geplünderte Städte, Pestdörfer, Konzentrations­lager, öde unbestellte Felder, leichen­übersäte Straßen, an denen Wegelagerer lauern und Flüchtlingen die letzte Habe rauben…

Es ist wahr, daß in dem Ort G. auf öffentlichem Platz Mädchen, Frauen, Greisinnen von Angehörigen der polnischen Miliz vergewaltigt wurden. Es ist wahr, daß auf dem Bahnhof von S. sämtliche Flüchtlinge regelmäßig derart ausgeraubt werden, daß die Insassen nackt weiter gegen Westen reisen müssen. Es ist wahr, daß in weiten Gebieten Schlesiens kein einziges Kind unter einem Jahr mehr am Leben ist, weil sie alle verhungern mußten oder erschlagen wurden. Es ist wahr, daß in Oberschlesien die von Syphilis angesteckten (vorher vergewaltigten, Anm. Red.) Frauen als „Behandlung“ einfach einen Kopfschuß erhalten. Und es ist wahr, daß eine Selbst­mord­welle durch das Land geht. In einigen Orten hat sich ein Zwölftel, in anderen bereits ein Zehntel oder sogar ein Fünftel der Bevölkerung ums Leben gebracht. Es ist wahr, daß in sogenannten Arbeits­lagern C. und S. Insassen nächtelang bis zum Hals im eiskalten Wasser stehen müssen und daß man sie bis zur Bewußt­losigkeit schlägt.“

Die Diskussion über polnische Verbrechen und deren angemahnte Aufarbeitung scheint eine ganze Nation erschüttert zu haben. Polen, das sich schon zuvor mit eigenen Verbrechen an Juden auseinander­setzen mußte, hier ist vor allem der Fall Jedwabne zu nennen, wirkt irritiert und versucht, durch lautes Aufbegehren ein Thema wegzuschieben, das nach polnischer Staatsräson einfach kein Thema sein darf, denn die Opfer­rolle war ja auch von der Gegenseite anerkannt!

Abschließend möchte ich noch an die Aussage des Amerikaners Prof. Dr. D. Hoggan erinnern: „…Die Tschechen haben tausendmal weniger und die Polen hundertmal weniger im Vergleich zu dem erlitten, was sie in den beiden Generationen den Deutschen zugefügt haben.“

Lew Kopelew: „Die Wahrheit kann niemals Revanchismus sein!“

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß der Völkermord noch lange nicht beendet ist. Namen, die an die Heimat, an die Kultur und die Geschichte der vertriebenen Volksgruppen erinnern, werden weiter dezimiert. Den Kindern wurde bereits die Identität genommen. Bald wird es diese Volksgruppe nicht mehr geben. Der perfekteste Völkermord der Geschichte wird dann vollendet sein…

Dieser Entwicklung leisten „deutsche“ Politiker Vorschub. Beeindruckt von der glühenden Vaterlands­liebe anderer Völker, besonders des polnischen Volkes, stören sie sich nicht an unwürdigen Machen­schaften im eigenen Land, wo vertriebene Pommern, Schlesier, Ostpreußen usw. am Pranger geschicht­licher Eiferer stehen und miterleben müssen, wie Geschichte verordnet oder gar gefälscht wird. Damit zerstören sie die Grundlagen des friedlichen Ausgleichs zwischen den Völkern und machen sich schuldig.

„Daß wir Deutschen uns gegen die Doppel­züngigkeit nicht zur Wehr setzen, gehört zu den schandbaren Blättern der Geschichte der Gegenwart. Die Situation der Geschlagenen mag beklagenswert und voll Leid und Kummer sein — beschämend wird sie erst, wenn wir sie selber ausmünzen zu einer Kapitulations-Ideologie, die der Rechtswidrigkeit im eigenen Haus Vorschub leistet und Beifall zollt.“ (Prof. Dr. Hellmut Diwald, Historiker)

„Wie immer auch das Verhältnis zwischen Polen und Deutschland geregelt wird, eine vorbehalt­lose Bestätigung der Oder-Neiße-Linie, die die Mitschuld Polens am Kriegs­ausbruch ignoriert, würde einen Präzedenzfall dafür schaffen, daß Völkermord, Raub und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung als Mittel der Politik mit erfolgreichem Abschluß völker­rechtlich legalisiert werden und somit ein Europa von morgen auf der Grundlage von Kriegs­verbrechen und ihren Ergebnissen gestaltet.“ (Ferdinand Otto Miksche „Das Ende der Gegenwart — Europa ohne Blöcke“)

