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Freistaat Schlesien

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10.10.2002

Sehr geehrter Herr Kardinal !

Mit der an Polen erfolgten Preisgabe der Kirchenbücher aus den deutschen Ostgebieten — Kirchenbücher, die hier in Regensburg im Bischöflichen Archiv aufbewahrt waren — sind wir katholischen Vertriebenen überhaupt nicht einverstanden.
Diese Preisgabe erfolgte unter Berufung auf das Kanonische Recht — zu Unrecht, denn das Kanonische Recht sieht den Fall einer Vertreibung des größten Teils der Bevölkerung, für welche die Bücher erstellt und geführt wurden, nicht vor. Im vorliegenden Falle wird das territoriale Herkunftsprinzip durch das personale Herkunftsprinzip ersetzt. Wir, die wir aus unserer Heimat vertrieben wurden, werden nun auch eines Teiles unserer Identität beraubt. Wenn schon, dann hätte man Kopien geben können.
Dieser Vorgang reiht sich passend an den — berühmt-berüchtigten, in dem deutsch-polnischen Kommuniqué nach dem Besuch deutscher Bischöfe in Warschau zum Ausdruck gebrachten — „Dank an Gott für die bestehende Grenze“ (die Oder-Neiße-Grenze), welche nur gezogen werden konnte nach der Vertreibung von Millionen Deutscher aus ihrer angestammten Heimat. Unsere Kirche ist mit ihrem Oberhaupt nicht mehr römisch-katholisch, sondern polnisch-katholisch.

Wir befinden uns in einer zweiten Vertreibung — der Vertreibung aus unserer Kirche, der wir auch in schwerster Zeit die Treue gehalten hatten.

Für die Folgen dieser Situation müssen ihre Verursacher sich vor Gott verantworten.

gez. Christa Thoma
gleichzeitig für viele katholische Vertriebene

UDH Nr. 62


An den Petitionsausschuß

Brigitta Koschany 14.08.2002

Einschreiben mit Rückschein

Mein Schreiben vom 16.07.2002 an Herrn Bundestagspräsidenten Thierse

Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident!

Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Einflußnahme!
Aufgrund meines Schreibens an Sie vom 16.07. habe ich unter dem 18.07., Briefkopf
Deutscher Bundestag, Petitionsausschuß, unterzeichnet von Frau Margrit Weisel,
eine Antwort erhalten. Dazu meine Stellungnahme:

Mir liegt eine Broschüre vor, Herausgeber Deutscher Bundestag, Referat Öffentlichkeitsarbeit, 53113 Bonn, Bundeshaus, mit dem Titel Stichwort

Im Vorwort, 2. Absatz, heißt es u.a.:

Ich bitte Sie herzlich, darauf hinzuwirken, daß mein Schreiben vom 02.01.2002 an den Petitionsausschuß und meine Ergänzung zu vorgenanntem Schreiben an den Petitionsausschuß nicht auf Eis gelegt, sondern umgehend auf die Tagesordnung des Petitionsausschusses gesetzt werden, und ich eine Antwort mit Protokoll des Petitionsausschusses erhalte. Ich füge zu den vorgenannten Briefen weitere Schreiben in dieser Angelegenheit.

Ich fühle mich durch die bisherigen Antwortschreiben in meiner Menschenwürde durch die Bundesregierung Deutschland schwer verletzt! Herr Staatssekretär Volmer hat bis zum heutigen Tage weder geantwortet noch seine Aussage berichtigt.

Soweit ich informiert bin, sind Sie, Herr Bundestagspräsident, ein Vertriebener aus Schlesien, also ein Vertriebener aus dem Deutschen Reich! Ich hoffe, daß Sie mir in heimattreuer Verbundenheit helfen werden, daß meinem

Ich bitte Sie, mir zu helfen, daß in unserem deutschen Vaterland der Wahrheit und dem Recht — auch den Heimatvertriebenen aus dem Deutschen Reich — Raum gegeben wird!

Ich bitte Sie, sämtliche Anlagen zu diesem Schreiben an den Petitionsausschuß weiterleiten zu lassen! Ich danke Ihnen im voraus!

Ich grüße Sie

Anlagen:

Apostolischen Visitator König

Apostolische Visitatur
Krumme Str.9
48143 Münster

3.1.2002

Sehr geehrter Herr Prälat König!

