BGD - Bund für Gesamtdeutschland

BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.79 (4. Quartal 2006)

Auszug


Nur Wahrheit und Gerechtigkeit führen in eine glückliche Zukunft

Von Friedrich Kurreck

An dem diesjährigen „Tag der Heimat“ teilzunehmen, war Herbert Hupka, dem Mitbegründer der Landsmannschaft Schlesien, nicht mehr vergönnt. Im Alter von 91 Jahren ist er nach einem Sturz am 24. August gestorben.

Versöhnung ist keine Einbahnstraße.

Zu Verständigung und Versöhnung mit Polen, die Hupka am Herzen lagen, kann es aber nur dann kommen, wenn beide Völker sie auch wollen. Auf deutscher Seite ist dieser Wille vorhanden. Die „Charta der Heimatvertriebenen“ (1950) beweist dies doch eindeutig. Mit dieser verpflichten sich die Vertriebenen, also die von Polen ihrer Heimat gewaltsam Beraubten, zum bedingungslosen Verzicht auf Rache oder Anwendung von Gewalt zur Wiedergewinnung der Heimat. Bedarf es noch eines besseren Beweises für das Wollen gutnachbarlicher Beziehungen auf deutscher Seite?

Bei unseren nun hinter Oder und Neiße siedelnden Nachbarn aber, den Polen, vermag ich diesen Willen nicht festzustellen. Dazu braucht man allein nur das zur Kenntnis zu nehmen, was heute, sechzig Jahre nach Kriegsende noch, aus den Mündern polnischer Politiker, z.B.der Kaczynski-Zwillinge Lech und Jaroslaw, quillt. Ihre Stimmungsmache gegen Deutschland in ihrem Wahlkampf hat die Polen so begeistert, daß sie beide an die Spitze ihres Landes hievten. Und diese Zwillinge wissen gut, wie man die Herzen der Polen erobern und erhalten kann: durch deutschfeindliche Auslassungen.

Polnischer Präsident greift Deutsche an

Lech Kaczynski, der polnische Präsident, so eine AP-Meldung vom 30.08.2006, macht Deutschland für eine Verschlechterung der gegenseitigen Beziehungen verantwortlich. Über dem deutsch-polnischen Verhältnis „liegt ein Schatten“, sagte Kaczynski. Er warf Berlin vor, „trotz polnischer Kritik“ an der geplanten Ostsee-Pipeline und dem Engagement von Vertriebenenorganisationen keinerlei Zugeständnisse gemacht zu haben. Polen sei an einem guten Verhältnis zu Deutschland gelegen, „aber nicht um jeden Preis“.

Der Zwillingsbruder des Präsidenten, Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski, bemühte sich derweil, den Ruf seiner rechtskonservativen Regierung in Europa zu verbessern. Beim Treffen mit EU-Kommissionspräsident Manuel José Barroso wies er unter anderem Vorwürfe zurück, in Polen würden die Rechte der Homosexuellen eingeschränkt. Auch der Vorstoß von Lech Kaczynski, über eine Wiedereinführung der Todesstrafe (nach EU-Recht nicht zulässig) nachzudenken, kam zur Sprache. Barroso erklärte, er habe nach dem Gespräch „keine Zweifel an den Bekenntnissen Polens zu den gemeinsamen Werten, die wir alle teilen“.

EU-Kommissionspräsident Barroso scheint demnach ein leichtgläubiger Mensch zu sein, was er in seinem hohen Amt aber nicht sein darf. Er sollte mal ein Auge in das Danktelegramm der Polen werfen, das diese anläßlich ihrer Befreiung aus dem über hundertjährigen Zarenjoch an Kaiser Wilhelm II. und Kaiser Franz Josef I. richteten. Dort heißt es:

Wie aber sah diese Dankbarkeit und Treuezusicherung aus, als das Deutsche Reich geschlagen am Boden lag, als das in Paris unter Dmowski und Paderewski tätige polnische „Nationalkomitee“ schon nach der Oder-Neiße-Grenze gierte, aber nur die deutschen Provinzen Posen und Westpreußen als „Zugang zum Meer“ (Ostsee), bekannt als „polnischer Korridor“, und einen Teil des an Bodenschätzen und Industrien reichen Oberschlesiens erhielt?

