BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 102  ¦  Januar – April 2013


Audiatur et Altera Pars

Man höre auch die andere Seite

Von Erwin Arlt

Die sprich­wörtlich „Alten Römer” wußten schon, was sich gehört und wie man sich politisch, rednerisch aus­einander­setzt, daß man einfach die andere Seite, die andere Partei auch anhört.

Der deutsche Dichter Johannes Pauli hat schon 1522 nach der Zeiten­wende in seinem Werk „Schimpf und Ernst” diese These ver­treten. Die früheste Fund­stelle aber ist wohl der römische Philosoph Seneca 1-65 nach der Zeiten­wende, der die These des „Anhörens beider Seiten ver­treten hat. Bei Augustinus 354 bis 430 nach der Zeiten­wende wird der Grundsatz haupt­sächlich bei Rechts­streitig­keiten ange­wendet.

Er hat sich dann im Laufe der Geschichte als brauch­barer, all­gemeiner Rechts­grundsatz bei Streitig­keiten, bei Gericht und in der politischen Aus­einander­setzung heraus­gebildet.

Schauen wir in die Geschichts­bücher, so können wir leicht fest­stellen, daß „Audiatur et altera pars” selbst in autori­tären Regimen, wenigstens bei Gericht meist ein­gehalten wurde. Erst das 20. Jahr­hundert hat mit seinen Dikta­turen und autoritären Regimen, zunehmend damit gebrochen. Das gilt sowohl für kommu­nistisch-sozialis­tische Regime, als auch für faschis­tisch-national­sozia­listische Regierungen.

Man sah in ihren Ideologien nicht nur den politischen Gegner, sondern den Feind, den es auszu­rotten galt, der ver­nichtet werden mußte. Denken Sie nur an Mao, Pol Pot und Stalin, aber auch an Mussolini, Hitler, Franco und andere.

Diese Praxis der Vernichtung und der Krieg als Fort­setzung der Politik mit anderen Mitteln, waren im 20. Jahr­hundert durchaus gang und gäbe, ja ist es außer­halb Europas oft heute noch so, wobei selbst Helmut Kohl Krieg der Europäer gegen Deutsch­land herbei­redete, wenn die Deutschen sich den Euro nicht aufzwingen lassen.

Außerhalb Europas, vorwiegend in islamistisch geprägten Staaten, sind deren Führer noch immer leichter zu Kriegen bereit und zur Ver­nichtung ihrer Gegner.

Trotzdem ist der Rechts­grundsatz „Audiatur et altera pars”, man höre auch die andere Seite, eine der kultur­histor­ischen Leistungen, die die Mensch­heit hervor­gebracht hat.

Es fragt sich, warum diese Errungen­schaft in der Politik, in bestimmten Prozessen bei Gericht in der BRD und BRÖ, ja in Europa oft nicht mehr ange­wandt wird.

Vor allem wenn es um politische Thesen, um Parteien geht, wird dieser hehre Grundsatz immer weniger beachtet. Gerade die real existie­rende BRD und BRÖ mit ihrem Fort­bestand an Dauer-Exorzismus des dritten Reiches, bewegt sich da auf sehr dünnem Eis, was die Gesetze betrifft, die sich gegen ganz bestimmte politische Richtungen wenden, die dann plötzlich gar­nichts mehr mit Demokratie und freier Meinungs­äußerung zu tun haben.

Denken Sie an Menschen in diesen nur teil­souveränen Staaten, die sich die Korrektur des Sieger­geschichts­bildes zur Aufgabe gemacht haben, die also von der „political correct­ness” abweichen, die mit barba­rischen Urteilen belegt werden. Dies hat dann gar­nichts mehr mit Freiheit des Wortes, mit sonst grund­gesetz­lichen Garantien beispiels­weise der Presse­freiheit zu tun. Das ist in Öster­reich nicht anders, als in dieser BRD.

Bei beiden Staaten bewirkt ein nicht koscheres Wort oder ein Stirn­runzeln des „Zentral­rates der Juden” oder der israeli­tischen Kultus­gemeinde schon, — daß die „Schuldigen” Besserung geloben! Das reicht manchmal schon nahe an den Begriff der „Gedanken­verbrechen” aus dem Roman „1984” heran.

Ähnliche Tendenzen beobachten wir bei dem Thema Ausländer und Massen­ein­wanderung ganz all­gemein, beim Thema „Zigeuner” im Besonderen, bei Themen wie Friedens­vertrag, Ost­gebiete, Vergangen­heits­bewältigung und in neuester Zeit auch beim Thema EURO und EU.

Im EU-Parlament raunt man sich laut Aussagen von Medien­leuten zu, daß ein Gesetz in Vor­bereitung sei, daß grund­sätzliche Kritik an der EU und dem EURO untersagt und unter Strafe gestellt werden soll.

Auch die Themen „Unsere Gold­reserven” und die Ein­schmelzung der BRD in eine diktato­rische EU, seien grenz­wertige Themen, laut Äußerungen von EU-Abge­ordneten.

Denn alles was mal grund­sätzlich von sog. „Nicht­regierungs­organi­sationen” als irgend­wie „Rechts” ein­gestuft wird - wenn­gleich es vielleicht nur national­konservativ ist, wird schon im vor­parlament­arischen Raum von diesen NGO's in den Orkus befördert und alle Parteien und Gruppen linker Provenienz, voran die „Antifa”, sieht darin automa­tisch „Nazis”!

