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BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.67 (1. Quartal 2004)

Auszug


Prager Geschichten

Südkurier von Samstag, dem 06. September 2003
„Prag geht es jetzt um Europa“
von Alexandra Klasmann

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sudetendeutsche: Dazu schreibt Frau Klasmann: „Deutsche wanderten im Mittelalter in die Region rund um den Sudeten-Gebirgszug der Sudeten ein, der sich an der heutigen tschechisch-polnischen Grenze entlangzieht. In der 1918 gegründeten Tschechoslowakei betrug nach einer Volkszählung von 1934 der deutsche Bevölkerungsanteil 22%. 1938 mußte die Tschechoslowakei im Rahmen des Münchener Abkommens die sudetendeutschen Siedlungsgebiete an Nazi-Deutschland abtreten, ein Jahr später marschierte die Wehrmacht in das ganze Land ein.“

Die vorstehende „Geschichte“ oder besser Märchenerzählung von Frau Klasmann kann von mir als einem Sudetendeutschen der Erlebnisgeneration so nicht hingenommen werden, weil damit die geschichtliche Wahrheit geradezu auf den Kopf gestellt wird.

Deutsche wanderten im Mittelalter nicht in die Sudeten ein — das ist tschechisches Wunschdenken —, denn sie waren bereits seit Jahrhunderten dort ansässig. Geschichtlich erwiesen ist, daß vor mehr als 2000 Jahren, nämlich im Jahr 8 vor der Zeitenwende, Germanische Stämme in Böhmen und Mähren unter dem Markomannenfürsten Marbold siedelten. Zu dieser Zeit gab es weder Tschechen noch eine tschechische Sprache. Wie die Tschechen und ihre Sprache entstanden sind, ist eine Geschichte für sich.

Das Entstehen des tschechischen Staates während der Verhandlungen in St. Germain am 10. 09.1919 beruht auf Fälschungen und Betrug durch den Staatsgründer Dr. Thomas Masaryk und seiner Gehilfen. So wurden 3,8 Millionen Sudetendeutsche gegen ihren erklärten Willen in den gewaltigen Vielvölkerstaat Tschechoslowakei hineingezwungen, in dem die Tschechen selbst in der Minderheit waren. Mit welcher Brutalität der tschechische Staat von Anfang an gegen die Sudetendeutschen vorging, zeigt das Blutbad vom 04. März 1919. Die deutsche Bevölkerung demonstrierte friedlich für den Verbleib bei Österreich, während tschechisches Militär auf die Demonstranten schoß. Es waren an diesem 04. März 54 Tote und mehr als 100 Schwerverletzte zu beklagen. Unter den Toten waren 20 Frauen und Mädchen, außerdem 16 Jugendliche unter 20 Jahren, der jüngste war gerade mal 11 Jahre alt. Warum werden in den Medien diese und andere Fakten verschwiegen?

Dieser Terror mit unvorstellbaren Unterdrückungsmaßnahmen, Schikanen und Verfolgungen gegen die sudetendeutsche Bevölkerung setzte sich fort bis 1938. Am 02. August 1938 beauftragte schließlich die englische Regierung Lord Runciman mit einer unabhängigen Kommission, die unhaltbaren Zustände in den Sudetengebieten zu untersuchen. Der Bericht von Lord Runciman an die englische Regierung fiel für die Tschechen vernichtend aus. Er empfahl seiner Regierung als einzige Möglichkeit die Angliederung der Sudeten an das Deutsche Reich. Damit wurde lediglich ein völkerrechtswidriges Verbrechen der Siegermächte des 1. Weltkrieges rückgängig gemacht. Dem darauf folgenden Münchner Abkommen wurde im britischen Unterhaus mit 366 gegen 144 Stimmen zugestimmt, und in der Nationalversammlung in Paris wurde es mit 535 gegen 75 Stimmen gebilligt. Außerdem erkannten Italien, die Sowjetunion und die USA das Münchner Abkommen an. Am 15. März 1939 erfolgte die Besetzung der restlichen Tschechei, denn die Slowakei hatte sich bereits aus diesem Staat verabschiedet — im Einvernehmen mit der Tschechischen Regierung. Die Urkunde wurde am 15. März 1939 in Berlin von den Staatschefs und Außenministern beider Länder unterzeichnet.