Daß Polen sich mit dieser „Beute“ nicht zufrieden gab, beweisen doch die laufenden Aktionen an der Grenze der damals militärisch schwachen sogenannten Weimarer Republik. Diese Grenzverletzungen steigerten sich nach der britischen Polengarantie von Ende März 1939 derartig, daß sie am 1. September 1939 zum deutsch-polnischen Krieg führten, der, und das muß man wissen, von Polen gewollt und gar von den Kanzeln herbeigefleht wurde.

„…Die Polen sind das einzige unglückliche Volk in Europa, das nach dem Schlachtfeld Verlangen hat…“, so Prof. Dr. Michael Freund in „Geschichte des Zweiten Weltkrieges in Dokumenten. Der Weg zum Krieg 1939“.

Davon will man aber im Nachkriegspolen nichts wissen, weil man sich dort nur als Opfer des deutschen Überfalls auf ein ahnungsloses Land sieht und als solches an Deutschland Forderungen über Forderungen stellen kann, die auch von unseren Nachkriegspolitikern aller Couleur erfüllt wurden und noch werden, denen die von polnischer Seite bewußt getrübten deutsch-polnischen Beziehungen zwischen den Jahren 1918 bis 1939 nicht bekannt sind. Ein Land, dessen Volk in Leserzuschriften an Zeitungen den Krieg dringend wünscht, das sich zur Verwendung als „lebende Torpedos“ nach mißverstandenem japanischen Vorbild meldet, und dessen Offiziere in Vorträgen die Qualitäten polnischer Soldaten in den Himmel hoben und die deutsche Ausrüstung als minderwertig bezeichneten und damit eine Stimmung erzeugten, die von einem raschen Marsch nach Berlin träumen ließ, — ein solches Land soll ahnungslos gewesen sein?

Wenn die Deutschen nicht parieren, werden wir ihr Land aus der Karte Europas fegen

An diese starken Töne des einst zum Präsidenten Polens aufgestiegenen Solidarnosz-Führers Lech Walesa muß man sich erinnern, wenn man die Sprüche polnischer Politiker von heute hört. Die Kaczynski-Zwillinge wünschen sich, wie sie verlautbaren lassen, ein gutes Verhältnis zu Deutschland. Aus polnischer Sicht besteht ein gutes Verhältnis zwischen den Staaten aber nur dann, wenn wir zu allem, was aus Polen kommt, das Maul halten und unsere Regierung, trotz leerer Kassen, weiterhin Milliarden über Milliarden gen Warschau schleust, wofür anscheinend Geld vorhanden zu sein scheint.
Wenn den Kaczynski-Zwillingen an einem guten Verhältnis zu Deutschland gelegen ist, dann sollten sie ihrem Volk die polnische Politik ihrer Altvorderen gegenüber Deutschland während der Zwischenkriegsjahre doch deutlich vor Augen führen, damit es die wahren Ursachen, die zum Kriege führten, klar erkennen und sich in Vergangenheitsbewältigung üben kann.

Einzusehen, daß Versöhnung und Verständigung nicht auf der Einbahnstraße von West nach Ost zu erreichen ist — über soviel Intelligenz dürften die Kaczynski-Zwillinge wohl verfügen. Vor allem sollten sie sich künftig der Einmischung in innerdeutsche Angelegenheiten enthalten. So geht es sie einen feuchten Kehricht an, wenn die von ihnen auf die brutalste Art aus ihrer angestammten Heimat Vertriebenen zur Erinnerung an diese völkerrechtswidrige Austreibung in Berlin ein Erinnerungsmal errichten wollen, damit dieses „Jahrhundertverbrechen der Polen“ in aller Erinnerung bleibt, auch über den Tag hinaus, an dem der letzte der von den Polen Vertriebenen seine Augen geschlossen haben wird.

