BGD - Bund für Gesamtdeutschland

BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.64 (2. Quartal 2003)

Auszug


Vor 60 Jahren

17. Mai 1943 — Bomben sprengen Talsperren

In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 nähern sich britische Flugzeuge dem Sauerland. Ihr Ziel: die Zerstörung der deutschen Staudämme. Zuvor hatte die britische Regierung grünes Licht für dieses Unternehmen gegeben. Mit der Zerstörung der deutschen Staudämme wollten die Briten Deutschland in die Knie zwingen. Über Monate hin hatte dieses Unternehmen Techniker und Militärs bis zum letzten gefordert, denn die Mauern der deutschen Talsperren galten als unzerstörbar. In diese zweifelhafte Aufgabe wurden Intelligenz und Geld in einem Maße investiert, wie es nur ein Krieg rechtfertigen konnte.

Doch das technische Problem der Zerstörung wurde gelöst. Mit Rollbomben gelang es schließlich den umgebauten Lancaster-Bombern in der tragischen Nacht zum 17. Mai, die deutschen Talsperren an Möhne und Eder zu zerstören. Die eigens für diesen Einsatz konstruierten Bomben konnten durch starke Drehbewegungen rund einen Kilometer springend auf dem Wasser zurücklegen, bevor sie am Ziel detonierten. Sie rissen ein 75 Meter breites Loch in die Möhnetalsperre, aus der sich über 100 Millionen Kubikmeter Wasser in das Möhne- und Ruhrtal ergossen. Das Inferno kostete 1284 Menschen das Leben, Tausende wurde obdachlos. Tausende Häuser wurden zerstört, jedoch nicht durch den Druck der Wassermassen, sondern durch ihren Sog.

Ähnlich erging es den Menschen im Edertal. Durch die Zerstörung der Edertalsperre flossen insgesamt 160 Millionen Kubikmeter ins Edertal, jedoch kamen hier glücklicherweise „nur“ 68 Menschen ums Leben.

Rund 20 Kilometer von der Möhnetalsperre entfernt liegt der zweite größte Stausee des Sauerlandes, die Sorpetalsperre, mit einem Stauinhalt von 70 Millionen Kubikmetern. Sie wurde erst 1935 fertiggestellt, um das Netz der übrigen Talsperren im Zuflußgebiet der Ruhr zu ergänzen als Reservestauraum für sogenannte Doppeltrockenjahre, falls zwei Jahre hintereinander die Niederschlagsmenge unter dem Jahresdurchschnitt bleibt und die anderen Staubecken zur Versorgung des Ruhrgebietes nicht mehr ausreichen. Im Gegensatz zur Möhne- oder Ederstaumauer handelt es sich beim Sorpedamm um einen abgeflachten Erdwall aus Steinschüttung mit einem inneren 69 Meter hohen Betonkern. Diese Staumauer hielt den Bombardierungen der Briten wie durch ein Wunder stand und gilt seither als unzerstörbar.

In der Rekordzeit von nur knapp fünf Monaten gelang der Wiederaufbau der Möhne- und Edertalsperre, die am 3. Oktober 1943 durch den Reichsrüstungsminister Albert Speer erneut eingeweiht wurden.

Für die britische Luftwaffe war der 17. Mai 1943 ein Tag des Triumphes, doch in Wirklichkeit blieb der militärische Erfolg des Unternehmens aus und nahm keinen Einfluß auf den weiteren Verlauf des Krieges, hatte jedoch unsagbares Leid für die von der Flut heimgesuchten Sauerländer zur Folge.

Patric Cremer

UDH Nr. 64

Sprung zur Indexseite Sprung zur Seitenübersicht