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Nr.73 (2. Quartal 2005)

Auszug


Drei alte Griechen

Vor mir liegen Texte von drei bedeutenden griechischen Philosophen, die Jahrhunderte vor Christus lebten. Es sind dies Sokrates (470–399 v. Chr.), Platon (427–347 v. Chr.) und Aristoteles, Lehrer von Alexander dem Großen (384–322 v. Chr.).

Text 1

Text 2

Text 3

Eine kurze Werk- und Textanalyse führte zu folgenden Ergebnissen:

Zunächst Text 1:
Ein wunderschöner Text, voller Poesie und hoher Weisheit. Da wir heute wissen, daß Sokrates keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen hatte, ist dieser Text als eine dem Sokrates ebenbürtige Nachdichtung zu bezeichnen. Zur Unterstützung dieser These können noch weitere Argumente angeführt werden: Die Reimanordnung der Verse, daß sich 1. und 4. Zeile, sowie 2. und 3. Zeile reimen, war bei den alten Griechen allerdings nicht üblich. Die Reime deuten eher auf einen Verfasser im 19. Jahrhundert hin. Ferner sind im Text zwei Begriffe enthalten, die Sokrates mit Sicherheit nicht geschrieben hätte: Nämlich „das Dir Bestimmte“ und „Schicksal“. Da hätten die Denunzianten, Verräter und Ankläger sicher den Tatbestand der Gottesleugnung erspäht. Darauf stand damals die Todesstrafe. Sokrates mußte sich — vermutlich als Atheist — sehr vorsehen, daß er keine Anhaltspunkte für ein Gerichtsverfahren lieferte. Daher rührt auch das strikte Vermeiden von schriftlichen Äußerungen! Alles, was wir von Sokrates wissen, stammt aus den Dialogen seines Schülers Platon.
Text 1 also nicht von Sokrates selbst!
Ein kleiner Vergleich mit dem 21. Jahrhundert: Heute kann man Gott leugnen, falls man aber auf den Gedanken käme, die historische Wahrheit aus den Zeiten 1933–1945 zu erforschen, säße man alsbald im Gefängnis! Stellvertretend für viele: Zündel, Gauß, Roeder, Rudolph, Walendy, Mahler. Die Menschheit hat auf manchen Gebieten eben keinen Fortschritt erreicht.

Zu Text 2:
Auch dieser Text ist eine kongeniale Nachdichtung. Bemerkenswert die atemberaubende Aktualität; es ist eine leidenschaftliche Verteidigung einer gemäßigten autoritären Erziehung. Zu Recht; denn die Auswirkungen einer antiautoritären Erziehung wurden uns vor kurzem durch die Pisastudien recht deutlich gemacht! Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um einen Monolog, da aber Platon ausschließlich Dialoge schrieb, fast 2000 an der Zahl, ist „Plato aktuell“ mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht authentisch. Platon hätte auch sicherlich seinen eigenen Namen richtig geschrieben. Außerdem waren seine Dialoge durchwegs mit den Dialogpartnern überschrieben, er machte niemals in der Überschrift Angaben über den Inhalt. Also beispielsweise nicht wie in Text 2 „Die Aufsäßigen“, sondern etwa so: „Herakleitos“ oder „Phaidros“.

Zu Text 3:
Im Text 3 machte Aristoteles einen damals zwar üblichen Fehler, aus heutiger Sicht aber einen äußerst verhängnisvollen Mißgriff. Er vermengte die Physik, in diesem unseren Fall, die Geometrie mit einem religiösen Begriff, gemeint ist das Wort „unendlich“. Unendlich und ewig sind eindeutig religiöse Begriffe, die in den Wissenschaften auf keinen Fall verwendet werden dürfen. Dadurch wurden über 2000 Jahre, ausgenommen die Geisteswissenschaften, alle anderen Wissenschaften auf das Äußerste behindert und in vielen Fällen sogar verhindert! Das kann man noch bei Kant beobachten, der sich stets ein Hintertürchen zu Gott und Metaphysik offenhielt. Auch Albert Einstein sagte noch im 20. Jahrhundert: „Gott würfelt nicht“. Auch das Zusammenführen von Raum und Zeit zur „Raumzeit“ war nur einem Aristotelesanhänger möglich!! Dabei ist es ziemlich unerheblich, ob sich Einstein dessen bewußt war oder nicht.

Zum Schluß noch einen etwas versöhnlicheren Gedanken gegenüber Aristoteles: Die ausgedehnte Diskussion über die unendliche Teilbarkeit einer endlichen Strecke führte dazu, daß Newton (1643–1727) und Leibnitz (1646–1716) fast gleichzeitig die Infinitesimalrechnung erfanden. Damit war erstmals die Grenze zum Atom unterschritten, das bis dahin als unteilbar galt.

Siegfried Neubacher


Es ist verständlich, daß im Überlebenskampf unseres Volkes bei der Suche nach Argumenten versucht wird, aus mehreren Quellen zu schöpfen. Unsere Waffen sind die Fakten. — Und diese müssen wir, wie durch den Autor hier dankenswerterweise geschehen, getrennt anführen. Vermengen schadet nur.

Horst Zaborowski


UDH Nr. 73

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