Text: Erich Hannighofer, vertont von Herbert Brust
Land der dunklen Wälder und kristallnen Seen.
Über weite Felder lichte Wunder gehn.
Starke Bauern schreiten hinter Pferd und Pflug,
über Ackerbreiten streicht der Vogelzug.
Und die Meere rauschen den Choral der Zeit.
Elche steh'n und lauschen in die Ewigkeit.
Tag ist aufgegangen über Haff und Moor
Licht hat angefangen, steigt im Ost empor.
Marga Rembold
veröffentlicht in der Kronenzeitung am 10. 2. 1997
Ich trat vor ein Soldatengrab
Und sprach zur Erde tief hinab:
«Mein stiller, grauer Bruder du,
Das Danken läßt uns keine Ruh'!
Ein Volk in toter Helden Schuld
Brennt tief in Dankesungeduld.
Daß ich die Hand noch rühren kann,
Das dank ich dir, du stiller Mann.
Wie rühr ich sie dir recht zum Preis?
Gib Antwort, Bruder, daß ich's weiß!
Willst du ein Bild von Erz und Stein?
Willst einen grünen Heldenhain?»
Und allzubald aus Grabesgrund
Ward mir des Bruders Antwort kund:
«Wir sanken hin für Deutschlands Glanz
Blüh', Deutschland, uns als Totenkranz!
Der Bruder, der den Acker pflügt,
Ist mir ein Denkmal wohlgefügt.
Die Mutter, die ihr Kindlein hegt,
Ein Blümlein über'm Grab mir pflegt.
Die Büblein schlank, die Dirnlein rank
Blüh'n mir als Totengärtlein's Dank.
Blüh', Deutschland, über'm Grabe mein,
Jung, stark und schön als Heldenhain!»