BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 99  ¦  Januar – April 2012


Leserbriefe:

Johannes Heesters

Hat er im KZ Dachau nun gesungen oder nicht? Ich mutmaße, Ja! Aber ist das nicht gleich­gültig? Das KZ hatte ein eigenes Orchester, durch Sträflinge. „Sträflinge“ waren nicht alle. Der ehemalige U-Boot-Kommandant und spätere Kirchen­präsident von Hessen/Nassau, Dr. Martin Niemöller, Kriegs­dienst­gegner und Oster­marschierer, war daselbst „Hitlers persönlicher Gefangener“. Hat Hitler ihn gehaßt? Ich glaube kaum. Aber er konnte seinen Pazifismus nicht „gebrauchen“, das war's. Von Niemöller habe ich eine TV-Aufzeichnung, ein Interview, wo er sagt: „Ich habe unter den Nazis weniger gelitten als unter der evangelischen Kirche nach dem Kriege.“ Das darf man nach dem § 130 eigentlich gar nicht mehr sagen, nicht einmal als Zitat, da jede auch nur anflugs­mäßige „positive“ Erwähnung des National­sozialismus bei Strafe verboten ist — von wegen „Freie Meinungs­äußerung“! In einer Touristen­stadt lebt eine Frau, die als Kind von ihrem Vater inzestuös mißbraucht worden ist („niemand war besser als mein Vater“ — ). Der Vater wurde zu zwei Jahren ins KZ Dachau gebracht; ich weiß allerdings nicht, ob er später als „Verfolgter“ entschädigt wurde — ! Von Morden in Dachau weiß ich allerdings ganz gewiß! Die „Befreier“ haben spontan und ohne Gerichts­verhandlung die Wachmänner ohne Ausnahme von Kranken­schwestern und anderem Personal mit dem Maschinen­gewehr nieder­gemacht. Diese Dinge dürfen in dem freiesten Staate, den wir jemals hatten, nicht erörtert werden. Man sagt dann „Aufrechnung gilt nicht!“ Dabei ist dieser Satz dir größtdenkbare „Aufrechnung“, indem er sich als Absolutum setzt.

In einem hessischen Dorf gab es einen Taxifahrer, der ebenfalls nach Dachau kam, weil er einem Polen ein Stück Brot gab. Grausam? Sicher! Aber es war Brot, das deutschen Kindern fehlte — und „die Polen“ hatten ja keineswegs eine weiße Weste, den Deutschen gegenüber! Wahrheit ist ein sehr differen­ziertes Geschäft, und wir Deutsehen sind bei ihr noch nicht angelangt, im Gegenteil: wir entfernen uns von ihr immer mehr.

Johannes Heesters war ein sonniger Mensch, von ihm steht in der Bibel: „Wen Gott liebt, den läßt er jung sterben“, was wohl heißt: er ist im hohen Alter noch „jung“. Das war er und wird es in unserer Erinnerungen immer bleiben. Natürlich sind wir traurig, wenn solch ein Mensch von uns geht, und sei es nach 108 Jahren. Es gäbe nur eine Möglichkeit, nicht trauern zu müssen, nämlich zu wünschen, er wäre „nie geboren worden“. Aber das wäre ja abstrus!

In der „grausamen“ Bibel (Zitat Prof. P. Buggle, Freiburg) steht irgendwo: „Ihr verbringt eure Tage wie ein Geschwätz. Bedenkt, daß ihr sterben müsset, auf daß ihr klug werdet!“ Klug werden, das heißt doch das wesentliche zu erkennen. Was ist das wesentliche? Mein Psychologie-Professor am Päda­gogischen Institut hat einmal gesagt: „Wenn ich nach Hause komme, und ich hatte einiges gesagt, was meiner Mutter zuwider war, hat sie mich geschimpft. Mich, einen gestandenen Professor. Aber weiß Gott, es gibt doch wichtigeres als bloß den Veratand!“

Das meinte wohl auch Frederik Husler in seinem Buch „Das vollkommene Instrument“, womit er die menschlichen Stimm­bänder bezeichnete: „Im Himmel ist selbst der geringste Musiker auf Erden ein König!“

Und Jopi war weit mehr als ein „König“. Man brauchte nur die ersten Töne eines Liedes von ihm zu hören, und man wußte: ihm passiert niemals eine falsche Intonation.

