BGD - Bund für Gesamtdeutschland

BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.62 (4. Quartal 2002)

Auszug


Erntedank

Was haben wir Städter heute noch mit Erntebrauchtum zu tun, da doch viele Stadtkinder nicht einmal die Obstbäume kennen oder die Getreidesorten unterscheiden können.

Wir sind heute nach wie vor auf ein gesundes Bauerntum angewiesen, auch wenn uns immer wieder vorgegaukelt wird, daß wir landwirtschaftliche Erzeugnisse aus dem Ausland billiger bekommen können. Doch nur ein gesundes Bauerntum ermöglicht einem Volk, in Notzeiten überhaupt zu überleben, abgesehen davon, daß das Bauerntum von jeher die Lebenskraft eines Volkes und die Grundlage unserer gesamten Kultur war. Am Beispiel der Ostblockländer sehen wir täglich, daß ein gesunder Bauernstand für die Gewährleistung der Ernährung nötig ist. Die UDSSR, die über die Kornkammern der Ukraine verfügt, muß Getreide aus Amerika einführen, und in Polen, das sich mit unseren deutschen Ostgebieten Landstriche angeeignet hat, die früher maßgebend zur Versorgung der deutschen Bevölkerung beigetragen haben, hungern die Menschen! Dies alles ist eine Folge von Mißwirtschaft, Verlotterung und Raubbau, wo der mit der eigenen Scholle verwurzelte Bauer durch den Landarbeiter ersetzt wurde, der keine Beziehung zum Boden hat.

Die politische Lage kann sich rasch ändern. Aus Freunden sind schon mal über Nacht Feinde geworden. Eine wirtschaftliche Abhängigkeit, vor allem auf dem Gebiet der Nahrungsbeschaffung, kann sich tödlich auswirken. Wir sollten aus der Geschichte lernen, daß nur der zähe Fleiß des Bauern, der nach Schicksalsschlägen immer wieder von neuem mit der Saat beginnt, in Krisenzeiten unser Volk am Leben erhalten hat.

Unter diesen Gesichtspunkten haben wir Anlaß, auch heute unseren Bauern zu danken. (Wir müssen auch lernen, Gott zu danken! Brigitta Koschany) Sie halten durch, allen Schwierigkeiten zum Trotz, die ihnen durch die gegen unsere Landwirtschaft gerichteten Maßnahmen der EG entstehen. Sie sind wie die Menschen vor Jahrtausenden immer noch von den Naturgewalten abhängig und richten zwangsläufig ihr Leben nach den Naturgesetzen. Nur ein gesunder Bauernstand kann die Garantie für die Zukunft unseres Volkes sein.

Wenn die «Europäische Gemeinschaft» zum Tod des deutschen Bauern führt, dann ist nicht der deutsche Bauer zu opfern, sondern einzig und allein die EG.
Manfred Stein

UDH Nr. 62

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