In Ihrem freundlichen Grußwort zu Weihnachten im Heimatbrief Nr.6 S.103 an die Leser kritisieren Sie zu Recht, daß die deutsche Volksgruppe in Schlesien wenig Unterstützung und Rückendeckung durch die BRD erhält und sich im Stich gelassen fühlt. Sie schreiben weiter, daß sie sich als Deutsche fühlen und in Polen weiter leben möchten. In diesem Punkt aber muß ich Ihnen aus meiner Erfahrung mit den Daheimgebliebenen in Schlesien widersprechen! Meinen Sie wirklich, daß die Menschen, die sich, wie Sie richtig sagen, als Deutsche fühlen in Polen weiter leben möchten? Diese in Schlesien Daheimgebliebenen fühlen sich nicht nur als Deutsche, sie sind Deutsche, die zwangsweise zu „Polen“ gemacht wurden, indem man ihnen die polnische Staatsbürgerschaft und die polnische Sprache aufzwang. Diese „Deutschen in Polen“ wie sie sich selbst mir gegenüber nennen, wollen nicht weiter „in Polen“ leben, sie wollen in der Heimat Schlesien leben, die leider seit der polnischen Annexion 1945 im polnischen Machtbereich liegt. Unsere Deutschen in Schlesien nehmen aus Heimatliebe dieses Unglück auf sich, nicht weil sie „weiter in Polen leben möchten“! Sie sind gezwungen, in „Polen“ zu leben, wenn sie nicht die Heimat aufgeben wollen, weil bei der Wende unter Erpressung über den 2+4–Vertrag die Grenzbestätigung von einer schwachen und verbrecherischen BRD-Regierung erzwungen wurde.
Unsere Deutschen in Schlesien möchten nicht „weiter in Polen“ leben, es wäre ihnen der größte Wunsch, den ihnen unser Herrgott erfüllen könnte, wenn ihre/unsere Heimat wieder zu Deutschland gehören könnte! Vor 800 Jahren starb am 8.12.1201 Boleslaus der Lange. Sein Sohn Heinrich I, wurde Herzog von Schlesien. Mit ihm wurde seine Gattin Hedwig von Andechs Schlesiens Herzogin. Damit bekam die Loslösung Schlesiens von Polen weiteren Auftrieb.

Schlesien wurde unumstößlich deutsch bis zur völkerrechtwidrigen Vertreibung der angestammten deutschen Bevölkerung 1945 nach Kriegsende. So unser Herrgott will, durch Fürbitte unserer Patronin St. Hedwig, wird sich Schlesien wieder von Polen lösen. Bestrebungen dahin gibt es sogar unter den dortigen Polen.

Im gleichen Heimatbrief geht es auf S.111 um den „Umgang mit Kirchenbüchern“. Auch hier kann ich das Gesagte nicht widerspruchslos hinnehmen. Es heißt da zur Entschuldigung, daß die ostdeutschen Kirchenbücher der polnischen kath. Kirche übergeben werden sollen, weil sie Kirchengut sind: „Nach Kirchenrecht gehören Kirchenbücher in die Diözesen und Gemeinden, für die sie geführt wurden und deren wechselvolle Geschichte sie widerspiegeln.“ Nun erhebt sich da bei mir die Frage „für welche Gemeinden wurden die fraglichen Kirchenbücher geführt?“ Etwa für die polnischen Gemeinden, die nach der Vertreibung der deutschen Gemeindeglieder im geraubten Land entstanden sind? Oder wurden die Kirchenbücher für die deutschen Gemeinden geführt, die durch die Vertreibung grausam zerschlagen wurden? Betreffen die Eintragungen in den fraglichen Kirchenbüchern die Ahnen der Deutschen aus jenen Kirchengemeinden oder betreffen sie die Ahnen der seit 1945 „eingewanderten“ Polen, die sich nach der Vertreibung der rechtmäßigen deutschen Gemeindemitglieder in deren Häusern und Kirchen breitgemacht haben? Spiegeln die deutschen Kirchenbücher die wechselvolle Geschichte der deutschen Gemeinden wider oder der polnischen Gemeinden, welche erst entstanden sind durch den in der Geschichte, auch in der Kirchengeschichte einmaligen völligen „Austausch“ der Bevölkerung?
Wenn nach Kirchenrecht die Kirchenbücher in die Diözesen und Gemeinden gehören, für die sie geführt wurden und deren wechselvolle Geschichte sie widerspiegeln, dann gehören alle Kirchenbücher, welche in den deutschen Ostgebieten bis 1945/46, also bis zur Vertreibung der Gemeinden, für die sie geführt wurden, dorthin, wo sich diese Gemeinden jetzt befinden, nämlich in die Bundesrepublik Deutschland! Dann muß nach Kirchenrecht die polnische katholische Kirche unsere Kirchenbücher an uns ausliefern und nicht umgekehrt! Da die deutschen, katholischen Gemeinden, in welche die Kirchenbücher gehören, leider durch die Vertreibung zerschlagen wurden, müssen die alten deutschen Kirchenbücher in einem Zentralarchiv, z.B. bei Ihnen in Münster, zusammengefaßt werden.
Dann wären wir vertriebenen deutsche Katholiken endlich nicht mehr auf das Entgegenkommen der polnischen Geistlichkeit angewiesen, wenn wir Einsicht in unsere Kirchenbücher nehmen möchten über Eintragungen, welche unsere Familien betreffen.