Natürlich sind wir traurig. Aber wir sollten uns freuen, daß er lebte, das ist gewiß wahr! Gleichzeitig macht es uns weiter­denken!

Wieviele geniale Menschen wurden nie geboren, für ewig und alle Zeiten im Orkus ruhend? Seit dem Ende des 2. Weltkriegs — (eigentlich ist es der eine Weltkrieg, der „lange vor 1914 begann und noch andauert“ Alexander Solschenizyn im deutschen TV vor etwa 30 Jahren, nachts um 23 Uhr) — wurden etwa 6 Millionen Kinder durch deutsche Mütter getötet, ermordet; eine magische Zahl. Man kann auf 8 Millionen erhöhen! Wieviele Genies waren darunter? Nicht wahr, diesen Gedanken sollten wir denken! Es wäre angebracht — und vielleicht kommt irgendwann ein soge­nannter Politiker darauf, einen „Feiertag“ einführen zu wollen, das heißt: einen Gedenktag für das ermordete, nie geborene Kind!? Das wäre ein Aufruf an alle Parteien wie Christliche Mitte, Bund Gesamt­deutschland, an alle, denen für unser gebeuteltes Vater- und Mutterland ein fühlendes Herz schlägt! Eine Kranz­niederlegung dem ungeborenen, dem ermordeten Kind/Genie. Das wäre doch eine Demonstration wert?

Lieber Jopi, Du wärest doch dabei.…

Scripsit Eckhard Schäfer, fidicinus


Nur die Wahrheit führt zu echter Gemeinschaft

Bei ihrer Neujahrs­ansprache betonte die deutsche Bundes­kanzlerin, daß wir nie vergessen dürfen, daß die friedliche Vereinigung unseres Kontinents ein historisches Geschenk für uns alle ist, das uns über ein halbes Jahrhundert Frieden, Freiheit, Gerechtig­keit, Demokratie und Menschen­recht gebracht hat.

Da fragt man sich schon, über welche Art von Geschichts­kenntnissen die deutsche Bundes­kanzlerin tatsächlich verfügt und Menschen­rechte, Anstand und Gerechtigkeit zu beurteilen in der Lage ist.

Wie kann man von Menschen­recht und Gerechtig­keit in diesem Europa sprechen, in dem nach Ende des Zweiten Welt­krieges der grausamste Völkermord des 20. Jahrhunderts, begangen an einem Teil der deutschen Bevölkerung, stattfand; wo selbst Greise und Kinder auf brutalste Weise abge­schlachtet und, wie z. B. in Marienburg, zusammen­gebaggert wurden als Grundlage für den kompletten Besitz- und Landraub, um dies als Übernahme eines angeblich menschen­leeren Gebietes zu deklarieren.

Selbst George W. Bush schrieb darüber: „Einer der schwersten Fälle kultureller Ausrottung, die schlimmste Zeit ethnischer Säuberung in der ganzen Welt­geschichte traf vor 55 Jahren die Deutschen. Ethnische Säuberung ist ein Verbrechen gegen die Menschlich­keit, gleichgültig, wer sie an wem verübt.
Ich unterstütze die Aufgabe des Instituts für deutsch-amerikanische Beziehungen, die Öffent­lichkeit über die Tragödie der Ent­wurzelung von 15 bis 17 Millionen unschuldiger deutscher Frauen und Kinder aufzuklären.
Die unschuldigen Seelen wurden Opfer der schlimmsten Zeit ethnischer Säuberung in der ganzen Weltgeschichte, der ethnischen Säuberung 1944/1950.