Der aufrichtige und wahrhaft christliche Teil des Volkes der Polen und der entrechtete Teil des deutschen Volkes dürfen einer wahren und guten Nachbar­schaft wegen auch die furchtbaren polnischen Verbrechen nicht mit einem Aufrechnung­stabu belegen. Auch im „Neuen Europa“ sind polnische Besitz­ansprüche weder ethisch­moralisch, ethnisch oder rechtlich vertretbar. Wir Deutschen haben trotz aller uns zugefügten Leiden und Demütigungen Gutmachungen geleistet wie kein anderes Land und Volk.

Wir bemühen uns vordringlich um freund­schaftliche Beziehungen zu allen Völkern dieser Erde und um eine gute, friedfertige Nachbarschaft, besonders zu unseren europäischen Nachbarn. Diese muß jedoch auf Wahrheit und Gerechtigkeit beruhen!

Wo in der Welt finden wir Wahrheit und Gerechtigkeit?

Begeben wir uns auf „Spurensuche“, durchleuchten wir ein wenig die „Geschichte“ unserer „Befreier“, betrachten wir die derzeitig wenig vertrauens­würdige Politik der Weltmacht USA und ihre Vorgeschichte!

Die Amerikaner lehnen den Inter­nationalen Gerichtshof ab. Die Ablehnung des Inter­nationalen Straf­gerichts­hofes durch die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre Forderung für US-Soldaten, grundsätzlich Immunität gegenüber diesem Straf­gerichts­hof fest­zuschreiben, ist in den meisten Ländern mit großem Befremden oder sogar Empörung aufgenommen worden. Ausgerechnet der Staat, der einst den Völkerbund schuf und das Nürnberger Inter­nationale Militär-Tribunal (IMT) sowie ein Tokioer Pendent weitgehend formte und bestimmte, will nun beim Inter­nationalen Straf­gerichts­hof nicht mitmachen und seine volle Handlungs­freiheit behalten.

Man weiß genau, daß anti­terroristische Operationen nur dann vor Straf­verfolgung sicher sind, wenn sie auf einem UN-Mandat oder Einladung des betroffenen Landes fußen. Den Sicher­heitsrat braucht man zwar, um durch Veto für die USA nicht akzeptable Aktionen oder Entwicklungen zu verhindern. Schließlich möchte man jedoch im Falle eines Angriffs­krieges (z.B. gegen Irak) nicht als „Aggressor­staat“ angeklagt werden.

Die Führungsschicht der USA weiß genau, daß sie sich durch die im US-Volk noch immer weit­verbreitete Wildwest-Mentalität der Disziplin und des korrekten Verhaltens von US-Truppen keines­falls sicher sein können. Diese Befürchtungen lehrt die Geschichte: Beginnend mit den Indianer­kriegen und sich fortsetzend, in vielen Kriegen haben die USA-Truppen sich nie durch besondere Zimper­lichkeit ausgezeichnet. „My-Lai“ ist hier ein gravierendes Stichwort.

Dabei muß man sich darüber im klaren sein, daß sich völker­rechts­widriges Verhalten von US-Truppen nicht nur in gelegent­lichen Einzelfällen darstellt. Für diese Fest­stellung sprechen US-amerikanische Quellen am besten:
Der Journalist Edgar L. Jones war während des ganzen Krieges Korrespondent an der Pazifikfront.
Im Februar 1946 schildert er in der Revue „The Atlantic Monthly“ seine Erlebnisse und Beobachtungen in einem umfassenden Bericht:

— Undenkbar, daß in Nürnberg auch solche Zeugen hätten auftreten und von alliierten Kriegs­verbrechen berichten dürfen, die inzwischen auch von amerikanischen Filmen ausführlich dargestellt werden und die sich gegenwärtig in Südostasien bis zum Einsatz von Giftgas wiederholen.

Wir dürfen zum Abschluß dieses makabren Kapitels nochmals darauf hinweisen, daß nicht nur die bolsche­wistischen, sondern auch die amerikanischen Ankläger Gründe genug hatten, von den Kriegsverbrechen ihrer eigenen Armeen auf die Deutsche Wehrmacht abzulenken.

Das alles erklärt auch diese westöstliche Konspiration im Gerichtssaal!

