BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 79  ¦  Oktober – Dezember 2006


Sitte — nur ein Wort?

Mercator, eig. Krämer (Kaufmann) Gerhard, Geograph S 1512 Rupel-monde (Flandern) = 1594 Duisburg, seit 1552 Kosmograph des Herzogs von Jülich. Schuf 1554 eine Karte von Europa (1: 4 360 000, 69 die berühmte Weltkarte für Seefahrer in s.M.-Projektion); Tabulae geogr. ad mentem Ptolomaei restitutae (1578/84); HW : Atlas sive cosmographicae meditationes de fabrica mundi et fabricati figura (1595; herausgegeben von seinem Sohn). [Quelle: DER GROSSE HERDER; Band 6 — 1955 — Spalte 434.]

Als es um „1580“ üblich wurde, den Eigennamen Krämer — heute „Kaufmann“ — in „mercator“ umzuwandeln (s.o. mercator), entsprach dies durchaus dem damaligen Zug der Zeit, sich etwas von seinen Mitmenschen abzusetzen, herauszuheben, zu zeigen, wes Geistes Kind man war. Die ursprünglich in den Klöstern gesprochenen Fremdsprachen Latein und Griechisch fanden — außer in der Religion — mehr und mehr Zugang in den Bereichen von Kunst, Philosophie und Wissenschaften.

Der seit Jahrtausenden waltende Begriff „Sitte“ galt im klassischen Griechenland als „Ethos“ (verdeutscht: Ethik), im alten Rom als „Moral“.

Wer heute in einem Lexikon für Latein bei „Moral“ nachschlägt, findet: deutsch = „Sitte“. Das gleiche trifft für „Ethos“ in einem griechischen Wörterbuch zu : deutsch = „Sitte“, „Moral“.

Nun hat sich die Philosophie im Verlauf der Jahrhunderte des Sittenbegriffs der Völker, vor allem des klassischen (mustergültig, vorbildlich) „Griechisch“ — „ETHIK“ und „Latein“ — „Moral“ angenommen.

Ausgabe: GROSSER HERDER — 1954, Spalte 639 —

Aus: GROSSER HERDER — 1955, Spalte — 686 / 687 —

Leider besitze ich keinen großen Brockhaus aus den 54er bzw. 55er Jahren, der dem noch seinerzeit herrschenden Zeitgeist Rechnung trägt. Wesentlich ist, daß die Philosophie in ihren fortschreitenden Untersuchungen im Verlauf von Jahrhunderten sich dazu entschieden hat, Sitte unter Moral zu stellen und Ethos den Spitzenplatz einzuräumen, so daß man wohl von einem Begriff des „Steigerns“ sprechen kann.

Sicher ist gewiß, daß die Griechen, wie auch die Römer unter SITTE — deutsch, ETHOS — griechisch, MORAL — lateinisch — immer das gleiche, wie wir heute immer noch, gemeint haben.

Nachtrag: Ergeben „sinngleiche Worte“, z.B.: in einem Satz einen doppelten Sachverhalt — wie es seit Jahr und Tag üblich wurde — bezeichnet der Duden dies als „Tautologie“; kommt zu hinzu, wird diese in einem Satz gehäufte Ausdrucksweise im Duden als „Pleonasmus“ bezeichnet.

Not. W. Sch., Bo., den 16. XII. 2002

Liebe Freunde,
diesen Artikel habe ich hereingenommen, weil unsere politische Klasse „Verrat am eigenen Volk“ begeht. Jedoch, Sitte und Moral triefen aus allen Medien. Wie ist der begangene Verrat damit in Einklang zu bringen?

Horst Zaborowski


UDH Nr. 79

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