| Sag nicht, daß Du nichts tun könntest für Deine Heimat, die Du liebst. Gegen das Unrecht, das man Dir angetan. |
Frag nicht, was Du tun solltest. Denn es gibt tausend Dinge, die darauf warten, von Dir getan zu werden. Schau Dich nur um. |
| Deine Vorfahren, die in heimatlicher Erde ruhen, werden einst Rechenschaft fordern, wie Du mit dem Erbe umgingst, Willst Du dann mit leeren Händen dastehen? |
Laß Dir nicht einreden, daß die Vertreiber Gottes Wille taten. Denn es ist eine Lüge. das sie in Jahrhunderten schufen. Wie könntest Du leben — tatenlos und ohne Hoffnung? |
| Wolfgang Koska | |
Wenn von polnischer Seite und anderen Vertreiberstaaten vorgebracht wird, daß eine wahrheitsgemäße Darstellung der Vertreibung unzulässig ist, weil sie die Geschichte so umschreibe, daß nach 1945 tatsächlich die Deutschen die Opfer und die Polen und andere Vertreiber die Täter waren, so haben namhafte Amerikaner der Umschreibung schon während der Vertreibung und bald danach vorgegriffen.
Am 18. Oktober 1945 schickte General Eisenhower dieses Telegramm nach Washington:
„In Schlesien verursachen polnische Verwaltung und Methoden einen Massenauszug deutscher Einwohner nach Westen….
Viele nicht Marschfähige werden bei mageren Rationen und unter schlechten sanitären Verhältnisse in Lager gesteckt. Die Zahl der Toten und Kranken in den Lagern ist äußerst hoch. Die Deutschen, die ihre Häuser und Höfe nicht verlassen wollen, werden in die „freiwillige“ Evakuierung terrorisiert. Die von den Polen angewandten Methoden entsprechen keinesfalls der Potsdamer Vereinbarung….
Wegen der Massenauswanderung nach Brandenburg und Sachsen sind die Gesundheitsverhältnisse in diesen Gebieten schlecht…
Glaubhafte Schätzungen veranschlagen bis zum nächsten Frühjahr zwischen Oder und Elbe zwischen zweieinhalb und drei Millionen Opfer durch Ernährungsmangel und Krankheiten.
In Breslau haben sich die Todesfälle verzehnfacht, und von allen Geburten sollen sie 75 % ausmachen. Typhus leichteren und schweren Grades, Ruhr und Diphtherie breiten sich aus….
Hingewiesen wird in diesem Zusammenhang auf die ernsthafte Gefahr, daß durch eine Epidemie solchen Ausmaßes ganz Europa und auch unsere Truppen bedroht sind“
32 National Archives, RG 165, Records of the War Departement TS OPD Message File, Nr. S 28399 of 18 October 1945
Beitrag von Alfred de Zayas: Responsibility for the German Expulsion, SYie 251, von mir übersetzt aus dem Buch „Ethnic Cleansing in Twentieth-Century Europe“ Columbia University Press, New York (2003):
Am 30. November sandte Außenminister James Burns dem amerikanischen Botschafter in Polen, Arthur Lanes, ein Telegramm, in dem er diesen anwies, der provisorischen polnischen Regierung das amerikanische Mißfallen mitzuteilen:
„Die US-Regierung ist ernsthaft besorgt über Berichte fortdauernder Massenwanderungen deutscher Flüchtlinge, die wohl aus Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie nach Deutschland gekommen sind. Diese Menschen sind vermutlich summarisch aus ihren Häusern vertrieben und aller Habe, außer dem, was sie tragen konnten, beraubt worden. Es wird berichtet, daß diese Flüchtlinge — meist Frauen, Kinder und Alte — in einem erschreckenden Zustand der Erschöpfung ankommen, viele an ansteckenden Krankheiten leidend und in vielen Fällen ihrer letzten persönlichen Dinge beraubt. Ein solches Massenelend und solch schlechte Behandlung von Schwachen und Hilflosen ist nicht in Übereinstimmung mit den Potsdamer Beschlüssen ... und auch nicht im Einklang mit internationalen Normen für Flüchtlingsbehandlung“³³
³³ Foreign Relations of the United States, vol. 2:1317
Burns schickte auch ein Telegramm an den amerikanischen Botschafter in Prag, Lawrence Steinhardt, in dem er ihn anwies, der tschechischen Regierung einzuschärfen, daß die Vertreibungen auszusetzen sind und künftige Deportationen nach menschlichen Methoden zu geschehen haben.³
³Foreign Relations of the United States, 1945, vol.2: 1294
Josef Schuh
Liebe Freunde,
Die Artikel von → Friedrich Kurreck sowie der Leserbrief von Herrn → Josef Schuh beweisen einerseits die Verantwortung der Alliierten und zugleich die Notwendigkeit, die geschichtlichen Abläufe noch zu unseren Lebzeiten zu manifestieren. Erinnerungs- und Gedenkstätten reichen dafür nicht aus. Laßt uns eine Petition gemäß „Grundgesetz Art. 17. [Petitionsrecht]: Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten und Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden“ einreichen. Im Nachbarland Frankreich haben die Armenier erreicht, daß die Leugnung des an ihren Landsleuten begangenen Völkermordes gemäß dem am 12. Oktober 2006 in der Nationalversammlung in erster Lesung eingebrachten Gesetz mit bis zu einem Jahr Gefängnis und 45.000 Euro Geldstrafe bestraft werden kann.
Was in Frankreich möglich ist, muß uns deutschen Heimatvertriebenen auch gelingen! Mit der Petition ← an den Deutschen Bundestag fordern wir die Verabschiedung eines Gesetzes: Wer die Vertreibung von deutschen Frauen, Kindern und Greisen aus den Ostprovinzen des Deutschen Reichs und den dabei erfolgten Völkermord an mehreren Millionen leugnet, wird mit bis zu einem Jahr Gefängnis und 45.000 Euro bestraft.
Horst Zaborowski