Darum ist es nicht nur das Recht, sondern die Pflicht jedes Deutschen, gegen das Nürnberger Diffamierungs-Urteil über deutsche Soldaten und Offiziere endlich vor aller Welt Berufung einzulegen.

Sehen wir also die USA als Retter der Menschheit, als Bewahrer der Zivilisation dazu auserkoren, das Böse zu besiegen und auszumerzen! Um die Scheußlichkeit der Schurken­staaten noch zu erhöhen, bietet sich immer ein Vergleich mit den Nazis an. George W. Bush sieht sich als Visionär, als Führer einer Mission und verfügt über eine beispiel­lose militärische Macht. Es ist sicherlich paradox, daß ausgerechnet die USA als weltweit größter Hersteller und Anwender von Massen­vernichtung­waffen, einschließlich sämtlicher Waffen­gattungen im atomaren, biologischen und chemischen Bereich, vor den Waffen von Drittstaaten warnen, die angeblich die Welt­sicherheit bedrohen. Ausgerechnet die USA, die, ähnlich wie zuvor in Serbien, während des Golfkrieges ganze irakische Landstriche mit Uran­kern­geschossen verseuchten und weiterhin dulden, daß Israel im Besitz von über 100 Atombomben ist und die Palästinenser in konzentrations­lager­ähnlichen Sperrgebieten dahinvegetieren läßt.

George W. Bush belastet sich nicht mit den von den alliierten geschaffenen Gesetzen zur Sicherung des Weltfriedens — ansonsten könnte er sich anhand der 1948 in Nürnberg gesprochenen Urteile ein Bild seiner eigenen und weiter beabsichtigten Verbrechen machen. Immerhin sind Verschwörung gegen den Frieden, Vorbereitung eines Angriffs­krieges und Verbrechen gegen die Menschlichkeit genau diejenigen Anklagepunkte, die für viele Deutsche den Tod durch den Strang bedeuteten.

Wundern wir uns also nicht über die Äußerung des Außen­amts­staats­sekretärs John Bolten, daß die Verweigerung der US-amerikanischen Unterschrift unter den Vertrag zur Errichtung des Inter­nationalen Gerichts­hofes der glücklichste Moment seiner Dienstzeit war.

Auch Israel und China hatten ihre Gründe, das Statut des Inter­nationalen Gerichts­hofes nicht zu unter­schreiben. Zu dieser Haltung der USA paßt auch die Nicht­aufhebung der UN-Feind­staaten­klauseln, mit denen sich die USA noch immer ein Interventions­recht in Deutschland vorbehalten, für den Fall, daß es hier zu einer politischen Entwicklung kommen sollte, die den USA nicht genehm wäre. Dieses Ablehnungsmotiv ist also eine Mischung aus Arroganz der Macht und Sicher­stellung der Handlungs­freiheit einer Weltmacht.

Nahezu täglich müssen wir von menschen­rechts­widrigen Übergriffen der US-Besatzer im Irak und israelischer Militär­aktionen in palästinensischen Wohngebieten zur Kenntnis nehmen. Urteile und Resolutionen der Vereinten Nationen werden kaum zur Kenntnis genommen. Immer wieder macht ein Veto der USA alle Friedens­bemühungen zunichte.

Als bekennender Christ fühle ich mich der Wahrheit und Gerechtigkeit verpflichtet und frage mich, ob sich unsere einstigen „Befreier“ immer noch als Heilsbringer und Moralapostel aufspielen dürfen, zumal sie mit der Bewältigung der eigenen Vergangenheit ausreichend zu tun hätten.

Denken wir nur an die USA! Wenn ein Amerikaner z.B. weit entfernt vom Festland — vom beliebten Waikiki-Strand — hinaus zu dem mächtigen Dianmond-Head starrt, sollte er wenigstens auch daran denken, daß auf dem „Diamanten-Kopf“ hawaiianische Freiheits­kämpfer ihren letzten Kampf gegen die grausame und unprovozierte militärische Aggression der USA fochten, die ihr Land für immer vernichtete. Trotz der nicht gerade humanen „Demokratisierung“ der Ureinwohner Amerikas waren die Verantwortlichen schon damals nicht verlegen, für Ihre Taten rechtfertigende Begründungen zu ersinnen. — Es bedurfte rund achtzehn Millionen Indianeropfer, bis der bekehrungs­würdige zerschundene Überrest dieses Volkes hinter stacheligen Reservations­zäunen (im ureigenen Land!) seine „befreiende Beglückung“ fand. — Der Wahlspruch der Eroberer lautete: „Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer!“ — So wurden die wirklich freien Herren des Landes auf die grausamste Weise ausgerottet bzw. ihres Landes beraubt.

