BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 102  ¦  Januar – April 2013


Buchbesprechung:

Titel: König Dedefre

Untertitel: Der Fremdling aus dem Norden

Autorin: Herta von Auer

Der Roman findet im alten Ägypten z. Z. der IV. Dynastie statt, etwa um die Zeit vor vier­einhalb Jahr­tausenden.

Die Haupt­person Philitis ist ein Königs­sohn aus dem Norden (germa­nische Völker­schaften?), der ein Gerichts­ver­fahren mit möglicher Todes­strafe zu erwarten hatte, der aus seiner Heimat floh und am Hofe des Pharao Cheops (Chufu) Aufnahme fand. Cheops adoptiert den Fremdling und bereitet diesen auf die Thron­besteigung in Ägypten vor. Nach Cheops Tode über­nimmt nun der etwas hell­häutigere Adoptiv­sohn des Ver­storbenen das Amt des Herrschers und erhält den könig­lichen Namen Dedefre. Es liegt auf der Hand, daß ein Fremder, nicht ganz „blau­blütig”, mit unge­heuren Schwierig­keiten zu kämpfen hat und sich mit dem Adel, der auch zum Throne strebt, mit der all­mächtigen Priester­kaste und den rest­lichen Thron­anwärtern aus­einander­zu­setzen hat.

Diese Entwicklung vom Fremdling zum Pharao dar­zustellen, gelingt der Autorin in aus­gezeich­neter Art und Weise. Mit einer behut­samen, ein­fühlenden Sprache wird der Leser in eine andere Welt einer längst ver­gangenen Zeit mit­genommen, so daß er meint, direkt als Zuschauer dabei zu sein.

An dieser Stelle müssen aller­dings ein paar Dinge erwähnt werden, die nicht ganz stimmig sind.

Erstens: Vor vier­einhalb­tausend Jahren gab es im Norden noch keine König­tümer.

Zweitens: Die Zeit­bestimmung nach dem Mond, mit Schalt­tagen; die Zeit­bestimmung nach der Sonne, mit anderen Ein­schaltungen, waren im Norden zur damaligen Zeit noch nicht bekannt.

Drittens: Der Übergang vom Poly­theismus zum Mono­theismus erfolgte nicht zur Zeit des Cheops, sondern wurde vom Pharao Amenophis IV. (eher bekannt unter dem Namen Echnaton) in die Wege geleitet. Dieser lebte aller­dings knapp tausend Jahre später!

Viertens: Historisch richtig: Djedefre und nicht Dedefre!

Ergebnis:
Es ist zwar kein ausge­sprochen histo­rischer Roman entstanden, wie eben dar­gelegt, sondern viel mehr und viel besser ein Roman über die Staats­kunst und den richtigen Gebrauch von Macht. Das ist zu Beginn des 21. Jahr­hunderts nach Chr. eine ganz große und not­wendige Leistung. Schaut man sich in der Welt um, bemerkt man, daß die Staats­kunst fast gänzlich der Mensch­heit ver­loren­gegangen ist. Man sieht nur noch Dikta­toren, Ideologen und die unfähigen nega­tiven Aus­lesen an den Hebeln der Macht. Seltene Aus­nahmen bestätigen auch hier die Regel! Aus diesen Gründen muß man fest­stellen, daß dieses Buch zur rechten Zeit erschien und nicht nur den Herr­schenden, sondern auch den Beherrsch­ten zu einer besseren Selbst- und Politik-Erkenntnis ver­helfen kann. Ein außer­gewöhn­liches Lese­vergnügen. Unbedingt empfehlens­wert für alle und jeden!


UDH Nr. 102

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