BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 71  ¦  Oktober – Dezember 2004


Standort Bundesrepublik Deutschland

14.10.2004

Bald nur noch eine Filiale des Eine-Welt-Konzerns?

Wenn man sich gedanklich einmal von der Einbildung und Vorstellung löst, daß es noch so etwas wie eine „nationale Politik“ gäbe oder gar noch national denkende oder handelnde Politiker, dann erscheinen viele Vorkommnisse und Verhältnisse in diesem unserem Land sogleich in einem ganz anderen Licht.

Allein die so gern benutzten Begriffe „Standort Bundesrepublik Deutschland“ oder „Bundesrepublik Deutschland AG“ machen klar, daß es sich in den Augen der Erfinder und Benutzer dieser Begriffe bei der BRD um eine Art Wirtschaftsunternehmen, einen Wirtschaftsstandort handelt. Nur ist der in dieser Art vorkommende Name „Deutschland“ mittlerweile eine bewußte Irreführung, da fast alle bedeutenden Wirtschaftskonzerne von Deutschen in fremde Hände übergegangen sind (siehe auch „Ausverkauf in Germany?“ von Kurt Blauhorn, schon 1966 erschienen). Aber dazu werden ja AGs unter anderem gegründet, damit die Besitzverhältnisse nicht offenkundig werden.

Wo bis jetzt lediglich sachlich oder empört — je nach politischem Standort des Betrachters — festgestellt wurde, daß die Wirtschaft das Primat über die Politik habe, muß nun die Frage erlaubt sein, ob nicht mittlerweile jede Art von Politik nur noch Wirtschaftspolitik, Politik im Auftrag und zugunsten von internationalen Banken und Konzernen ist.

Die Hausbanken des Eine-Welt-Konzerns heißen Weltbank, IWF (Internationaler Währungsfonds) und BIZ (Bank für internationalen Zahlungsausgleich). Sie sorgen für den Finanztransfer zwischen den Filialstaaten und drängen kränkelnde oder mit unwilligen Leitern besetzte Filialen zu Strukturreformen, wobei selbst vor dem Einsatz militärischer Gewalt nicht zurückgeschreckt wird.

Unter diesem Aspekt muß man inzwischen auch die Entsendung von Horst Köhler in das Amt des Bundespräsidenten sehen. Ein Wirtschaftsfachmann, Spezialist für „Privatisierungs- und Strukturwandlungsmaßnahmen“, bekommt das höchste politische Amt in der Bundesrepublik Deutschland. Anders betrachtet: Die Konzernleitung schickt einen ihrer fähigsten Mitarbeiter zur Neustrukturierung der Deutschland-Filiale.

Die Hoffnung, die aufkeimte, als er bei seinem Antritt die beiden Sätze sprach: „Ich liebe unser Land“ und „Gott segne die Bundesrepublik Deutschland“, können wir wohl fahren lassen. Man denke nur an seinen Begrüßungsbesuch in Warschau und seine Zusage dort, daß er sich nicht für die Rechte deutscher Vertriebener einsetzen werde. Die Konzernleitung braucht keine Leute, die irgendein Land lieben, sondern ihre Aufgabe im Sinne der Globalisierung erfüllen.

In einer gesunden Gemeinschaftsordnung haben die Politik und die Volkswirtschaft dem Wohl des Volkes zu dienen. Im „Standort Bundesrepublik Deutschland“ gilt dieser Grundsatz nicht mehr. Eine Volkswirtschaft gibt es nicht mehr, und die Politik befolgt zum Schaden des Volkes die Richtlinien einer von allen Bindungen freien Weltwirtschaft.

Die Demonstranten, die in diesen Monaten gegen die Folgen dieser Entwicklung auf die Straße gehen, laufen ins Leere, wenn sie nur gegen „Hartz IV“ wettern und eine neu-uralte Linkspartei fordern, die Geld verteilen soll, das nicht mehr da ist. Helfen könnte nur eine Lösung von den Fesseln des internationalen Raubtierkapitalismus und die Rückkehr zu einer verantwortungsbewußten nationalen Volkswirtschaft.

Otto May, Ostpreuße


Liebe Freunde,

diesen Gedankengängen kann ich nur voll zustimmen. Ich möchte noch einen Schritt weiter gehen und Überlegungen in den Raum stellen, wie die deutsche Volkswirtschaft, die den Namen nationale Volkswirtschaft mit Recht tragen darf, neu gestaltet werden kann.

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Horst Zaborowski


UDH Nr. 71

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