Reicht es nicht aus, daß die polnische katholische Kirche unser Dome und Kirchen in Besitz nahm? Wie hatte sich bei dem im Heimatbrief Herbst 2000 abgedruckten Interview Dr. Sec vom Domkapitel „Wrocław“ ausgedrückt: Wir (die Polen) haben das als Geschenk erhalten… Nur, wer Raubgut, den Besitz Vertriebener als Geschenk annimmt, gilt der nicht auch als Hehler? Soll also mit der Auslieferung der deutschen Kirchenbücher durch die deutsche Bischofskonferenz an die polnischen Eindringlinge das Unrecht der Vertreibung weiter legalisiert werden?

Das alles ist den vertriebenen, deutschen Katholiken selbst mit dem schönsten Artikel im Heimatbrief nicht zu vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für das „Neue Jahr“

gez. Doris Minale


Sehr geehrter Herr Dr. Latussek,

mit Brief vom 12. April sandten Sie mir das Heft „Gedanken zur Vertriebenenpolitik“ … und schreiben „ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir Ihre Standpunkte zu den im beiliegenden Heft getroffenen Aussagen mitteilen würden…“

Mir fällt auf, daß Sie in dem Heft insgesamt 8 × von „Beseitigung der Unrechtsfolgen der Vertreibung“ sprechen. Nein! Nicht die Folgen des Unrechts sollen beseitigt werden, sondern das Unrecht selbst!
Die geraubten Gebiete müssen zurückgegeben werden — wie ich dies in meinem beiliegenden, im SCHLESIER veröffentlichten Artikel klar definiert haben. Sie erwähnen zwar den Völkerrechtler Kimminich, der klargestellt hat, daß jegliche Annexion von Gebieten des Deutschen Reiches völkerrechtswidrig ist. Sie zitieren auch die Deklaration zur Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 6. August 1960 — aber inzwischen haben Sie doch in der Zeitung „UNSER OBERSCHLESIEN eine Erklärung abgegeben, „Die Vertriebenen erkennen die Grenze (O/N–Grenze) an.“ Diese Erklärung steht immer noch im Raum — oder haben Sie sie offiziell zurückgenommen?

Die vielen im Heft erwähnten Vorhaben auf sozialem und kulturellem Gebiet sind lobenswert — jedoch an erster Stelle muß die Rückgabe der Ostgebiete unter deutscher Verwaltung stehen!

Mit Heimatgruß
gez. Christa Thoma


Deutsch-polnische Versöhnungsstätte am St. Annaberg?

Sehr geehrter Herr Koschyk,
in der neuen Nr. 4 von UNSER OBERSCHLESIEN steht auf Seite 1 ein großer Artikel, in welchem berichtet wird, daß Sie die Errichtung einer deutsch-polnischen Versöhnungsstätte am Annaberg angeregt haben.

Zunächst einmal: Das Wort „Versöhnung“ können wir Heimatvertriebenen nicht mehr hören! Seitdem wir dahintergekommen sind, daß dieses Wort „Versöhnung“ von vornherein „Verzicht“ beinhaltet hatte — und „Verzicht“, Herr Koschyk, kommt überhaupt nicht in Frage. Der „Versöhnungsverzicht“ hatte sich inzwischen wie ein schleichendes Gift (insbesondere infiltriert durch „unsere“ Kirchenvertreter) leider auch in die Gemüter von manchen Vertriebenen verbreitet. Dergestalt, daß z.B. nach einem Gottesdienst mir von einer Teilnehmerin gesagt wurde: „Wenn Sie nicht auf die Heimat verzichten, sind Sie nicht katholisch.“
Nach vielen Protesten gegen das Wort „Versöhnung“ haben tatsächlich einsichtige Stellen das Wort aus ihrem Vokabular gestrichen und statt dessen „Verständigung“ gesagt und geschrieben. Würde also eine „Versöhnungsstätte“ erstehen, so würde dies für die dankbaren Polen nichts weniger bedeuten, als daß wir den Raub unserer Heimat auch noch öffentlich sanktionieren.

„Versöhnung“ setzt immer voraus, daß derjenige, der Unrecht begangen hat, dies wieder gutmacht. In der katholischen Beichte bekommt der Beichtende nur die Absolution unter der Bedingung, daß er z.B. gestohlenes Gut wieder zurückgibt. Konkret: Die Ostgebiete des Zweiten Deutschen Reiches zurück unter deutsche Verwaltung, erst dann kann es einen wirklichen Neuanfang geben.
Die sogenannten Ostverträge sind völkerrechtlich ungültig, sogar ausländische Völkerrechtler bestätigen, daß sie null und nichtig sind.

Im übrigen: Es gibt nicht die deutsche „Minderheit“, sondern die deutsche Volksgruppe. Minderheiten sind die Sinti und Roma — mit denen die deutsche „Minderheit“ zusammen eine Minderheitenwallfahrt auf dem Annaberg gemacht hat… und vielleicht wieder machen wird.

Ich grüße Sie, gleichzeitig auch für viele Heimattreue.

Christa Thoma
Oberschlesierin


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