| Schloßteich, du mein
scheenster Fläck, Wo ich hab auf Erden, Mechd das griene Wasser doch Bloß nich aller werden! Einer soll nich Quasen mit, Lieberst soll er sparen, Inne Spuckschal nämlich kann Keiner Kahnche fahren, Inne Wasserleitung geht Auch nicht reinzukriechen, Und das tut auch nich so scheen, So — nach Heimat — riechen! Wenn das griene Wasser denn Ihnen tut bespielen, Kann die Scheenheit der Natur Einer orndlich fiehlen. |
Einer, der wo miede is, Da gibt nuscht zu mucken, Muß sich aufem Kränkelstuhl, Aufem Daumche hucken. Oder einer huckt sich rein In e Aeppelkahnche, Jeberm Kopf hängt e Lampjong, Anne Spitz e Fahnche. Denn kann er, zurechtgehuckt Orndlich inne Sielen, Mitte Ruderflochten nu Mang es Wasser wiehlen. Wie e Stinthengst glutscht er denn Durche Schloßteichwellen, — Weil da keine Humpels sind, Kann er nich zerschellen. Freelich tut er nu dahin Jebers Wasser schweben, Und e Quetschkommodenlied Tut de Stimmung heben, Tut dem salz'gen Ruderschweiß Mit Musik versießen: „Wenn du meine Tante siehst, Sag, ich laß ihr grießen!“ Deshalb sag ich nu zuletzt, Mechtest du auf Erden, Schloßteich, trautes Fläckchen du, Nie nich aller werden! |
→ Langfassung (18 Verse)
Ich stehe mit diesem Urteil nich väeinzelt da. Dienstach hätt wä Väwandte aus de Provinz auf Besuch, wo zum Waldfästschpiel rieberjekommen waren. Wie die die Feier im Jäschkentaler Wald mitjemacht hätten, da hahm se mir dassälbe jesacht, so hat es se jefallen!
Es hat ja all alles ausfiehrlich im Blatt jestanden, so daß ich zu die Sache sälbst nuscht hinzufiejen brauch'. Blos auf eins mecht ich diejenigen, wo noch nich dajewesen sind und nu morjehn, unbedingt aufmärksam machen: Ziehn Se sich orndlich warm an! Nehmen Se liberst en Mantel oder en Kepp mehr als zu wenich mit! — Da brauchen Se garnich so dräckich drieber zu grinsen, lieber Gustav, jehn Se morjen hin, und Se werden mir rächt jeben! — Wänn ma sich orntlich warm anjezogen hat, macht die Sache einen zehnmal soviel Freude. — Prost.
Worieber ich mir außerdem noch in Teene heechsten Lobes eißern mechte, da ist unsre Eläktrische! Ich schlage diräkt vor, meine Herren, daß wä Diräkter Kuperschmiedt zum außerordentlichen Ehremitglied von unsre Stammtischrunde änännen! Väbindlichen Dank fier Ihre Zustimmung.
Ich bin jätz auf meine Sommerreis' in mehrere große Steedte jewesen, aber son pomptes Funxjonieren im Betrieb vonn Eläktrische Bahn wie bei uns hier in Langfuhr nach de Waldfästschpiele hab' ich noch nich jesehn! Auch da muß jeder sagen: „Alle Achtung — Danzich, da kannst stolz drauf sein!“
Dieses „Stammtischgespräch“ erschien im Jahre 1913 als „4. Beilage der Danziger“, Nr. 143.
Text: Erich Hannighofer, vertont von Herbert Brust
→ UDH Nr. 62