BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 103  ¦  Mai – August 2013


Was versteht man unter Versöhnung?
Was sind christ­liche Werte?

Wessen Opfer sind wir eigentlich, wir Ost­deutschen?

Laut Prof. Dr. Guido Knopp sollen wir Hitlers letzte Opfer sein. Eine Halb­wahrheit, dem vor­herr­schenden Zeitgeist geschuldet. Wer die Daten­leiste, die Abfolge der Ereignisse sauber abar­beitet, begreift schnell, wir sind Opfer der System­auseinander­setzung. Es ging und geht immer um Macht und Geld, Land und Rohstoffe, so wie um strate­gische Vorteile.

Auch 1945 auf der Potsdamer Konferenz (Juli/August) bei der Gebiets­amputation Ost­deutsch­lands, der Teilung Mittel- und West­deutsch­lands, so wie der West­verschiebung Polens. Daß man dabei gegen alle, auch damals schon geltenden Völker­rechts­normen verstieß, daß es keine Kollektiv­schuld gibt, wird längst allgemein anerkannt.

Auch die Allein­kriegs­schuld Deutsch­lands wird immer öfter in Frage gestellt.

Als die großen Drei, die beiden Alten und der Neue, drei Monate im Amt in Potsdam konfe­rierten, war der II. Weltkrieg ja erst in Europa beendet. Truman erfuhr am 24.07.1945 von seinen Waffen­schmieden: die Bombe ist fertig, das neue Zeit­alter kann einge­läutet werden! Als statt Churchill — hatte sich am 25. 07. abgemeldet — Attlee als neuer Regierungs­chef Groß­britanniens an der Konferenz teilnahm, wurde Truman unruhig. Er mußte in sein Haupt­quartier. Also, Kompromiß. Die Zonen­grenzen, künftige System­grenzen und Staats­grenzen waren gesteckt. In Berlin hatte jeder Sieger seinen Sektor. Alles andere wurde auf eine künftige Friedens­verhandlung verschoben.

In Bezug auf die polnische West­grenze nahm man wort­getreu den Text der Jaltaer Konferenz (Februar 1945) fügte aber hinzu, daß die unter polnischer Ver­waltung stehenden deutschen Ostgebiete nicht zur sowje­tischen Besatzungs­zone zählen. Natürlich mußte man der SU die Curcon­linie als West­grenze zugestehen. Sie hatte damit eine direkte Grenze zu Ungarn (1956) und zur ČSSR (1968). Mit der sowje­tischen Enclave in Ost­preußen wurde der Zugang zur Ostsee erheblich erweitert, aber auch die Balten wurden — zumindest auf dem Landweg — abge­riegelt.

Mit Polen schufen sich die Sowjets einen Puffer­staat, dessen neue West­grenze, aber auch die kürzest mögliche Ostgrenze Deutschland in seiner nördlichen Hälfte war. Sicher wird man mit mehr und länger anhal­tender Dank­barkeit gerechnet haben !

Man darf nicht nur die km² vergleichen.

Unsere Heimat war ein schönes, reiches, auch oft geschun­denes Land. Nie ein Schlaraffen­land, aber immer auf der Höhe der Zeit (Verkehrs­wege, Infra­struktur), was man von den Gebieten, die Polen zurück­geben mußte, nicht behaupten kann. Natürlich war vieles kriegs­bedingt zerstört, aber doch wohl schneller instand­gesetzt, als östlich der Curcon­linie völlig neu geschaffen.

Auch die USA konnten sich nun leisten, was nach dem I. Weltkrieg noch nicht möglich war:
die Unter­haltung eines über­seeischen Stütz­punktes in Europa.
Vor allem die Ent­wicklung des Flug­wesens hatte die Voraus­setzung geschaffen.

An das polnische Märchen von den „wieder­gewonnenen Gebieten” glaubte niemand ernst­haft. Es diente eigent­lich nur zur Beruhigung für die Polen. Man konnte lange bevor das national­sozia­listische Propaganda­ministerium, oder kommuni­stische Chef­ideologen Geschichts­bücher zensierten schon lesen

Das Liberum vetoNie pozwalam / ich miß­billige” war die Formel, mit der sich die Polen selbst unre­gierbar machten.

Es geht hier nicht darum, das den heutigen Polen zum Vorwurf zu machen. Sie müssen es aber wissen. Auch, daß zeitlicher Ablauf und Richtung bei der Enteignung und Ver­treibung der Deutschen zwar von den Kommunisten vor­gegeben wurden, die streng­gläubigen Katholiken aber nur allzugern folgten.

Den weiteren Verlauf der Geschichte mal als bekannt voraus­gesetzt, die aus wahl­taktischen Gründen und Stimmen­fang genährten Hoff­nungen, als von führenden Parteien in der BRD Verzicht noch als Verrat galt bis zur Wende, als aus DDR/Mittel­deutschland plötzlich Ost­deutschland wurde und als man, um die Teil­vereinigung möglichst schnell abzu­wickeln, auf Ost­deutschland verzichtete.

Natürlich wurden Kohl und Genscher dabei auch erpreßt. Seit 2004 ist Polen nun Mitglied der EU und mittler­weile größter Netto­empfänger — und Deutsch­land bleibt größter Netto­zahler. Derzeit zahlt die 4. Generation der Ent­eigneten und Ver­triebenen mit, egal, über welche Steuerart sie abgefaßt wird.

Ein einmaliger Vorgang in der Geschichte!

Dank der deutschen Geld­spritzen kann sich Polen lt. Sächs. Zeitung vom 28.03.2013 nun sogar erlauben, in den „wieder­gewon­nenen Gebieten” Sonder­wirtschafts­zonen ein­zurichten und mit Sonder­konditionen auch deutsche Firmen zum Standort­wechsel zu locken.

Wie auch immer

Was auch immer die Zukunft bringen mag, auf inter­nationale Gerichte sollten wir uns keines­falls verlassen.

Wir müssen unsere deutschen Versöhnungs- und Scheckbuch­politiker, die sich einer­seits rund um den Erdball Sorgen um die Einhaltung völker­rechtlicher Normen machen, nicht müde werden, andere zu belehren — aber nichts zur Wieder­gutmachung und Ent­schädigung der Ost­deutschen unter­nehmen — in die Pflicht nehmen, indem wir sie an ihren Amtseid erinnern.

Es wäre verfehlt, hier Möglich­keiten und Verfahrens­weisen auf­zulisten. Am Anfang stehen muß der politische Wille. Also, ihr Alten. Es gibt von jeder ost­deutschen Provinz einen Städte­atlas, von jedem ost­deutschen Kreis eine Karte im Maßstab 1 : 100 000 alles dokumentiert. Den Versöhnungs­politikern quer durch die Parteien­land­schaft, die Ehren­bürger in polnischen Städten sind, Preise gern annehmen, egal, ob katholischer Priester, prote­stantischer Bundes­präsident oder prote­stantische Bundes­kanzlerin, müssen wir deutlich sagen, nicht nur Ostdeutsche sind bis 99,9 km vor Moskau marschiert, in Narwik, Kreta und Nord­afrika gelandet und bis an den Atlantik gerollt.

Im September 2013 wird wieder gewählt.
Schaut Euch die Programme an.

Siegfried Bunzel


UDH Nr. 103

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