BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 102  ¦  Januar – April 2013


Wer hätte das gedacht, daß wir nach der Vertreibung den Deutschen und der Welt klarmachen müssen, daß dort, wo wir herkamen, deutsche Gebiete sind?

Während des 1. Weltkrieges wurde dem Deutschen Reich ein fairer Friedens­schluß durch die 14 Punkte von dem damaligen ameri­kanischen Präsidenten Wilson »Auf Grund des Selbst­bestimmungs­rechtes der Völker« angeboten. Der „faire” Friedens­schluß endete mit dem »Versailler Diktat« und von einem Selbst­bestimmungs­recht konnte nicht die Rede sein, denn Polen bekam trotz Abstimmung für das Reich große Gebiete von Ober­schlesien. Industrie, mit der der Agrar­staat Polen nichts anfangen konnte und dort eine unter­entwickelte Rolle spielte.

Dieser »Friedens­vertrag« ver­ankerte die radikale Minderung der Souve­ränität in praktisch sämtlichen Bereichen: Der Gebiets- und Wehr­hoheit, der Finanz- und Gerichts­hoheit des deutschen Staates. Staats­rechtler Ernst Rudolf Huber: Die dauernden ein­seitigen Unter­werfungen der Weimarer Republik unter die Bestimmungs- und Ein­mischungs­macht hege­monialer Mächte stellte mit der Souve­ränität auch die Ver­fassungs­autonomie der Weimarer Republik vom Anfang bis zum Ende ihres Bestehens in Frage.

Ohne Volks­abstimmung wurden vom Deutschen Reich abge­trennt:

  1. Das Memelgebiet. Es unterstand bis 1923 alliierter Kontrolle, wurde dann von den Litauern besetzt und — unter Auf­erlegung eines Autonomie-Status — 1924 Litauen übereignet.
  2. Das Gebiet um Soldau erhielt ohne Volks­befragung Polen.
  3. Das Gebiet um Danzig. Es wurde gegen den aus­drücklichen Protest der Danziger Bevöl­kerung in eine „Freie Stadt” umge­wandelt, nachdem die noch weiter­gehende Forderung der Polen, Danzig vorbehalt­los mit Polen zu ver­einigen, von dem britischen Lloyd George mit dem Hinweis auf den ein­deutig deutschen Charakter der Stadt zurück­gewiesen worden war.
  4. Der größte Teil der Provinz Posen, den Polen erhielt.
  5. Der größte Teil der Provinz West­preußen, der im „Polnischen Korridor” aufging. Dieser Korridor trennte das Reich von Ost­preußen, ohne Rück­sicht zu nehmen auf den Willen der betrof­fenen Bevölkerung, um Polen nach dem Willen der Sieger­mächte einen unbe­hinderten direkten Zugriff zur See zu gewähren.
  6. Der östliche Teil der Provinz Pommern, den das gleiche Schicksal wie West­preußen traf.
  7. Teile von vier nieder­schlesischen Kreisen, die ebenfalls Polen zuge­sprochen wurden.

Das Deutsche Reich stand bei den Wahlen 1933 vor der Frage, ob es jetzt schon den Kommunismus im Lande haben wollte oder noch national denkt. Die Komintern Lenins, als revolu­tionäre Organisation, wollte die klassen- und staaten­lose Global­gesellschaft. Jetzt kam auch das, was im inter­nationalen Völker­geschehen kommen mußte — der Zweite Weltkrieg.

Die Sieger besetzten und teilten Deutschland. Nach der fast 50jährigen Besetzung wurden sie »feierlich« verab­schiedet. Dabei haben die Staats­männer der Sieger unsere Politiker aufgerufen, mehr Verant­wortung und mehr Aktivi­täten auf der politischen Welt­bühne zu über­nehmen. Dieser »Aufruf« blieb bis heute unge­nutzt. Deutsch denken und handeln ist uner­wünscht, wir sollen unser Land aufgeben, obwohl uns das jüdische Volk gezeigt hat, 2000 Jahre auf seinen Staat zu warten. Oder die Polen, die in ihrer Geschichte mehr­mals geteilt waren, aber für sie immer noch der Satz von Paderewski galt: »das nationale Gewissen ist stärker und dauer­hafter als Regierungen.«

Wo ist unser nationales Gewissen?

Entnommen den Ostdeutschen Nachrichten,
47. Jahrgang, Nr. 6, Bielefeld, dem 1. Juni 1995


Vertrieben wird, solange es sich lohnt

Leider bestimmen noch immer vorwiegend nationale Interessen die Europa- und Welt­politik. Diese Politik orientiert sich nicht an gemeinsamen und feierlich abge­gebenen Erklärungen zu den Menschen­rechten, sie verstößt gegen das Völker­recht, sie mißachtet das Selbst­bestimmungs­recht und das Recht auf die Heimat; es gilt auch am Ende dieses Jahr­hunderts nach wie vor das Recht des Stärkeren.