Und wer weiß, daß Polen seit 1916 durch ständige Überfälle und feige Morde im Bereich der deutschen Ostgebiete bereits den Landraub geplant und ab 1920 schwerste Menschen­rechts­verletzungen an 11 Millionen Menschen der nicht­polnischen Minder­heiten (Deutsche, Juden, Ukrainer, Weißrussen) im Viel­völker­staat begangen hat, kann kaum glauben, daß Deutschland den Zweiten Weltkrieg ausgelöst haben soll, zumal der polnische Marschall Rydz-Smigly im Juni 1935 vor polnischen Offizieren erklärte: „Polen will den Krieg mit Deutschland, und Deutschland wird ihn nicht verhindern können, selbst, wenn es das wollte!“

Es ist unerträglich, daß deutsche Politiker die grausamen Verbrechen an Deutschen ver­harmlosen, recht­fertigen oder sogar billigen!

Durch Verdrängen und Leugnen der unleugbaren historischen Fakten kann es niemals eine wirkliche Versöhnung der Völker geben!

Wir erwarten von den Politikern, daß sie für das Volk, das sie angeblich vertreten, einstehen und den Menschen ihr erarbeitetes Lebenswerk und ihre seit Jahr­hunderten aufgebaute Heimat erhalten und nicht nur (Beispiel Wulff) an ihr persönliches Wohl­ergehen denken.

Ein Europa, in dem einem brutalen Massen­mörder- und Landräuber­staat höchste Rechte zuge­sprochen werden — Polen übernahm am 1. Juli 2011 die Rats­präsident­schaft der EU — kann niemals ein Garant für Gerechtig­keit und Menschen­rechte sein!

Also wird es für die deutschen Heimat­vertriebenen wohl niemals Gerechtigkeit geben!?

Dr. Eleonore Rau, Löbau


Vgl. auch → Standpunkte

Liebe Freunde,

Gerechtigkeit erwarten wir, wenn wir vor einem Gericht stehen — und selbst dort wird diese in vielen Fällen dem Recht­suchenden nicht zuteil.

Im politischen Bereich, ob innerhalb eines Landes oder zwischen Staaten, kann Gerechtigkeit nur erstritten werden.

In der BRD ist bei den Menschen das Gefühl für Recht und Wahrheit verloren gegangen. Wir „Über­lebende“ und hoffentlich noch einige aus den Generationen nach uns besitzen und vererben unseren Rechts­anspruch.

Horst Zaborowski


Bei uns zuhause

Gertrud von den Brincken
aus Nr. 18 Eckartbote, Mai 2001



Frühlingsbotschaft

Friederike Bradel

Unverhoffte Ein­quartierung

Es war in den letzten Tagen vor Ostern 1975. Ich wohnte damals im Allgäu; das Haus stand an einem Abhang. Unterhalb standen Bäume, Sträucher, es gab eine Wiese mit einer leer­stehenden Heuhütte. Meine Wohnung hatte einen Balkon, an der Wand hing ein Vogel­häuschen.

Am Mittwoch wunderte ich mich über das, was auf dem Boden des Balkons herumlag, kleine Zweige, Grashalme, Papier­fetzen und zerbissene Stoffreste. Wie kam das? Am Donnerstag fing es an zu schneien, ich stand an der Balkontür, dachte an die einsamen Feiertage und jetzt noch dazu das schlechte Wetter. Da huschte ein Eich­hörnchen übers Geländer, machte einen Sprung und in das Vogel­häuschen, es hatte etwas im Mäulchen gehabt. Alle meine traurigen Gedanken waren weg, denn das Eich­hörnchen fegte noch viermal am Haus ab und viermal herauf mit seinen Jungen.

Nachdem die Arbeit geschafft war, beob­achtete mich die Katzen­mutter eine Weile, dann verschloß sie das Eingangs­loch. Ich hatte also Besuch bekommen!

Gern nahm sie mein aus­gelegtes Futter an, hütete mich aber zu stören. So vergingen die Ostertage. Am Dienstag danach taute es um die Mittagszeit hatte ich die Freude zuzu­sehen, wie das Eich­hörnchen ihre fünf Kinder wieder in den alten Kobel zurückbrachte. Im Sommer sah ich öfter einen roten Flitzer durch die Bäume huschen.

G. Bell

UDH Nr. 99

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