BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 99  ¦  Januar – April 2012


Dresden im Februar 1945

Ruine der Dresdner Frauenkirche, 1987
Die Ruine der Dresdner Frauenkirche im Jahr 1987.
(Photo: F. Mierzwa)

Im Februar 1945 war das Ende des Krieges fast abzusehen. Im Westen standen die Alliierten bereits auf deutschem Boden. Im Osten leisteten die Verbände der Deutschen Wehrmacht erbitterten Widerstand gegen die Übermacht der Roten Armee, um hundert­tausenden Flücht­lingen aus dem Osten noch die Flucht zu ermöglichen. Hundert­tausende Flüchtlinge aus Schlesien befanden sich auf der Flucht Richtung Westen. Die Stadt Dresden, eine „offene Stadt“, ohne zu dieser Zeit einer wichtigen Bedeutung für den Ausgang des Krieges, mit vielen Lazaretten, mit hundert­tausenden Flücht­lingen aus Schlesien überbelegt, wurde am 13. und 14. Februar 1945 das Ziel der Anglo-amerika­nischen Bomber­verbände. In nur wenigen Stunden versank diese Stadt in Schutt und Asche. Dresden zählte einst zu den deutschen Groß­städten, insbesondere mit hervor­ragenden Barock­bauten, Frauenkirche, Zwinger, ehem. katholische Hofkirche, ehem. königliches Schloß in Renaissance­stil, um nur einige zu nennen.

Dresden brannte sieben Tage und acht Nächte. In Dresden starben, nach ausländischen Angaben, mehr Menschen als durch die Atombombe. Nicht selten werden heute „nur einige Tausend“ genannt. Eine genaue Zahl läßt sich nicht fest­stellen. Es ist unsere Aufgabe, an den Tod dieser Menschen zu erinnern, an die unsinnige Zerstörung der Kultur­stätten, auch heute noch nach 55 Jahren. Diese Wunden sind bis heute nicht verheilt.

Die berühmte Frauenkirche, erbaut in den Jahren 1726 bis 1749 von dem Architekten George Bähr, wurde eine Ruine. Sie sollte als Mahnmal für die künftigen Generationen erhalten bleiben. Inzwischen wurde sie wieder aufgebaut. Vor der Ruine war eine große Tafel mit der Abbildung der Frauen­kirche vor der Zerstörung und einer kurzen Erklärung. Diese ist nach der „Teil-Vereinigung“, vor dem Besuch der englischen Königin in Dresden, entfernt worden. Wo sie sich heute befindet ist mir nicht bekannt, auch nicht, ob sie jemals die künftigen Generationen an diese Bomben­nächte, erinnern wird. Bei dem Besuch der Stadt Dresden fuhr die englische Königin an der Ruine der Frauen­kirche vorbei, ohne nur einen Augenblick anzuhalten und dieser Toten zu gedenken.

Die genaue Zahl der Bomben­opfer konnte nicht fest­gestellt werden, sie war aber viel höher als der Opfer durch den Abwurf der Atombombe in Japan.

Auch ein besiegtes Volk sollte 60 Jahre danach das Recht haben, die Zahl der Opfer annähernd zu nennen und dieser Opfer zu gedenken, wie das jedem Volke dieser Welt gestattet wird. Verschiedene Quellen nennen die Zahl zwischen 275 000 - 350 000. Anfang Mai 1945 lag ich als Verwundeter in einer „Lazarett­baracke“ schon als Gefangener im amerikanischen „Gewahrsam“. Dort waren auch einige Soldaten und ein Offizier, die in Dresden nach der Bombardierung bei den „Aufräumung“ tätig gewesen waren. Sie sprachen, daß man bei der Zahl von 220 000 aufgehört hat zu zählen, außerdem konnte man die Überreste aus den Trümmern nicht alle bergen.

Die sinnlose Zerstörung Dresdens, auch „Elb­florenz“ genannt, einer der schönsten Städte der Welt, gehört zu den heraus­ragendsten Kriegs­verbrechen. Da es sich hier aber nicht um deutsche Kriegs­verbrechen handelt, wird es „fast“ verschwiegen, sogar von den Deutschen selbst.

In zwei Nächten, 13. und 14. Februar 1945 versank eine Stadt, in der rund 650.000 (1939) Einwohner lebten und über 500 000 Flüchtlinge aus Schlesien, die vor dem Anrücken der Roten Armee geflüchtet waren, in Schutt und Asche.

Nach Angaben der schweizer­ischen und amerikan­ischen Stellen, fanden bei dieser sinnlosen Bombar­dierung rund 275 000 Menschen den Tod, vorwiegend Frauen und Kinder. Das ist mehr, als Soldaten der USA während des Zweiten Welt­krieges auf allen Kriegs­schau­plätzen der Welt gefallen sind.

Verant­wortlich für dieses „Geschehen“ zeichneten: Winston Churchill und sein Luft­marschall Arthur Travers Harris. Churchill erhielt nur einige Jahre nach diesem Geschehen den Karlspreis der Stadt Aachen. Harris wurde 1953 auf Drängen Churchills in den Adels­stand erhoben. 1986 ehrte ihn die britische Post mit einer Sonder­briefmarke.

Vor ca. zwei Jahren hat die Mutter der englischen Königin in London ein Denkmal für „Bomber Harris“ enthüllt. Ob die damaligen Befürworter dieser Aufschrift das ehrlich meinten, bleibt dahin­gestellt, jedenfalls auch dieser Abschnitt der deutschen Geschichte, auch die Bedeutung der Aufschrift sollte nicht als „Bewältigung“ abgetan werden.

Die Aufschrift auf dieser Gedenktafel:

„DIE FRAUENKIRCHE IN DRESDEN IM FEBRUAR 1945 ZERSTÖRT DURCH ANGLO-AMERIKANISCHE BOMBER. ERBAUT VON GEORGE BÄHR 1726-1743. IHRE RUINE ERINNERT AN ZEHNTAUSENDE TOTE UND MAHNT DIE LEBENDEN ZUM KAMPF GEGEN IMPERIALISTISCHE BARBAREI FÜR FRIEDEN UND GLÜCK DER MENSCHHEIT“

Da ich zur DDR-Zeit mehrere Male meinen Freund besuchte, habe ich auch mit meinem Freund Dresden besucht. Im Jahre 1987 habe ich in der Stadt viele Aufnahmen gemacht, somit auch von der Ruine der Frauen­kirche und der davor ange­brachten Gedenk­tafel. An dieser Gedenk­tafel wurden früher aus ver­schiedenen Anlässen Blumen­gebinde nieder­gelegt. Wieweit heute noch des Tages der Zerstörung Dresdens gedacht wird, kann ich nicht sagen. Vielleicht unterliegt dieser Anlaß auch der „Vergeßlich­keit“?

Diese Frauenkirche ist inzwischen wieder aufgebaut und feierlich übergeben worden; finanziert wurde sie durch Spenden. Im Jahre 2005 wurde sie der Bestimmung übergeben.

Bei dem letzten Besuch im Jahre 2004 hat sie die englische Königin besichtigt. Das goldene Kreuz über der großen Kuppel ist von Bürgern Englands gespendet worden, als Zeichen der Versöhnung.

Florian Mierzwa


UDH Nr. 99

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