Auch geht es die Polen-Zwillinge einen Dreck an, wenn Deutschland und Rußland beschließen, für das aus Rußland nach Deutschland zu liefernde Erdgas eine Leitung durch die Ostsee zu legen, damit unsere „lieben“ Nachbarn, die Polen, uns den Gashahn nicht zudrehen, wenn wir einmal nicht nach ihrer Pfeife tanzen sollten.

Die Polen müssen, nachdem sie nun Mitglied der Europäischen Union geworden sind und damit auch aus dem Brüsseler Topf fressen, der überwiegend von deutschen Steuerzahlern am Kochen gehalten wird, sich langsam daran gewöhnen, daß alle Mitgliedstaaten dieser Wertegemeinschaft nach demokratischen Spielregeln zu behandeln sind und für niemanden eine Extrawurst gebraten werden darf, wie man es in Warschau als sogenanntes „Opferlamm“ immer noch für selbstverständlich hält.
Durch ihren „antideutschen“ und EU-feindlichen Wahlkampfkurs hat man in Brüssel die Kaczynski-Zwillinge schon als Störenfriede im europäischen Einigungsprozeß ausgemacht.

PIS, „Partei der Gerechtigkeit“ nennt sich die Partei der Zwillingsbrüder. Diese „Gerechtigkeit“ aber gegenüber jedem, auch den Deutschen, zu praktizieren, das liegt nicht im Sinne des polnischen Volkes. Gerechtigkeit für Polen? Warum nicht auch für das deutsche Volk? Auf diesem polnischen Weg ist ein gedeihliches Miteinander und eine glückliche Zukunft aller Völker in der „Europäischen Wertegemeinschaft“ nicht zu erreichen. Der einzige Weg zur Erreichung dieses Zieles führt nur über eine der Wahrheit entsprechende Darstellung aller geschichtlichen Vorgänge zwischen den beiden unseligen Kriegen und nicht über die in Polen betriebene Geschichtsakrobatik.

Also verbreiten wir die Wahrheit und üben Gerechtigkeit gegenüber jedem Volk, um das angestrebte Ziel einer besseren Zukunft ohne kriegerische Verwicklungen in Europa zu erreichen.

Soeben lese ich eine dpa/AP vom 4. September, derzufolge Polens konservativer Regierungschef Jaroslaw Kaczynski den Auftritt des bundesdeutschen Präsidenten am „Tag der Vertriebenen“ kritisiert. (Ja, hat dieser über Nacht an die Macht gespülte polnische Politiker noch alle Tassen im Schrank?) „Das ist eines der beunruhigenden Ereignisse, die in Deutschland stattfinden“, meint Jaroslaw Kaczynski. Weiter: „Es gebe in der Bundesrepublik eine große, vom Staat unterstützte Gruppierung, die sich unaufhörlich auf jene polnischen Gebiete bezieht, die einst zum Deutschen Reich gehörten.“ Im Klartext: auf die seit über 800 Jahre alten Ostgebiete des 1945 nicht untergegangenen Deutschen Reiches. Ja, darf der deutsche Bundespräsident nicht (stark gemäßigt) erklären, „er wolle die Erinnerung an die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg in einen europäischen Zusammenhang stellen (warum nicht als deutscher Politiker nur in deutschen Zusammenhang?), denn Vertreibungen sind Unrecht, und sie dürfen kein Mittel der Politik sein“. Ja, muß er erst in Warschau anfragen, ob er dort auftreten und sprechen darf? Wohl ein Beweis für die immer noch vorhandene polnische Großmannssucht und auch für ein, ob ihres Raubes deutscher Gebiete, schlechtes Gewissen, so Polen denn über ein Gewissen verfügen.

Kein Wunder, daß polnische Politiker sich derartig gegenüber Deutschland präsentieren können. Denn wer nach Kriegsende jahrzehntelang den Polen in den Hintern gekrochen ist und dies auch noch mit Puderzucker versüßte, der braucht sich jetzt über das polnische Verhalten gegenüber der Bundesrepublik Deutschland nicht zu wundern. „Wer sich zum Wurm macht, darf sich nicht wundern, wenn er getreten wird.“ Eine für ewige Zeiten gültige Erkenntnis des ostpreußischen Philosophen Immanuel Kant.


UDH Nr. 79

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