Der Baseler Ausschuß trifft sich mehrmals im Jahr in der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Der Sitz der Bank ist Basel. Der Ausschuß setzt sich zusammen aus den Präsidenten der Zentralbanken der G-10 Länder und aus den Vertretern der Bankenaufsichtsbehörden dieser und anderer Länder.
Die Ergebnisse dieser Zusammenkünfte fanden ihren Niederschlag wie die folgende Chronologie aufzeigt:
Der Inhalt von Basel II wird auch „Der neue Akkord“ genannt, weil er sich auf drei Hauptsäulen stützt:
Zu 1.: Neufassung von
Mindestkapital. Beispiel: Bei risikoreicher Kreditvergabe muß
die Bank mit einem Kapitalkoeffizenten von mindestens 8% Eigenkapital
unterlegen, d.h. zu den üblichen Kredit- und Marktrisiken muß
die Bank noch zusätzlich ein operationelles Risiko tragen.
Zu 2.: Insgesamt wurden die Überprüfungs- und Kontrollverfahren
für Banken und andere Geldinstitute verschärft und verfeinert.
Im Ergebnis eine bessere und wirksame Bankenaufsicht. Dieses führt
wiederum dazu, daß feinere Methoden entwickelt werden zur
Risikoabmessung.
Zur 3.: Die erweiterte Offenlegung enthält
eine Fülle von Vorschriften, die alle darauf abzielen, über
das rechtzeitige Erkennen von Risiken auch zu einer allgemeinen
Verbesserung der Risikosensibilisierung zu kommen. Als weitere Folgen
der erweiterten Offenlegung wird eine größere Transparenz
auf dem Geldmarkt erwartet, was eine Verbesserung des Risikomanagements
ermöglicht und eine Diziplinierung des Marktes nach sich
zieht.
Auch wenn nur die 13 wichtigsten Staaten an Basel II beteiligt
waren, wird dieses Instrument seit 2004 weltweit akzeptiert und
angewendet. Wie hat die Kreditwirtschaft auf BASEL II reagiert?
Es wurde ein neues Ratingsystem eingeführt, (englisch; bedeutet
soviel wie Einschätzung, Taxierung, Beurteilung), das etwa
23 Stufen umfaßt und eine genauere Erfassung von Risiken
erkennbar macht. Das neue Ratingsystem basiert auf einer Notation,
die von dem Institut Standard & Poor`s (S&P) entwickelt
worden ist. Die meisten bankinternen Einschätzungen bauten
bisher auf einer fünfstufigen Skala auf.
Schlußfolgerung:
An sich ist ein Instrument wie BASEL II schon richtig, wenn es auf
eine florierende und prosperierende Volkswirtschaft trifft. Die
große Frage ist nur die: Was geschieht, wenn eine so außerordentliche
Krediterschwernis auf eine marode Ökonomie trifft, wie z. B.
der unsrigen???
Die Antwort mag sich jeder selbst geben!
Siegfried Neubacher
Dezember 2005
Liebe Freunde,
der eine oder andere mag
sich fragen, welche Informationen in diesem Artikel betreffen mich,
der ich nicht mehr im Wirtschaftsprozeß als Unternehmer beteiligt
bin. Leider betreffen diese Auswirkungen von Basel II uns alle.
Wir müssen unser täglich Brot usw. kaufen. Die gesamte
Kette vom Bauern über den Müller und Bäcker (beispielgebend
für alle produzierenden und handelnden Betriebe) ist betroffen.
Weil die meisten Betriebe in der BRD mit nur ganz geringem Eigenkapital
ausgestattet sind, benötigen sie Kredite von den Banken. Die
durch BASEL II verursachten höheren Zinsen legen die
Betriebe auf uns Endverbraucher um. Dies ist nur
die eine Seite der Medaille. Die andere, für uns Deutsche verhängnisvolle
ist: Deutsche Betriebe gehen öfter und früher in Konkurs.
Ausländische Investoren (die von deutschen Medien bis Regierungen
so herbeigejubelt werden) kaufen diese Betriebe mit dem wertlosen
$ auf, schlachten sie aus, Kunden und Patente werden „übernommen“,
die Mitarbeiter auf die Straße gesetzt.
Als Ausweg bietet sich nur an: Gründung von Genossenschaften, die über genügend Eigenkapital verfügen.
Horst Zaborowski