BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 78  ¦  Juli – September 2006


Eine Reise nach Schlesien

Pfingsten 2006

Am 01. Juni 2006 war es so weit; die Heimat sollte wieder besucht werden. Also fuhr ich mit dem Auto gen Osten. Die Fahrt bis zur Oder-Neiße-Linie war ohne besondere Vorkommnisse nach vielen Stunden geschafft. Am Zonengrenzübergang in Görlitz auf der Stadtbrücke wurde mir wieder etwas mulmig im Leib. Doch die Grenzkontrollen waren sehr lasch, weil Polen ja jetzt in der EU ist, sagte mir der Beamte vom BGS. In Görlitz-Ost angekommen, informierte ich erst einmal meine Frau zum guten Grenzübergang in die polnisch besetzten deutschen Ostgebiete.

Nun ging es weiter über Lauban, Greiffenberg, Hirschberg nach Krausendorf bei Landeshut. Dort bei unseren Leuten angekommen, gab es ein großes Wiedersehen und eine herzliche Begrüßung. Der Tag klang aus mit beschaulichen Gesprächen über die Zukunft des deutschen Ostens, aber wir kamen zu keinem Ergebnis, wegen der derzeitigen Admistrationen in Warschau, Washington und in Berlin. Wer kann Vorschläge machen?

Am nächsten Tag kamen dann unsere Freunde, die jedes Jahr mit nach Schlesien fahren. Es sind Pfälzer, die die Situation in Schlesien erkannt haben und unseren deutschen Freunden aus lauter Menschlichkeit helfen wollen. Es wurden wieder viele Gerätschaften für die Landwirtschaft mitgebracht, die sich unsere Freunde bei dieser kleinen Rente nicht leisten können.

Diesmal war ich nicht nur in der Heimat, um meinen Anspruch auf mein Haus und die Heimat zu bekunden, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen. Wie Sie ja alle wissen, wird das Benzin hier im teilvereinigten Deutschland immer teurer. Ich habe im Weltnetz nachgeforscht und eine Firma in Liegnitz gefunden, die Kfz auf Autogas umbaut und das zu einem Preis, der 1000 ¤ unter dem Preis liegt, der im Westen verlangt wird. Dort ließ ich mein Auto umbauen. Sie werden jetzt fragen, warum ich nicht hier in die Werkstatt gegangen bin, Antwort nur aus wirtschaftlichen Gründen, weil ich Familie und hier laufende Kosten habe. Weil die Werkstatt in Liegnitz war, besuchte ich auf dem Rückweg noch Wahlstatt, wo die gleichnamige Schlacht stattgefunden hat. Dort wurde mir allen Ernstes in deutsch erklärt, daß die Polen die Schlacht gewonnen haben und Schlesien polnisch sei. Nach soviel polnischem Humbug fuhr ich nach Alt-Jauer zu → meinem Haus und stellte mit Überraschung fest, daß die Siedler in meinem Haus das Dach neu gedeckt haben und es in einen sauberen Zustand — von außen, leider kann ich nicht mehr in mein Eigentum — gebracht haben. Nun weiter nach Jauer, dort wartete die zweite Überraschung auf mich an der Friedenskirche. Dort ist ein Gedenkstein für die auf dem evangelischem Friedhof liegenden Deutschen aufgestellt worden. Die Enttäuschung war aber groß, als ich den Zustand des katholischen Friedhofes in Jauer sah. Es hat sich nichts verändert, die Grüfte sind immer noch offen, und der gesamte Friedhof befindet sich in einem verwahrlosten Zustand. Aber auch die polnischen Gräber auf dem Kirchhof sind verwahrlost. So geht halt eine katholische Nation mit ihren eigenen Toten um.

Im großen und ganzen hat sich nicht viel seit meiner letzten Reise geändert. Die Lebenshaltungskosten und der allgemeine Zustand Schlesiens haben sich verschlechtert, hier besonders die hohe Arbeitslosigkeit. Da helfen auch nicht ein paar Liter Farbe und Weltkulturerbe (Friedenskirche Jauer). Die bundesdeutsche Regierung hat Millionen von Euro nach Brüssel für Polen gezahlt; wo ist das Geld? Die Straßen sind zwar besser geworden als hier im Westen, aber was bringt es unserem Land?

Nichtsdestotrotz. Im nächsten Jahr fahren die befreundeten Pfälzer und ich wieder nach Schlesien, wir müssen die Verbindung zu unseren Deutschen halten. Es ist unsere Heimat und die Heimat von Millionen Deutschen, obwohl diese und auch die vorangehenden deutschen Regierungen den deutschen Osten längst abgeschrieben haben. Erinnerungsstätten auch für uns deutsche Vertriebene und nicht nur für andere Völker!


Liebe schlesische Landsleute,
wer möchte auf schlesischem Boden leben? Ein kleines Stück schlesischer Erde, frei zugänglich, mit heimatverbundenen Schlesiern teilen. Wenn es auch nicht der Ort der Geburt ist, so ist es doch die schlesische Heimat. Unser schlesischer Landsmann Bednarek hat die Grundlage geschaffen. Er baut sein Haus in Schlesien. Ich war selber da, man kann die schlesische Luft riechen. Schreiben Sie uns, wir werden Ihre Post weiterleiten.

Horst Zaborowski


UDH Nr. 78

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