BGD - Bund für Gesamtdeutschland

BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.62 (4. Quartal 2002)

Auszug


Offener Brief

an die Mitglieder und Förderer „deutsch/polnischer Verständigung“

Landsleute, die in unserer Heimat 1945 verblieben, sowie auch diejenigen, die nach ihrer Flucht wieder in ihre oberschlesische Heimat zurückgekehrt sind, waren von Anfang an nur von einem Gedanken beseelt: sobald als möglich von der polnischen „Verwaltung“ befreit zu werden. Im vollsten Vertrauen auf die deutschen Politiker und später auf die deutsche Regierung erwarteten sie ob früher oder später ihre Befreiung und Rückgliederung ihrer ostdeutschen Heimat in die Bundesrepublik. Ihre Hoffnung hat leider keine Erfüllung gefunden. Heut führen diese Minderheiten wohl einen Kampf um ihr Deutschtum, aber auch dieser wird leider nicht zum Ziele führen. Etwas Deutschunterricht in polnischen Schulen und nun auch ihre Muttersprache gebrauchen zu können, das ist doch alles, was sie erreichen konnten, mehr auch nicht. Oder glaubt wirklich jemand, daß unsere Minderheiten irgendwann mal eine eigene Autonomie oder gar die Rückeingliederung unserer Heimat in die Bundesrepublik erkämpfen werden? Niemals!

Allein die Mitarbeit unserer Landsleute mit den polnischen Behörden ist nicht dazu angetan, unsere Heimat jemals deutsch werden zu lassen. Im Gegenteil zementieren sie nur den augenblicklichen Status quo! Genauso tun das die diversen Vereine der sogenannten „deutsch-polnischen Verständigung“… Diese Organisationen bestätigen wohl das Vorhandensein deutscher Interessen, aber ebenso bestätigen sie polnische Berechtigungen, gleichsam ihr Daseinsrecht in unserer deutschen Heimat. Deutsche Minderheiten in einem polnischen Parlament tun gleiches. In einem Parlament, das die Bierut-Dekrete toleriert, haben deutsche Volksvertreter nichts zu suchen. Auf keinen Fall sollten sie im Dienste einer Regierung stehen, welche die Bierut-Dekrete durch ihre Justiz realisieren läßt. Nur die strikte totale Ablehnung jeglicher Mitarbeit deutscher Minderheiten in polnischen Organisationen gleich welcher Art entspricht den Gedanken und Bestrebungen deutscher Vertriebener. Deutsche Minderheiten in polnischen Parlamenten tragen zur Polonisierung unserer deutschen Heimat bei. Eine deutsch-polnische Verständigung kann es nur und allein über die Rückgabe unserer deutschen Heimat und die Auflösung der deutsch-polnischen völkerrechtswidrigen Grenzbestätigungsverträge geben.

Nur das allein kann eine langfristige Versöhnung mit Polen bringen. Alles andere legalisiert Landraub und Vertreibung von 12 Millionen Deutschen mit 2 Millionen Todesopfern!

In bezug auf die Nationalitätszugehörigkeit unserer Heimat darf es keine Kompromisse geben, ein sogenanntes deutsch/polnisch! Es sei daran erinnert, daß Landraub gepaart mit Chauvinismus für die Polen kein Fremdwort bedeutet. Der in Litauen geborene und 1855 verstorbene polnische Dichter Adam Mickiewicz sagte bereits seiner Zeit: „Und ein jeder von euch trägt in seiner Seele die Keimzelle künftigen Rechts und das Maß künftiger Grenzen“. Das dazu im Jahre 1930 herausgegebene polnische Flugblatt verbreitet: Polens Grenzen reichen bis kurz vor Berlin, einschließlich Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesien, der Tschechoslowakei, Litauen und der Westukraine. Marschall Pilsudski wiederum war es, der das 1918 dank der Initiative Deutschlands und Österreichs wiedergeborene Polen überzeugte, daß es Anspruch auf ein panslawistisches Reich hätte, das vom Ural bis zur Elbe und von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer reichen würde. Angesichts solcher im polnischen Volk verankerten Ideen braucht man sich nicht zu wundern, daß die Polen bereits am 3. Mai 1921 mit dem Sturm auf den Annaberg Oberschlesien an sich reißen wollten. Allein dem oberschlesischen Selbstschutz ist es mit Hilfe der Freikorps gelungen, die Polen wieder über die Grenze zu drängen, ohne die Hilfe der deutschen Regierung. Trotz einer Volksabstimmung, die zugunsten Deutschlands ausfiel, verlor das Reich 33% des Abstimmungsgebietes und 42% der Bevölkerung. Und nun wollen unsere Landsleute in der Heimat eine deutsch/polnische Verständigung betreiben. Haben sie von ihren Besatzern noch nicht genug? Erreichen werden sie nichts, aber eine weitere Abtretung deutschen Gebietes an Polen, das könnten sie erleben. Da würden sie vielleicht auch unsere Regierung hinter sich haben, die in Fortsetzung der deutschen Außenpolitik seit Willi Brandt und Walter Scheel über Helmut Kohl und Hans Dietrich Genscher (unser damaliger „bester polnischer“ Außenminister), dazu „Ja“ sagen würde.

Der Ausspruch ist heute, nach 140 Jahren, mehr denn je aktuell. Wie arten-trema dem gegenüber klingen nun die Worte einer polnischen Volksweisheit, die Alt und Jung und jeder Gassenjunge kennt:

Es gibt wohl gewisse Kreise in Polen, z.B. Geistliche, die eine deutsch/polnische Verständigung aufrichtig betreiben, aber auch das nur unter Wahrung der derzeitigen Grenzverhältnisse.

So ist die deutsch/polnische Verständigung nichts anderes als eine Einbahnstraße, die die deutschen Minderheiten in die polnische Gesellschaft einführt und damit unsere deutsche Heimat polonisiert. Ich habe während meines 28 Jahre währenden Aufenthalts in unserer Heimat auch nicht einmal nur einen einzigen polnischen Funken entdecken können, der in Richtung Rückgabe geraubten Landes gezündet wäre!

Was soll dann das Theater der deutsch/polnischen Verständigung?

Hans Pietrulla


UDH Nr. 62

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