von Siegfried Neubacher
Täglich muß man sich die Diskussionen über die Zusammenführung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe anhören. Offensichtlich ist allen Sozialexperten und Politikern nicht bewußt, daß es sich hierbei um zwei ganz verschiedene Dinge handelt.
Wenn man also tatsächlich diese unterschiedlichen Systeme zusammenlegt, würde z.B. ein arbeitsloser Hausbesitzer zunächst einmal gar nichts erhalten. Er müßte erst sein Haus verkaufen, den Erlös verzehren, und erst dann würde er Arbeitslosenhilfe erhalten.
Schlußfolgerung:
Da wir trotz der hohen
Arbeitslosigkeit immerhin über 30 Millionen Beschäftigungsverhältnisse
haben, ist selbstverständlich das Kapital der Arbeitslosenversicherung
so enorm hoch, daß es leider die Begehrlichkeit der Regierenden
unseres hochverschuldeten Staates geweckt hat. Hat man uns schon
mit dem Euro betrogen, der Umtausch von DM zum Euro hätte 1:1
erfolgen müssen, so geht man nun an den Bestand unserer Sozialsysteme.
Nicht nur die Arbeitslosenhilfe ist in Gefahr, auch die Renten-
und Krankenversicherung stehen unmittelbar vor ihrer Liquidierung. Leider ein Antisozialstaat!
Merksatz: Wenn ein Dieb in der Nacht stiehlt, dann ist
das ein Vergehen.
Wenn
der Staat am hellichten Tag ein Sozialsystem plündert, so ist das eine Reform.
Im Auftrag der „Weltbeherrscher“ hat die Bundesrepublik Deutschland ein gestörtes Verhältnis zum Privat-Eigentum entwickelt. Gestern war es das Privat-Eigentum in Mitteldeutschland und in den Gebieten ostwärts von Oder und Neiße, heute sind es die Sozialsysteme und der Oma ihr klein' Häuschen. Und was kommt morgen dran?
Horst Zaborowski