BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 102  ¦  Januar – April 2013


„Das Völkerrecht definiert immer der Sieger!”

Dr. Tomislav Sunic

Aus: Der Schlesier, Nr. 42, 25.10.2011

Auctoritas — non Veritas facit legem”: „Macht schafft Recht, nicht Wahrheit.”

Mit diesem Satz spricht Dr. Tomislav Sunic sein Todes­urteil für das Über­lebens­recht der Mensch­heit. Macht ist die Definition eines Augen­blickes in der Geschichte. Augen­blicke kommen und gehen, die Mensch­heit bleibt. Die Sieger von heute sind die Unter­legenen von morgen.

Recht und Wahrheit können nur gemeinsam Friedens­garantie sein. Wenn das Recht die Wahrheit beugt, ist es kein Recht mehr. Eine Macht, die dieses Recht durch­setzt, hat ihren Unter­gang bereits selber in Gang gesetzt.

Sunic: Wie uns der große deutsche Völker­rechtler Carl Schmitt lehrte, unter­schieden die europä­ischen Staaten im klassischen europä­ischen Völker­recht in der Zeit vom Wiener Kongreß 1815 bis zum Beginn des Ersten Welt­krieges strikt zwischen Zivilisten und Soldaten. Die geg­nerische Seite wurde weder dämonisiert noch sata­nisiert, sondern immer juristisch als „gerechter Feind” (justus hostis) definiert. Der Begriff „Kriegs­verbrecher” kam erst nach dem Ende des Ersten Welt­krieges auf.

Wenn Dr. Tomislav Sunic den deutschen Völker­rechtler Carl Schmitt mit dem Begriff „im klas­sischen europä­ischen Völker­recht” zitiert, so ist dies gerecht­fertigt. Leider wird in diesem Zusammen­hang nicht auf den West­fälischen Frieden, der zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück geschlossen wurde, hin­gewiesen.

In diesen Tagen und Wochen ist der Einsatz von Amerikas Drohnen-Programm unter Präsident Barack Obama außer Kontrolle geraten. Die Zahl der Opfer liegt in den Tausenden, unter ihnen etliche Zivilisten, die mit dem Terror­netz al-Qaida nichts verbindet.

Herr Dr. Tomislav Sunic, ist das die Macht, die Recht schafft?

Horst Zaborowski


UDH Nr. 102

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