Diese Tatsachen haben mich schon als Kind erschaudern lassen. War es die Rücksichts­losigkeit, die aus der „neuen Welt“ zu uns herüber drang und sich später in furchtbarem Entsetzen bestätigte? (Aber als Christ meine ich, daß ein ständiges Bemühen um Wahrheit und Gerechtigkeit eine friedfertige Zukunft gestalten wird!)

Also verfolgen wir die so „christliche“ Geschichte Amerikas weiter: Der 5. US-Präsident James Monroe hatte am 2.12.1823 die als „Monroe-Doktrin“ bekannte Erklärung abgegeben, daß alle Einmischungen nicht­amerikanischer Mächte in Amerika (gemeint waren die Europäer!) als ein „Akt gegen den Frieden und die Sicherheit der USA“ gerichtet zu betrachten seien. — Kaum glaubten die USA, damit die europäischen Mächte in Amerika ausgeschaltet zu haben, gingen sie auf Landraub. — 1835 hatten die US-amerikanischen Einwanderer im mexikanischen Texas einen Aufstand entfesselt, der vorerst zur Unabhängig­keit von Texas führte. Der 11. Präsident der USA, J.K. Polk, „brach 1846 einen Krieg gegen Mexiko vom Zaun“ (Brockhaus 1928, Bd. 4, S. 492), der unter anderem der USA das Land der großen Goldfunde, Kalifornien, einbrachte. Außerdem wurden mit dem nötigen Druck gegen und von Mexiko 366 174 qkm Land „angekauft“. (Zum Vergleich: Die BRD hat eine Fläche von nur 356 689 qkm.) Von 1845–1853 wurden 2,75 Millionen qkm mexikanischen Gebietes durch die USA „vereinnahmt“. Das sind rund 60% der Fläche Mexikos bei der Erlangung seiner Unabhängigkeit.

Eine weitere Gewalttat in der Geschichte dieses Landes ist die Sklaverei. Im fernen Afrika wurden die armen Schwarzen wie Wild gejagt und in Ketten nach Amerika auf den Sklaven­markt gebracht. Erst vor weniger als 100 Jahren wurden diese Verbrechen unterbunden.

Zweimal mischten sich die USA entscheidend in europäische Auseinander­setzungen ein und waren nicht unbeteiligt an der Ausweitung europäischer Kriege zu Weltkriegen.

Mit den Flächen­bombardements und der damit verbundenen Vernichtung einer in Hundert­tausende gehenden Anzahl von Frauen und Kindern und mit dem Abwurf der Atombomben auf die Zivilbevölkerung der japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki (als Japan bereits kapitulations­bereit war!) durch die amerikanische Luftwaffe hat sich das System der „Morallehrer“ absolut disqualifiziert. Und wie sah die „Befreiung“ der meisten deutschen Städte aus? Denken wir nur an Dresden!

Am 22. März 1945 (also kurz vor Kriegsende!) stellte der Dresdener Befehlshaber der Ordnungspolizei, Oberst Grosser, im Tagesbefehl 47 fest: „Bis zum 28. März 1945 abends wurden 202 040 Leute, überwiegend Frauen und Kinder, geborgen. Es ist damit zu rechnen, daß die Zahl der Toten auf 250 000 ansteigen wird. Von den Toten konnten nur annähernd 30% identifiziert werden.“ (Bomber und begleitende Jagd­flugzeuge flogen so tief, daß sie sogar mit Bordwaffen die auf den Elbwiesen zusammen­gedrängten Flüchtlings-Trecks aus dem Osten beschossen haben.) — Dresden war eine offene Stadt und wurde nicht verteidigt. — Welchen grausamen Tod mußten diese unschuldigen Menschen sterben! Sühnezeichen hat es bisher kaum gegeben.

Nicht vergessen ist auch die Zustimmung zur Vertreibung von 13 Millionen Menschen aus den deutschen Ostgebieten, von denen jeder 5. (meist Frauen, Kinder und Greise!) durch Mord, Hunger oder Kälte umkam. „Allein die numerische Dimension läßt das Blut in den Adern gefrieren!“

Das alles waren Menschheits­verbrechen, wenn nicht gar Völkermord. — Vergeblich warteten gutgläubige und friedfertige Völker auf Zeichen von Reue und Wieder­gutmachung auch nach den Verbrechen in Korea und Vietnam. (Siehe Mylay!)