Bestimmte Gruppen dieser Nicht­regierungs­organi­sationen haben da Priorität und weisen bei dieser Art von „Ent­nazifi­zierung” Scharnier­dienste zur Antifa und in die links­extremist­ische Terror­szene auf.

Damit erhält die somit gebrand­markte Gruppe keine Räumlich­keiten mehr für ihre politische Arbeit, bewegt sich auf den Straßen in Gefahr, körper­lich in Schläge­reien ver­wickelt zu werden. Die Polizei macht in vielen Fällen wiederum den „Beckstein”, indem sie leider zuwenig Beamte zum Schutz einer solchen Veran­staltung hat und manchmal auch gar­nichts sieht. Regens­burger Gast­stätten hängen aus Haß Schilder an die Türen, „Für Nazis kein Zutritt”, Speisen werden ver­weigert, ebenfalls Über­nachtungen in Hotels.

Früher, also während des dritten Reiches stand halt auf den Schildern „Juden haben keinen Zutritt.”

Es hat sich also nur die Gruppe der Aus­gegrenzten geändert.

Im 21. Jahrhundert angekommen, auf das das System so stolz ist und in einer Demokratie sollten solche Aus­wüchse sofort einge­stellt werden.

Wenn wir alle den Grundsatz „Audiatur et altera pars” bejahen und ein­halten, so ist es völlig gleich­gültig, welche Richtung, welche Partei oder Gruppe eine Versammlung, eine Demo, eine Kundgebung oder einen Aufmarsch veranstaltet, im Freien oder in einem Saal einer Gast­stätte, sie muß, wenn sie angemeldet ist statt­finden können und muß von der Polizei geschützt werden. Niemand wird ja gezwungen, die Meinung dieser oder jener Gruppe anzu­nehmen.

Jeder mündige Bürger soll dann ganz allein und selbst ent­scheiden, ob er die Thesen der Gruppe oder Partei für gut und richtig oder aber für falsch hält.

Alle anderen Sicht­weisen sind nicht nur grund­gesetz­widrig und sie passen vor allem nicht zur so oft zitierten „Frei­heitlich-demo­kratischen Grund­ordnung”, auf die sich doch die System­parteien berufen.

Schauen wir in diesem Fall doch einmal auf unsere Nachbar­länder in Europa, die haben alle freiheit­lichere Gesetze und Partei­verbote kennen sie schon garnicht.

Will das System die „Anti­faschi­sierung” noch weiter betreiben und wie von den „GRÜNEN” gefordert, das Grund­gesetz abschaffen und eine ent­sprechend neue Verfassung verkünden, dann geht diese BRD halt auf Umwegen den Weg, wie ihn die ehe­malige DDR schon hinter sich hat. Zunächst wollen die Links­parteien natürlich nur eine „DDR-light”, alles andere so sagen sie, wird sich finden!

Ihre endgültige Absicht aber deckt sich mit den EU-EURO-Extre­misten, nämlich die Ein­schmelzung dieser BRDDR in eine dikta­torische EU von 350 – 400 Millionen Menschen.

Dann brauchen wir uns auch keine Gedanken mehr zu machen, ob der Grundsatz „Audiatur et altera pars” oder das Grund­gesetz einge­halten wird!

Hoffnung aber bringt uns der große deutsche Philosoph Immanuel Kant ( 1724 – 1804 ). Er sagt: „Die unges­chriebenen Gesetze und Zwänge der Natur werden letzt­lich das­jenige Volk belohnen, das sich allen Wider­wärtig­keiten zum Trotz erhebt, um gegen Unge­rechtig­keiten, Lügen und Chaos anzu­kämpfen!”


Wo sind die Völker geblieben…

…die zu Zeiten von Immanuel Kant ihr Schicksal in die eigene Hände genommen und ihre kulturelle und nationale Identität, Hab und Gut — letzt­endlich ihr eigenes Leben eingesetzt haben?

Eine entscheidende geschicht­liche Wende war in den Befreiungs­kriegen durch Preußen vom Napoleonischen Joch. Von diesem Freiheits­kampf wird in der heutigen Publizistik nicht mit einer Zeile berichtet.

Der 1939 mit militäri­schen Mitteln entfachte Befreiungs­krieg von dem Vertrag von Versailles, dem Sieger­diktat nach dem Ersten Weiltkrieg, wird hingegen des öfteren in den Medien berichtet. Insbe­sondere immer dann, wenn neuen Forderungen für Benachtei­ligte aus aller Herren Länder nach­gegeben werden soll.

Teilweise befördern wir, die wir mit gutem Gewissen uns für unsere deutsche Kultur, für unsere Demokratie, wie diese in der Weimarer Republik praktiziert wurde, ein­setzen, diese Forde­rungen selbst, wenn wir das Schlagwort vom 3. Reich in unseren Argumen­tationen einsetzen.

Fakt ist: Es hat kein Völker­rechts­subjekt 3. Reich gegeben. Nach dem Völker­recht besteht das Deutsch Reich mit seiner Weimarer Verfassung bis auf den heutigen Tag. Daran ändert nichts, daß auf Boden des Zweiten Deutschen Reiches von den militärisch sieg­reichen Alliierten die DDR und BRD als Staaten instal­liert wurden. Willige Hiwis gab es bereits zu Napoleons Zeiten.

Horst Zaborowski


UDH Nr. 102

Sprung zur Indexseite Sprung zur Seitenübersicht