Kriege, Ver­treibungen aus der ange­stammten Heimat mit Verge­waltigungen und Morden werden sich so lange wieder­holen, solange sich solche Verbrechen „lohnen”. Erst wenn Staaten, die sich den Völker­rechts­normen wider­setzen, von den Vereinten Nationen und der Nato ausge­schlossen werden, wenn man menschen­ver­achtende Handlungen nicht noch mit einem Land­erwerb „belohnt” und erst wenn diese Kriegs­verbrechen — ohne Ansehen, von wem und an wem sie begangen wurden — ein­schließlich der Annexionen mit Nachdruck wieder­gut­gemacht worden sind, erst dann können die Menschen ohne Sorge und Angst in die Zukunft blicken.

Nicht erst „der Krieg im früheren Jugo­slawien” hat „Konse­quenzen, die weit über den Kriegs­schau­platz hinaus­reichen”, sondern auch bereits die Ver­treibung der Deutschen aus Ost­preußen, Pommern, Nieder- und Ober­schlesien und dem Sudeten­land am Ende des Zweiten Welt­krieges schuf einen Präzedenz­fall, der sich dann im aus­einder­fallenden Jugoslawien — wie von den Vertreiber­staaten, im Jahre 1945 beginnend, vor aller Welt ausgeführt — ebenso mit Ver­treibung, mit Verge­waltigungen und Morden, mit dem Raub der gesamten Habe wieder­holte. Aber auch in anderer Hinsicht wurden Präzedenz­fälle geschaffen.

Die vertriebenen Palästin­enser kämpften mit der Waffe für ihr Recht — mit Erfolg.

Die deutschen Heimat­ver­triebenen ver­zichteten auf Rache und Gewalt, sie fordern nur ihre Rechte — bis heute ohne jeden Erfolg.

Der einstmalig weltweit als Terrorist ange­prangerte Arafat erhielt jetzt den Friedens­nobel­preis.

Wer die Rechte der deutschen Ver­triebenen fried­fertig einfordert, wird ver­teufelt, obwohl ein wirkliches Mit­einander, ja sogar Freund­schaft zwischen den Deutschen und Polen bzw. Tschechen nur auf dem Fundament der Wahrheit, des Rechtes und der Gerechtig­keit entstehen kann.

Die Vertriebenen aus dem ehe­maligen Jugo­slawien, die ver­triebenen Ost- und Sudeten­deutschen, die vertriebenen Polen, alle Vertriebenen würden, wenn ihnen nicht Recht widerfährt, das Vertrauen in Europa verlieren.

Was nutzen die Menschen­rechte, was nutzt das Völker­recht, wenn Ver­treibungen weltweit Mittel der Politik bleiben?

Kottwitz

UNSER OBERSCHLESIEN, NR. 2/95
OSTDEUTSCHE NACHRICHTEN
39. Jahrgang Nr. 7; Bielefeld, dem 1. Juli 1987; Einzelpreis DM –,50

Teilung Oberschlesiens

Am 15. Juli 1922 senkten sich in Ober­schlesien die Schlag­bäume, sie zer­schnitten das Land, sie zer­rissen das Volk. Etwa 100.000 Deutsche mußten Ober­schlesien verlassen.

geteiltes Oberschlesien (1922)(geteiltes Oberschlesien)

Unter Mißachtung des Willens der Mehrheit der Bevölkerung wurde Ober­schlesien durch Beschluß einer Bot­schafter­konferenz vom 20.10.1921, gestützt auf Artikel 88 des Versailler Vertrages und auf eine Empfehlung des Völker­bund­rates, geteilt. Es wurden 3.213 qkm mit etwa 950.000 Einwohnern Polen zugesprochen.

Aber die 3.213 qkm trugen den Großteil der Industrie. Es fielen an Polen:

Das Genfer Abkommen über Oberschlesien vom 15. Mai 1922

Über Oberschlesien entschied nicht der Wille der Bevölkerung, deren Mehrheit am 20. März 1921 unter den erschwer­endsten Umständen für Deutschland gestimmt hatte, sondern der Miß­brauch der Macht, die politische Einsichts­losigkeit der Sieger. Der Reichtum Ober­schlesiens wurde seinen Menschen zum Verhängnis.

F. Mierzwa


Flüchtlinge !

Kann uns denn niemand Antwort geben ?

Hanna Deu


Ein grenzenloses Heimweh um die verlorene Heimat spricht aus diesen Versen.

Die bange Frage nach der Zukunft der Flücht­linge fordert gebieterisch vom gesamten deutschen Volke die klare und eindeutige Antwort einer sofortigen tat­kräftigen Hilfe. Wir alle haben gemeinsam die Lasten des ver­lorenen Krieges zu tragen, wir alle haben weder ein moralisches hoch verbrieftes Recht darauf, unser Eigentum, an dem die Kriegs­furie zufällig ver­schonend vorbei­ging, als unser alleiniges Privileg zu betrachten, solange es noch Flücht­linge gibt, die größere Opfer an Existenz, Gut und Heimat gebracht haben.

Flüchtlinge sind keine Zigeuner und lästige Almosen­empfänger, die man am liebsten abschieben möchte! Schicksal ist aller deutschen Menschen Schicksal … …

Aus dem Nachlaß einer ver­storbenen Schlesierin.
Die Redaktion


UDH Nr. 102

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