Scheuen wir uns auch nicht daran zu erinnern, daß im Sommer 1939 in den von Polen schon nach dem I. Weltkrieg geraubten deutschen Gebieten, sowie den in Polen deutsch besiedelten Bezirken, mehr als eine Million Deutscher in tödlicher Gefahr waren, als die deutsche Wehrmacht eingriff und den Schutz der Deutschen vor dem polnischen Mob übernahm. Fünfzig Kilometer vor der deutschen Reichsgrenze wurden am Sonntag, dem 03.03.1939 in Bromberg 6000 Deutsche regelrecht abgeschlachtet. Selbst die schlimmsten sadistischen Auswüchse sind niemals geahndet worden. Es wird tunlichst vermieden, Nach­forschungen anzustellen. Diese Opfer sind, selbst bei den eigenen Landsleuten, die wohl vergessensten Opfer, die es je gegeben hat.

Erlauben wir uns eine Parallele vom September 1939 zum Oktober 1983, als US-Präsident Reagan den Befehl gab, in die britische Kolonie Grenada einzufallen. Über 2300 km von der Südspitze der USA entfernt waren dort angeblich 1000 US-Bürger in tödlicher Gefahr. Die USA kam natürlich einer „sowjetisch-kubanischen Machtexpansion“ zuvor, im übrigen hatte sie für die Wieder­herstellung demokratischer Verhältnisse von Recht und Freiheit zu sorgen! Hierzu noch ein Hinweis auf nachstehende ehrliche Aussage eines amerikanischen Generals über die vor wie nach seiner Zeit bestimmenden Grundlagen US-amerikanischer Außenpolitik: „Die Kriege der USA sind immer auf Schwindel aufgebaut“, so der amerikan. Generalmajor Smedley Butler (1881-1940), der schon im US-Marine-Corps während des spanisch-amerikanischen Krieges diente. Er war in zahlreichen amerikanischen Militär-Interventionen in Latein­amerika eingesetzt. Er kämpfte im Zuge der Nieder­schlagung des Boxer­aufstandes in China und an den Fronten des 1. Weltkrieges. In den letzten Jahren seines Lebens stemmte er sich mit aller Kraft gegen den Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg. In der Zeitung Suncoust News (Florida/USA) wurde am 8. Juni 1994 eine seiner wichtigsten Aussagen wiedergegeben:

„Sollte eine andere Nation herüberkommen und uns angreifen, dann müssen wir kämpfen. Aber da gibt es ein anderes Problem. Wenn der Dollar in Amerika nur 6% einbringt, wird er unruhig und geht nach Übersee, wo er versucht, 10% zu verdienen. Unsere Fahne folgt dem Dollar und unsere Soldaten folgen der Fahne. Ich würde nicht mehr in den Krieg ziehen, um die lausigen Interessen der Banken zu verteidigen. Diese Kriege sind schlichtweg Schwindel und Betrug. — Es gibt keinen Trick in der Schwindeltüte, gegenüber dem die Militärbande nicht blind wäre. Die Bande hatte immer ihren „Finger­zeiger“, der den gewünschten Feind ausdeutete, sie hatte ihren Muskelmann, der den Feind zerschlug, sie hatte Gehirn, das die Kriegsvorbereitungen plante und einen großen Chef, den über­nationalen Kapitalismus. — Ich sicherte im Jahre 1914 Tampico (Mexiko) für die amerikan. Öl-Interessen, in Kuba und Haiti die Gewinne für die Jungs von der National-City-Bank. Ich half mit, Nicaragua für das internationale Bankhaus von Broches zwischen 1909 und 1912 zu reinigen. Ich kämpfte für die amerikanischen Zucker-Interessen in der Dominikanischen Republik und für die Interessen von Standard-Oil in China. Als Soldat sorgte ich dafür, daß die Interessen dieser Mächtigen mit allen Mitteln durchgesetzt wurden. Krieg ist Betrug!“

Da es mit dem EURO jetzt eine Welt­konkurrenz­währung gibt, nutzen viele Länder die Möglichkeit einer Umleitung ihrer Devisen in den Euro. Die USA benötigen derzeit einen erheblichen Dollar Devisenfluß aus dem Ausland. Auch das irakische Öl wollen die USA auf dem Weltmarkt gegen Dollar verkaufen, um die parasitäre Spekulations­wirtschaft mit diesen Devisen am Leben zu erhalten.

