BGD - Bund für Gesamtdeutschland

BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.72 (1. Quartal 2005)

Auszug


Von Gottberg ein Wendehals?

Einschreiben / Eigenhändig
gegen Rückschein
8. Januar 2005

Offener Brief

Sehr geehrter Herr v. Gottberg!

Das Fest der Freude, Besinnung und Einkehr, Weihnachten, ist mir diesmal besonders verdorben worden. Ja, erschüttert hat mich der Bericht über Ihre Äußerungen in Oppeln/Schlesien im November v.Js. Wie kläglich es auf mich wirkt, wenn der Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen jetzt versucht, auch öffentlich Bücklinge vor den Polen zu machen. Weil man will, daß sie aufhören, uns Revanchisten zu nennen.

Ha, da hoffen Sie vergebens!

Als Vertreter des Ständigen Rates der Ostdeutschen Landsmannschaften sagen Sie: 60 Jahre nach dem Krieg haben Vermögensansprüche in den deutsch-polnischen Beziehungen keinen Platz mehr. Wohlwissend, daß Sie sich gegen das zwingende Völkerrecht stellen. Von der Preußischen Treuhand, die die Landsmannschaft bei ihrem Entstehen unterstützte, distanzieren Sie sich jetzt kategorisch. Und Sie erklären, daß jede Person das Recht habe, sein Eigentum einzufordern. Dann seien Sie doch bitte behilflich dabei und nennen den Betroffenen den dafür erfolgreichen Weg! Dabei wissen Sie nur zu gut, daß der einzelne wenig oder gar nichts erreicht. — Andererseits wollen Sie das Recht erhalten, Gründstücke zu kaufen. Na, wunderbar, geraubtes Eigentum empfehlen Sie zu kaufen? — Dafür braucht der einzelne Ihre Unterstützung nicht! Es reichen den deutschen vertriebenen Eigentumsgeschädigten schon die diesbezüglichen Verzichtsäußerungen von Bundespräsident Köhler und Bundeskanzler Schröder, und Sie meinen, auch noch in dieses Horn blasen zu müssen? Somit verdeutlichen Sie, wohin die Landsmannschaft führen. Da kann man nur sagen: „Gute Nacht“ liebe Landsmannschaften der ostdeutschen Vertriebenen! — Noch in Leipzig 2002 vertraten Sie lauthals die Rückgabe oder Entschädigung der deutschen rechtlos vertriebenen Privateigentümer. Und Herr Stoiber wetterte gegen die Benesch- und Bierut-Dekrete. Dann am Schluß der Kundgebung verabschiedete er sich nicht, wie versprochen, von den jungen Fahnenträgern. Was werden Sie wohl Ihren gutgläubigen Landsleuten dieses Jahr in Berlin erzählen, etwa reinen Wein einschenken? — Ich brauche Sie doch wohl nicht an die Entscheidung des BVerfGes vom 31.07.1973 – 2 BvF 1 / 73 zu erinnern?

Nur die Wahrheit führt zu Gerechtigkeit, und nur Gerechtigkeit ermöglicht anhaltenden Frieden.


UDH Nr. 72

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