Vertreibung: Dazu schreibt Frau Klasmann: „Mit rund 150 Dekreten, die nach dem damaligen Staatspräsidenten Eduard Benesch benannt werden, wurde nach dem 2. Weltkrieg die Vertreibung von 3,5 Millionen Sudeten-Deutschen und Ungarn gerechtfertigt. Historiker bezeichnen die Vertreibung auch als Reaktion auf den Beitrag der Sudetendeutschen, 1938 zur Zerschlagung der Tschechoslowakei und als Vergeltung für das Vorgehen der NS-Besatzung gegen die Zivilbevölkerung.“

Mit den verbrecherischen Benesch-Dekreten wurde nicht nur die Vertreibung von 3,5 Millionen Sudetendeutschen und Ungarn eingeleitet, sondern auch der Mord an mehr als 250.000 wehrlosen Deutschen. Ihr einziges Verbrechen war, daß sie Deutsche waren. Was sich in dieser Zeit in den Sudetengebieten an bestialischen Grausamkeiten abgespielt hat, überwiegend durch tschechischen Mob, entzieht sich jeder Vorstellungskraft. Selbst Ludek Pachmann, tschechischer Schach-Großmeister und Augenzeuge in Prag, hat drüber Erschütterndes berichtet.

Geschichtsklitternd werden diese unverjährbaren Verbrechen von sogenannten „deutschen Auftragshistorikern“ mit Repressalien gegen die tschechische Zivilbevölkerung während der NS-Zeit begründet, was glatt gelogen ist. Die Tschechen hatten im Protektorat weitgehend Selbstverwaltung, eigenes Geldwesen und Polizei. Trotz Krieg ging es ihnen erheblich besser als der deutschen Bevölkerung, und sie arbeiteten fleißig für den deutschen Sieg. Erst als die Tschechen gegen Kriegsende merkten, daß sie auf das falsche Pferd gesetzt hatten und die Deutschen entwaffnet waren, haben sie sich mit ihren Exzessen auf die Seite der Sieger geschlagen, um sich diesen würdig zu erweisen, was ihnen ja auch gelungen ist.

Gern wird auch argumentiert, die Vertreibung sei Folge deutscher „Schuld“. Welcher wohl? Auch das ist purer Unsinn. Schon 1848 auf dem ersten Slavistenkongreß in Prag wurde die Vertreibung der Deutschen nachweislich auf der Linie Triest und Stettin beschlossen. Was nach dem Ersten Weltkrieg nur teilweise gelang, wurde Ende des 2. Weltkrieges mit Hilfe der erzwungenen bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht und der totalen Besetzung des ganzen Landes nachgeholt, ganz gleich ob mit oder ohne Schuld.

Auch die tschechische Regierung weiß sehr wohl, daß sie auch mit den noch immer gültigen Benesch-Dekreten der „Europäischen Wertegemeinschaft“ EU beitreten kann. Schließlich unterstützt die Regierung der BRD nicht etwa die deutschen Vertriebenen, sondern die Mörder- und Vertreiberstaaten. Diese Tatsache erklärt sich dadurch, daß die BRD ebensowenig ein souveräner Staat ist, wie die ehemalige DDR es war.

Ich wage zu bezweifeln, ob die Hypothek des größten ungesühnten Menschheitsverbrechens mit 15 Millionen aus ihrer angestammten Heimat Vertriebenen und 3 Millionen Ermordeten durch die Vertreiberstaaten Grundlage für eine friedliche EU sein wird.

Bevor Ihre werte Frau Klasmann wieder über unsere Geschichte schreiben sollte, bitte ich sie, daß sie sich zuvor etwas gründlicher informiert.

Hans Aufgebauer


UDH Nr. 67

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