BGD - Bund für Gesamtdeutschland

BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.63 (1. Quartal 2003)

Auszug


So war's in Ostpreußen

In Ostpreußen, da bin ich zu Hause! (Teil II)
von Gerda Saborowski-Baltruschat

[→ Teil I]

Nun ja, eigentlich will ich ja hauptsächlich über meine Heimat Ostpreußen schreiben. Aber da Ostpreußen nur eine der reichsdeutschen Provinzen war und immer noch ist, blieb es trotz der willkürlichen Trennung vom Deutschen Reich durch die Entente nach dem Ersten Weltkrieg nicht aus, mit den anderen Reichsprovinzen Handel und Wandel zu treiben, trotz der Schikanen durch Polen bei der Korridordurchfahrt. Übrigens gehörte Ostpreußen mit zur Kornkammer Deutschlands.

Der Jahresdurchschnitt ostdeutscher Erträge von 1935 bis 1939 betrug wie folgt:

Getreide

=

5 940 600 Tonnen

Kartoffeln

=

14 541 000 Tonnen

Fleisch

=

678 463 Tonnen

Fett

=

270 457 Tonnen

Zucker

=

432 600 Tonnen

Somit schuf die ostdeutsche Landwirtschaft Nahrung für 15 Millionen Deutsche (Ökologischer Anbau ist keine Neuzeiterfindung — er war Alltag).

Jetzt will ich mal unser Federvieh und die weiteren Tiere anführen. Angefangen mit den Stoppelgänsen — 50 bis 60 Stück auf dem Hof meiner Eltern, die im Herbst von den Viehhändlern aufgekauft wurden. Die Weihnachtsgänse wurden später noch extra gut gefüttert, damit sie auch Fett ansetzten. Dann waren ja noch die Enten, Puten, Hühner und schließlich auch noch Tauben, die frei in Schlägen unter dem Stalldach lebten. Auf einem ostpreußischen Bauernhof war Leben, besonders morgens, wenn das Federvieh aus den Stallungen herausgelassen wurde. Mindestens 1 Hofhund gehörte auf jeden Bauernhof und Katzen. Nicht zu vergessen unsere Pferde, Fohlen, Kühe, Kälber, Schafe, Lämmer, Schweine, Ferkel.
Unsere Pferde wurden nicht nur für die Feldbestellung eingesetzt, sie wurden auch für unsere Fortbewegung genutzt. Die Warmblutpferde (Trakehner mit der Elchschaufel) galten als unsere Reitpferde und flotte Kutschwagenpferde. Nicht in jedem Dorf gab es einen Reiterverein, aber dennoch wurde geritten. Stolz fühlte ich mich auf dem Rücken des Pferdes, denn da liegt bekanntlich das Glück der Erde, so der Volksmund.

Es war ein prächtiger Anblick der wogenden Felder, der satten Wiesen, dunklen Wälder und kristallenen Seen. Trotz mancher Verschandelung unserer Heimat und trotz frevelhafter Zerstörung nach Ende des Krieges 1945 finden Menschen unsere Heimat, obwohl sie unsere Heimat vorher nicht kannten, dennoch schön. Nun, die Hügel, Täler und Seen konnte man nicht verändern, und die durch deutsche Zwangsarbeiter einst ausgeholzten und erneut angepflanzten Wälder stehen auch wieder da. Mit unserem Oberländischen Kanal machen die Polen ein florierendes Geschäft. Fast jedes Reiseunternehmen plant eine Fahrt auf der schiefen Ebene mit ein. Die deutsche Konstruktion von dem Königsberger Baurat Stehnke soll bisher noch keine Ersatzteile benötigt haben, laut Fernsehsendung 26.12.2002 in N 3. Hier beweist sich deutsche Arbeit = Wertarbeit!

Wenn ich in der Werbung mancher Reiseunternehmen lese: „Wir fahren in die Masuren“, dann weiß ich nicht, ob ich diese Leute belächeln oder bedauern soll. — Bei den heutigen Sprachregelungen könnte man vielleicht auch sagen: „Wir fahren in die Bayern“? — Soll man auch hierfür die Pisa-Studie verantwortlich machen?


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UDH Nr. 63

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