Saddam Hussein, ehemals gefördert als Freund der USA, hat sein Todesurteil selbst gesprochen, als er seine Ölexporte in EURO bezahlt haben wollte. Da Amerika einen täglichen Devisen­zufluß von 1,5 Milliarden Dollar benötigt, um finanziell noch eine Weile durchzuhalten, konnte Washington es nicht hinnehmen, daß die inter­nationalen Ölverkäufe in EURO abgerechnet werden: Denn andere stehen ebenfalls parat, ihr Öl gegen EURO zu verkaufen. „Moslems schielen auf den EURO als neue Ölwährung.“ (Sydney Morning Herald, 22.4.2003)

„Wenn es sich um US-Rohstoff­interessen handelt und/oder das amerikanische Militär darauf drängt, neue Waffen am lebenden Leib auszuprobieren, wird sich immer ein Anlaß finden,“ schrieb der renomierte amerikanisch-jüdische Biochemiker Erwin Chargaff in der FAZ.

Und so mußte sich immer wieder das Recht vor der Macht beugen. Dabei ignorierte man die für die Menschheit gebrachten großen Leistungen anderer Völker und ist eifrig bemüht, sie auch moralisch auszuschalten.

Trotz „Nürnberg“ haben seither mehr als 130 Kriege und kriegerische Auseinander­setzungen statt­gefunden mit über 30 Millionen Todesopfern und Verletzten und niemand wurde angeklagt oder gar bestraft. (Ein derartiger Versuch begrenzt sich auf einige Anklagen gegen serbische Kriegs­verbrecher!)

„Will man wirklichen Frieden, darf man nicht die Augen vor der Hoch- und Oberrüstung verschließen!“ Massen­vernichtungs­waffen, die alles bisher dagewesene in den Schatten stellen, werden nur zum „Schutz gegen Terrorismus“ produziert!?

Möglicherweise wird unsere Zeit dereinst im Kuriositäten-Buch der Geschichte als „Das blinde Jahrhundert“ bezeichnet werden, so wie es der bekannte US-Revisionist Professor David L. Hoggan im 2. Band seines Werkes benannt hat.

Kriege des friedliebenden Amerika mit seinen Soldaten Christi: (Fakten und Zahlen!)

Die USA gebärden sich heute als Speerspitze im Kampf gegen den Terror. Washington droht unliebsamen Regierungen unverhüllt mit Krieg und atomarer Vernichtung. Das Wort von der Achse des Bösen, eine Erfindung amerikanischer Hardliner, macht die Runde und läßt für das 21. Jahrhundert nichts Gutes erwarten. Wer sind die nächsten Opfer Amerikas? Was hat Deutschland zu erwarten?

Die These von den kriegslüsternen Deutschen (Preußen!)

Die unentwegt besonders von den „deutschen“ Medien gepredigte These von den kriegslüsternen Deutschen — angefangen von Luther über Friedrich den Großen, Bismarck, Wilhelm II. und Hitler bis zur Gegenwart — ist nicht nur töricht, sondern auch schädlich. Besonders unsere Jugend ist mit so wenig geschicht­lichem Sachwissen ausgestattet, daß sie mit Vorurteilen lebt, ohne sich dessen bewußt zu sein.

Versuchen wir, aus der Fülle der historischen Tatsachen einige in Erinnerung zu bringen, sehen wir uns nur bei unseren Nachbarn um!

Frankreich: Um den Bestand Frankreichs wurden 185 Kriege geführt. Frankreich war immer bedacht, Deutschlands Einigung zu verhindern. Die kriegerischen Raubzüge und Überfälle hörten auch nach 1648 nicht auf. Napoleon brandschatzte und eroberte große Teile Europas. 1870, 1914 und 1939 erklärte es Deutschland den Krieg.

Italien: Italiens Bilanz des 20. Jahrhunderts kann man getrost mit Pan­italianismus bezeichnen. Überfälle, Kriege und „Mitsiege“ markieren die italienische Geschichte.

England: Englands erbitterster Feind war immer Frankreich, mit dem es sich 242 Jahre im Kriegszustand befand. Wohl war das amtliche England im 16./17. Jahrhundert hauptsächlich mit seiner Eroberungs­politik über See beschäftigt, aber es führte auch Kriege zum materiellen Vorteil. 1801 wurde die dänische Flotte ohne Warnung in Kopenhagen (mitten im Frieden!) zusammen­geschossen, um Napoleon zu treffen. Die entdeckten Bodenschätze, besonders Goldfunde, in Südafrika waren Anlaß für einen grausamen Krieg gegen die Buren, die ihr Land verzweifelt verteidigten. Um ihren Widerstand zu brechen, erfand England die KZ-Lager und ließ Frauen und Kinder darin verhungern. Besonders grausam und rück­sichtslos war der Kampf gegen die auf­ständischen Inder. Sie wurden zur Abschreckung vor die Kanonen­rohre gebunden und „abgeschossen“.

Rußland: Die Ausdehnung dieses Riesenreiches vollzog sich in einer ununter­brochenen Folge von grausamen Angriffs­kriegen. Auch die kommunistischen Heilsbringer gingen in ihrem Machtbereich gar nicht zimperlich um. 60 Millionen Mordopfer marxistisch-leninistischer Heilstherapie auf dem Pfad der sozialistischen Tugenden sprechen eine deutliche Sprache. 1940 fällt Rußland in Finnland ein. Danach besetzt die Sowjetunion Besarabien und die nördliche Bukowina und „gliedert“ die Baltenstaaten ein. Nach dem Hitler-Stalin-Pakt besetzen die Sowjets Ostpolen. Katyn ist ein Synonym für die Grausamkeit des damaligen Regimes.

Polen: Unser Nachbar Polen war durchaus nicht so friedfertig wie es gern dargestellt wird. Es war räuberisch, wie es die Geschichte nachweist. Die polnischen Fürsten verpraßten Hab und Gut. Da für den Aufbau wenig getan wurde, raubte man Nachbarn aus, um überleben zu können.

Konnte sich das Deutsche Reich derartige Völker­rechts­verletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf Dauer gefallen lassen? Wie hätten andere Mächte in einer derartigen Situation gehandelt? Diese Fragen dürften nicht schwer zu beantworten sein!

Mindestens zweieinhalb Millionen, wahr­scheinlich sogar mehr als drei Millionen Deutsche kamen während des Vertreibungs­holocausts, mit Höhepunkt in den Jahren 1945 bis 1947, um. Unter den Toten der Vertreibungs­verbrechen an den Ostdeutschen befanden sich hauptsächlich Frauen, Kinder und Greise.

Das alles sind historische Tatsachen und gehören zur deutsch-polnischen Geschichte! Ich meine, daß sich keine zweite Nation dieser Erde dazu hergeben würde, Flucht und Vertreibung eines Teiles ihres Volkes aus der angestammten Heimat mit einer 800jährigen Geschichte mit Millionen Erschossener, zu Tode gequälter und Vergewaltigter als „Befreiung“ zu verkünden.

Zwangsläufig müssen wir uns fragen, ob es in Europa noch eine zweite Nation gibt, die mit ihrem Volk und Land in so herab­setzender Form umgeht und bestrebt ist, grobe Geschichts­klitterung zu betreiben und das positive Erbe aus Ihrer eigenen Kultur und Geschichte zu verneinen.

Wir, die „befreit“ wurden von Hab und Gut und Heimat, von Gesundheit und Existenz, werden immer in Trauer und Würde an die Opfer der Austreibung von 1919 bis 1947 denken. Wir vergessen auch nicht die im Juli 1939 im Kreis Neidenburg/Ostpr. durch polnische Reitertrupps ermordeten Deutschen, wir vergessen nicht die Opfer des „Bromberger Blut­sonntags“ und die vielen unschuldigen Opfer von Lamsdorf sowie die von Sowjets bestialisch ermordeten und geschändeten Frauen und Kinder in Nemmersdorf. Wir fühlen uns verbunden allen durch Flucht und Vertreibung, durch Hunger, Entkräftung und Erfrierung Umgekommenen und trauern um die auf dem Wege Erschossenen, um die von Tieffliegern Erschossenen und von Panzern überrollten und um die im Meer versunkenen Frauen, Kinder und Greise.

Die dunklen Schatten der Schuld !?

„Die Eigenschaften wie Einfalt, Gutgläubigkeit, Demut und Befangenheit machen die Deutschen für alle Kräfte biegsam. Sie werden willfährig und unterwürfig und bieten sich sogar selbst dem Sieger zur Verleumdung und Bezichtigung an.“

Clemenceau, der Haupt­verantwortliche für Versailles sagte treffend: „Nach der Niederlage beschmutzen die Deutschen ihr eigenes Nest, nur, um uns zu gefallen.“

Unser Leidensweg in Demut und Unter­würfigkeit begann nicht erst im 20. Jahrhundert, sondern schon zu einer Zeit der Geistesblüte, auf der Höhe der Kultur, als es keine Kriege gab.

Wie konnte sonst Hölderlin, der Künder einer besseren Welt, in seiner Ode „Gesang des Deutschen“, seinem Hochgesang von Huld und Leid über dem gequälten Deutschland, das eigene Volk anklagend, ausrufen: „Oft zürnt ich weinend, daß Du immer blöde die eigene Seele leugnest.“

Hier noch weitere Urteile und Aussprüche zur „Deutschen Volksseele“:

Hebbel schrieb 1860:
Es ist möglich, daß der Deutsche einmal von der Weltbühne verschwindet, denn er hat alle Eigen­schaften, sich den Himmel zu erwerben aber keine einzige, sich auf der Erde zu behaupten, und alle Nationen hassen ihn wie die Bösen den Guten. Wenn es ihnen aber gelingen sollte, ihn zu verdrängen, wird ein Zustand eintreten, in dem sie ihn wieder mit den Nägeln aus dem Grabe kratzen möchten.

Madame de Stael, 1766–1817, lebte teilweise in Deutschland. Sie ist die Tochter des Finanz­ministers Necker unter Ludwig XVI.:
Wenn den Deutschen noch so großes Unrecht angetan wird, findet sich immer ein obscurer deutscher Professor, der solange an der Objektivität herumbastelt, bis er „bewiesen“ hat, daß die Deutschen Unrecht getan haben.

Napoleon I. über die Deutschen:
Seine Proklamation an die Völker Europas, die Josef Görres 1814 ihm aussprechen läßt:
Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leicht­gläubigeres Volk als das deutsche … Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.

Thomas Mann, 1919 in seinem Buche „Betrachtungen eines Unpolitischen“:
Die Tatsache besteht, daß die deutsche Selbstkritik bösartiger, radikaler, gehässiger ist als die jeden anderen Volkes, eine schneidend ungerechte Art der Gerechtigkeit, eine zügellose Herabsetzung des eigenen Landes nebst inbrünstiger kritikloser Verehrung anderer.

H. E. Barnes, amerikanischer Geschichtsphilosoph, 1951:
Ich kenne kein anderes Beispiel in der Geschichte dafür, daß ein Volk diese nahezu wahnsinnige Sucht zeigt, die dunklen Schatten der Schuld auf sich zu nehmen an einem politischen Verbrechen, das es nicht begangen hat, es sei denn, jenes Verbrechen, sich selbst die Schuld am Zweiten Weltkriege aufzubürden.

Immanuel Kant, 1724–1804, über „Wahrheit“:
Es kann sein, daß nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren. Aber in allem, was er sagt, muß er wahrhaftig sein, er soll nicht täuschen.

Siegbert John




Adler und Taube

Zum Adler sprach die Taube:
„Wo unser Denken aufhört,
da beginnt der Glaube.“

Der Adler sprach:
„Jawohl, mit einem Unterschied jedoch;
wo du schon glaubst, da denk ich noch.“



Tränen des Vaterlandes

Wir sind doch nunmehr ganz,
ja mehr denn ganz verheeret,
Der frechen Völker Schar,
die rasende Possaun,
Das vom Blut fette Schwert,
die donnernde Kartaun
Hat aller Schweiß und Fleiß
und Vorrat auf gezehret.

Die Türme stehn in Glut,
die Kirch ist umgekehret,
Das Rathaus liegt im Graus,
die Starken sind zerhaun,
Die Jungfern sind geschändt,
und wo wir hin nur schaun,
Ist Feuer, Pest und Tod,
der Herz und Geist durchfähret.

Hier durch die Schanz und Stadt
rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr,
als unser Ströme Flut,
Von Leichen fast verstopft,
sich langsam fortgedrungen.

Doch schwelg ich noch,
von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest
und Glut und Hungersnot,
Daß auch der Seelenschatz
so vielen abgezwungen.

Andreas Gryphius,
geb. 1616 in Glogau


UDH Nr. 98

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